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Samtgemeinde Nienstädt Krippe und Hort werden teurer
Schaumburg Nienstädt Samtgemeinde Nienstädt Krippe und Hort werden teurer
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20:49 25.05.2018
Die Erweiterung der Krippe Spatzennest geht voran. Quelle: kil
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SEGGEBRUCH/HELPSEN

Der gemeinsame Kindergartenausschuss der Gemeinden Helpsen und Seggebruch hat bei zwei Enthaltungen für die Erhöhung gestimmt.

Nachdem der Samtgemeindeausschuss die höheren Hortgebühren bereits beschlossen hatte (wir berichteten), soll nun auch die Krippe teurer werden.

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Die Verwaltung begründet das mit steigenden Personalkosten. Helpsens Gemeindedirektor Stefan Kolb zufolge kommen auf die Tariferhöhung von 3,19 Prozent im nächsten Jahr nämlich nochmals 3,09 Prozent drauf.

„Diese Kostensteigerung können wir nicht ausgleichen“, darum die geplante Erhöhung. Durch die Beitragsfreiheit würden sich die Kosten 2018 für die Krippe vermutlich wie folgt aufteilen: 44 Prozent Landeszuschuss, 18 Prozent Elternbeitrag, 33 Prozent tragen Helpsen und Seggebruch und fünf Prozent Bundeszuschuss.

Auch für die Kita ist mit Blick auf die geplante Gebührenfreiheit für Kinder von drei Jahren bis zur Grundschule eine Anpassung der Satzung geplant.

Da die Regelung des Landes nur eine Befreiung für täglich acht Stunden vorsieht, die Kita aber bis zu 10,5 Stunden anbietet, soll für die Differenz eine Pauschale von 70 Euro erhoben werden. Das seien die bisherigen Gebühren auf die Stundenzahl heruntergebrochen und abgerundet. Kolb erklärte auf Nachfrage unserer Zeitung, dass die Eltern dann trotzdem nur 14 Prozent vom jetzigen Preis zahlen müssten.

Nachdem sich die Ausschussmitglieder nicht weiter dazu äußerten, meldete sich schließlich doch noch eine Mutter zu Wort: Die Gebühren sind ihrer Meinung nach „besonders für Alleinerziehende“ doch „krass“.

Verwaltung und Politik argumentierten mit den hohen Personalkosten: „Das ist auch für die Gemeinden ein Spagat, aber einer müsse nun mal die Zeche zahlen“, argumentierte Seggebruchs Bürgermeister Jörn Wittkugel (SPD). Dem pflichtete auch Manfred Kesselring (SPD), Bürgermeister von Helpsen, bei.

Derweil schreitet auch der Anbau an die Krippe Spatzennest voran. „Die Baustelle ist die Hauptattraktion bei den Kindern“, hieß es aus der Krippe. Gute Nachrichten hatte Seggebruchs Gemeindedirektor Ditmar Köritz: Trotz eines zusätzlichen Fluchtweges blieben die Kosten nach der Ausschreibung im kalkulierten Rahmen. kil

Keine Alternative

Gibt es keine andere Möglichkeit, die Personalkosten aufzufangen, als die Eltern zur Kasse zu bitten? Stefan Kolb sieht auf Nachfrage wenig Spielraum im Haushalt dafür.

Als Kämmerer der Samtgemeinde und Gemeindedirektor in Helpsen hat er einen Überblick über die Finanzen. Der größte Kostenfaktor im laufenden Betrieb sei das Personal. „Da bleibt nicht viel Spielraum.“

Sparen könnte man „nur zulasten der Kinder“ – bei der Ausstattung der Einrichtungen, etwa beim Spielzeug. Aber das sei auch nicht im Interesse der Eltern. Irgendwann stoßen die Gemeinden, die immer noch deutlich mehr als die Eltern zahlen würden, an ihre Grenzen. „Und einer muss dann die Zeche zahlen.“

Keinen Spielraum gebe es bei Strom- und Heizkosten, Unterhaltungsmaßnahmen, Reinigungskosten und Ähnlichem. Da könne man höchstens noch an die freiwilligen Leistungen ran, wie Sporthallengebühren oder Seniorenbetreuung. Aber ob das der Wille der Politiker ist, bezweifelt Kolb. Die Gemeinden seien bereits sparsam, meint er. „Meiner Meinung nach ist die Verteilung der Kosten für die Kinderbetreuung immer noch gerecht.“  kil