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Seggebruch 16 Mal in den Zaun gekracht
Schaumburg Nienstädt Seggebruch 16 Mal in den Zaun gekracht
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00:21 03.12.2018
Der letzte Unfall Mitte November hat den Zaun der Familie Gaus in Schierneichen auf einer Länge von fast 30 Metern zerstört. Ein 19-jähriger Bückeburger war vermutlich wegen zu hoher Geschwindigkeit von der Straße abgekommen. Er überstand den Unfall unverletzt.
Der letzte Unfall Mitte November hat den Zaun der Familie Gaus in Schierneichen auf einer Länge von fast 30 Metern zerstört. Ein 19-jähriger Bückeburger war vermutlich wegen zu hoher Geschwindigkeit von der Straße abgekommen. Er überstand den Unfall unverletzt. Quelle: pr
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Schierneichen

Beim letzten Unfall hat Marga Gaus gedacht, jetzt sei das Auto tatsächlich im Schlafzimmer gelandet. Zum Glück war es wieder „nur“ der Zaun.

In manchen Fällen konnten die Fahrer noch flüchten, andere Unfälle endeten mit schweren Verletzungen der Autofahrer. Die Unfälle passieren zu jeder Tageszeit, mal nachts, mal am hellen Tag. Meistens kommen die Autos aus Richtung Rusbend, geraten hinter dem Ortseingangsschild von der Straße ab, fahren über den Grünstreifen, den Bürgersteig und schließlich in den Zaun.

Zu schnell unterwegs

Auf Maßnahmen, die die Verkehrssituation an dieser – offensichtlich gefährlichen Stelle – entschärfen würden, wartet Familie Gaus schon lange. „Vom Landkreis war noch keiner da“, sagt Tochter Corinna Gaus, die schon oftmals Erste Hilfe leisten musste, wenn wieder mal jemand mit dem Auto von der Hauptstraße abgekommen ist – schöne Bilder seien das nicht. „Dabei ist die Kurve hier gar nicht besonders scharf“, wundert sie sich über die Häufigkeit der Unfälle. Dass überhöhte Geschwindigkeiten eine Rolle spielen, da sind sich Mutter und Tochter recht sicher.

Auch der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung über die Problematik gesprochen und beschlossen, einen erneuten – der mittlerweile dritte – Antrag an den Landkreis zu stellen, um das Tempo auf immerhin 70 statt 100 Stundenkilometer zu begrenzen. Die ersten Anträge wurden mit der Begründung abgelehnt, dass es sich um keinen besonderen Unfallpunkt handele (wir berichteten).

Schaden auf 30 Metern

Der letzte Unfallfahrer vor einigen Wochen hat einen neuen Rekord aufgestellt: Der Zaun wurde auf einer Länge von fast 30 Metern zerstört. Eine Latte flog bis ins Dach und blieb dort stecken. „Das ist nicht ungefährlich“, meint Marga Gaus. Wenn man sich im Vorgarten aufhält, müsse man stets in „Fluchtrichtung“ stehen, sagt sie schmunzelnd, auch wenn sie das schon längst nicht mehr lustig findet. Familie Gaus möchte sich gar nicht vorstellen, was passieren würde, wenn Kinder über den Fußweg gehen oder sich jemand im Vorgarten aufhalten würde, wenn wieder ein Auto von der Straße schleudere.

Darüber hinaus sei es auch frustrierend, jedes Mal aufs Neue den Zaun neu herzurichten „und in wenigen Sekunden ist dann alles wieder zerstört“, schildert Marga Gaus.

Bis es wieder einen Unfall gibt und noch weitere Personen verletzt werden, darauf wollen die Schierneicher nicht warten. Im Dorf wurden bereits Unterschriften gesammelt, um den Landkreis auf die Gefahr aufmerksam zu machen. Ein Tempolimit oder eine Leitplanke – irgendetwas müsste unternommen werden, sagt Familie Gaus.

Von Kirsten Elschner