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Seggebruch Einweihung 2020: Spektakuläres Wohnprojekt in Seggebruch nimmt Form an
Schaumburg Nienstädt Seggebruch Einweihung 2020: Spektakuläres Wohnprojekt in Seggebruch nimmt Form an
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21:14 06.11.2019
An der Ecke Cronsbruchstraße/In den Zäunen in Seggebruch entsteht der Mehrgenerationen-Park mit acht Häuser und insgesamt 33 Wohnungen. Quelle: Roger Grabowski
Seggebruch

Vor einer großen Festgemeinde ist am gestrigen Mittwoch in Seggebruch Richtfest für den Mehrgenerationen-Park gefeiert worden. Auf Ackerland ist er über Monate in die Höhe gewachsen. Zum spektakulärsten Wohnprojekt, das derzeit in Schaumburg vorangetrieben wird, macht es sein ungewöhnlicher Mieter-Mix.

Das steckt hinter dem Mehrgenerationen-Park

Im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde Seggebruch den Bebauungsplan Nr. 10 aufgestellt, der die Grundlage für den Mehrgenerationen-Park bildet. Bürgermeister Jörn Wittkugel lobte in seinem Grußwort das „soziale Projekt“, vergaß aber nicht zu erwähnen, wie gut die „Stabilisierung der Einwohnerzahl“ auch der Gemeinde tut. Die finanziert sich zu einem Großteil über die Einkommenssteuer.

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Die Idee hinter dem 7000 Quadratmeter großen Mehrgenerationen-Park geht so: Unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen leben als Mieter unter einem Dach zusammen – Alte und Junge, Singles und Familien, Behinderte und Nicht-Behinderte. Zur Richtfeier hatte der Verein ein Banner aufziehen lassen, Aufschrift: „Wir sind so bunt wie das Leben.“

Wann können die Mieter einziehen?

In der Mieterversammlung wird später jede Wohnung mit einer Stimme vertreten sein. Externe Investoren auf der Suche nach guten Renditen sind nicht willkommen, das Haus muss sich aus sich selbst heraus tragen.

Alexander zu Schaumburg-Lippe ist Schirmherr des Projekts. Er verfolgt das Richtfest. (Foto: Roger Grabowski)

An der Ecke Cronsbruchstraße/In den Zäunen werden jetzt acht Häuser fertiggebaut, die 33 Mietwohnungen bergen. „29 Einheiten sind schon vermietet, der letzte Zuzug war eine Frau aus Düsseldorf“, sagte Vereinschefin Manuela Tarbiat-Wündsch am Rande des Richtfests.

Als Termin für die Einweihung visiert der Verein Ende 2020 an. Acht Millionen Euro dürften dann in das Projekt geflossen sein. Das Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems hat eine halbe Million überwiesen, die eigentlich aus Töpfen der Europäischen Union kommen.

Projekt mit turbulenter Vorgeschichte und Kritikern

Die Vorgeschichte des Mehrgenerationen-Parks war turbulent. Ursprünglich hatte der Verein das Projekt in den Bückeburger Hofwiesen verwirklichen wollen, die Alexander zu Schaumburg-Lippe gehören (bis heute fungiert er als Schirmherr). Heftiger Protest von Naturschützern verhinderte den Standort Hofwiesen.

Simone und Fritz-Peter Klocke (Klocke&Lingemann) übergeben einen Scheck in Höhe von 8000 Euro für den Mehrgenerationen-Park. (Foto: Roger Grabowski)

In der Folge flatterten dem Verein nach Aussage von Tarbiat-Wündsch etwa 40 Angebote von Städten und Gemeinden ins Haus. Den Zuschlag bekam schließlich Seggebruch, das dem Verein den Baugrund für das Haus über einen Erbbaurechtsvertrag überließ, aber Besitzerin des Grundstücks bleibt die Gemeinde. Zwar rührten sich auch in Seggebruch zunächst Gegner des Projekts, diese Stimmen verstummten aber rasch.

Von Arne Boecker

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