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Seggebruch Meilenstein für Mehrgenerationenhaus
Schaumburg Nienstädt Seggebruch Meilenstein für Mehrgenerationenhaus
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19:50 18.12.2018
Die Visualisierung zeigt, wie der Wohnkomplex aussehen soll. Manuela Tarbiat-Wündsch überreicht den Bauantrag an den Landkreis, vertreten durch Landrat Jörg Farr (von links) und Sebastian Stukenberg-Rosen vom Bauamt. Froh darüber ist auch Seggebruchs Gemeindedirektor Ditmar Köritz.kil/Vision21
Die Visualisierung zeigt, wie der Wohnkomplex aussehen soll. Manuela Tarbiat-Wündsch überreicht den Bauantrag an den Landkreis, vertreten durch Landrat Jörg Farr (von links) und Sebastian Stukenberg-Rosen vom Bauamt. Froh darüber ist auch Seggebruchs Gemeindedirektor Ditmar Köritz.kil/Vision21
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SEGGEBRUCH

„Es ist mir wichtig, dass die Leute sehen, dass wir vorankommen und die Idee real wird“, sagt die Bückeburgerin, die das Projekt mit viel Herzblut vorantreibt und den Bauantrag als „Meilenstein“ bezeichnet. „Die Mieter scharren schon mit den Hufen.“

Wie berichtet, plant der Verein einen Mehrgenerationenpark an der Cronsbruchstraße in Seggebruch zu errichten. In 33 Wohnungen sollen dort alte und junge Menschen, mit und ohne Kinder, Alleinerziehende und Familien sowie Menschen mit Beeinträchtigungen Platz finden. Ins Rollen kam das Projekt, weil Tarbiat-Wündsch selbst einen autistischen Sohn hat und feststellen musste, „dass Inklusion nach der Schule aufhört“. Danach gebe es „nur noch Parallelgesellschaften“. Also wurde sie selbst tätig.

Wartelisten für 20 Wohnungen

Für 20 der Wohnungen gebe es bereits Wartelisten. Andere Kategorien – für Alleinerziehende, Familien und junge Menschen – seien noch verfügbar. Die Finanzierung für das Projekt stehe ebenfalls, so die Vorsitzende. Das Modellprojekt werde unter anderem von der Aktion Mensch gefördert. Es gebe unterschiedliche Fördertöpfe, beispielsweise für die Wohnungen sowie für das Kinderhotel, das Bistro und das Thema Inklusion.

Das Interesse an den Wohnungen ist für Tarbiat-Wündsch ein Zeichen dafür, dass nicht alle in die Städte ziehen wollen, sondern auch aufs Land – „wenn das Angebot stimmt“. Und bezahlbaren Wohnraum gebe es einfach nicht genug.

Manuela Tarbiat-Wündsch überreicht den Bauantrag an den Landkreis, vertreten durch Landrat Jörg Farr (von links) und Sebastian Stukenberg-Rosen vom Bauamt. Froh darüber ist auch Seggebruchs Gemeindedirektor Ditmar Köritz. Quelle: kil

Erfreut über den Fortschritt zeigte sich auch Ditmar Köritz, Gemeindedirektor in Seggebruch und Samtgemeindebürgermeister. Die nötigen Anpassungen von Bebauungs- und Flächennutzungsplan seien erfolgt, zudem habe die Gemeinde das Grundstück zur Verfügung gestellt. Das geplante Mehrgenerationenhaus habe auch die Aufnahme ins Dorfentwicklungsprogramm positiv beeinflusst, sagte Köritz. „Es ist also für beide Seiten ein Gewinn.“

Tarbiat-Wündsch hofft, die Baugenehmigung möglichst bald zu erhalten. Trotz der Hochkonjunktur im Baugewerbe ist sie optimistisch, entsprechende Handwerker zu finden. „Es haben sich schon einige Firmen bei uns gemeldet, weil sie das Projekt interessant finden.“ Während der Verein auf die Genehmigung vom Bauamt wartet, bereite das Planungsbüro die Ausschreibungen vor. Von Kirsten Elschner

Überzeugungstäter

Kommentar von Kirsten Elschner

Lokalredaktion

Als Ende 2016 bekannt wurde, dass der Verein Mehrgenerationenhaus sein Projekt in Seggebruch umsetzen möchte, waren zunächst nicht alle Bürger von der Idee begeistert. „Das Projekt an sich finde ich gut, aber nicht an diesem Standort“ – oder besser gesagt „nicht vor meiner Haustür“ – so der Tenor der Gegner. Gut zwei Jahre später hat sich der Widerstand gelegt. Der Verein ist hartnäckig geblieben und hat mit vereinten Kräften und aus Überzeugung ein Konzept auf die Beine stellt, das Hand und Fuß hat. Und die Mühe zahlt sich aus. Die Zahl der Mietinteressenten zeigt, dass der Standort eben nicht der falsche und der Wunsch nach bezahlbarem Wohnraum und dem Leben in einer Gemeinschaft durchaus vorhanden ist – auch in Seggebruch.