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Seggebruch Gesundheitszentrum in Seggebruch soll kommen
Schaumburg Nienstädt Seggebruch Gesundheitszentrum in Seggebruch soll kommen
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17:23 08.11.2019
Symbolbild Quelle: dpa
Seggebruch

Einen Nachtrag zum Haushalt des laufenden Jahres hat jetzt der Seggebrucher Rat beschlossen. Verantwortlich dafür ist das, was in der Verwaltung „außerplanmäßige Abschreibung“ genannt wird.

Sie ist mit Blick auf ein wichtiges Bauprojekt von Bedeutung, das über das Dorfentwicklungsprogramm abgewickelt werden soll. Das Zahlenwerk, das Gemeindedirektor Ditmar Köritz ausgearbeitet hatte, fand die Zustimmung aller Ratsmitglieder.

Haushalte für laufende Jahre beschließen Kommunen in der Regel Ende des Vorjahres. Der Plan zeigt auf, wofür die Kommunen wie viel Geld ausgeben müssen und wollen. Wenn sich im Laufe des Jahres herausstellt, dass Plan und Wirklichkeit nicht zueinander passen, muss ein Nachtrag zum Haushalt her. Das gilt für zwei Fälle. Erstens: Die Kommune hat mehr eingenommen als geplant, zweitens: Sie hat weniger eingenommen. Wenn sie die Lücke im Plan nicht durch Sparen schließen kann, ist ein Nachtrag fällig.

Ärzte und Tagespflege

Seggebruchs Rat hat sich entschlossen, im laufenden Haushaltsjahr eine außerplanmäßige Abschreibung vorzunehmen. Dabei handelt es sich zwar nicht im klassischen Sinn um Mehrausgaben, aber die Abschreibung muss dennoch im Haushalt abgebildet und dann natürlich auch erwirtschaftet werden. Konkret geht es um das Haus mit der Adresse Bergkrug 4, das die Gemeinde ursprünglich als Unterkunft für Flüchtlinge gekauft hatte. Zusammen mit dem benachbarten Haus Bahnhofstraße 85, das sich seit dem 1. Oktober im Besitz der Gemeinde befindet, soll es abgerissen und durch ein Gesundheitszentrum (Ärzte, Tagespflege) ersetzt werden.

Diese Umnutzung könnte im Rahmen des Dorfentwicklungs-Programms des Landes laufen, in das es die Bergkrug-Gemeinden Seggebruch, Hespe und Helpsen geschafft haben. Seggebruchs Bürgermeister Jörn Wittkugel wies vorsorglich darauf hin, dass „nicht in der nächsten Woche Bagger anrücken“ werden.

Bewilligung im Frühjahr 2022 möglich

Wenn alles so klappt, wie es sich Räte und Verwaltung vorstellen, wird zum 15. September des kommenden Jahres der Förderantrag für den Bau eines Gesundheitszentrums beim zuständigen Amt für regionale Landesentwicklung eingereicht. Die Bewilligung könnte die Verwaltung im Frühjahr 2022 erreichen, erst danach darf abgerissen werden. Täte die Gemeinde dies vorher, verlöre das Projekt seine Förderfähigkeit.

Zurück zur überplanmäßigen Abschreibung: Um im kommenden Jahr nicht gleichzeitig Abschreibungen für Bergkrug 4 und Bahnhofstraße 85 verbuchen zu müssen, zieht der Rat jetzt die Abschreibung für das Objekt Bergkrug 4 vor. Sie hat ein Volumen von 80.000 Euro, die im Nachtragshaushalt verankert wurden.

Von Arne Boecker