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Obernkirchen Ortsteile Frühes Frühstück beim Erntefest in Vehlen
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Ortsteile Frühes Frühstück beim Erntefest in Vehlen
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18:44 25.08.2019
Bei hohen Temperaturen sind die Tänze Schwerarbeit, aber niemand lässt sich die Mühe ansehen. Quelle: rnk
VEHLEN

Natürlich ließ sich Lahmann nicht zweimal bitten, natürlich wurden die Eier in die Pfanne gehauen. Dabei hätte er diese Aufgabe locker vermeiden können, denn es gehört in Vehlen zur Festtradition, dass das Rührei-Essen morgens im großen Festzelt stattfindet, um so den Erntebauern zu entlasten. Lahmann dagegen wollte davon nichts wissen: Rühreier werden beim Erntebauern gegessen. Und zumindest die Älteren werden an diesem Punkt mit dem Kopf nicken: So ist das wohl üblich.

Lahmann schlug in seiner Rede auch ernste Töne an, schließlich droht den Landwirten in diesem Jahr erneut eine schlechte Ernte, auch wenn sie besser ausfällt als noch vor einem Jahr, im Dürrejahr 2018. Aber auch in diesem Jahr werde sie wohl 20 Prozent unter dem Durchschnitt liegen, verwies Lahmann auf die Expertenhochrechnungen. Das Wetter sei halt in jedem Jahr eine große Herausforderung für die Landwirtschaft. Er selbst und seine Ehefrau Annegret könnten indes nicht allzu viel über die Ernte sagen, sie hätten nur ein kleines Gewächshaus, in dem die Tomaten und Gurken aber sehr gut gewachsen seien.

1993 wieder ins Leben gerufen

Als das Erntefest 1993 wieder ins Leben gerufen wurde, erinnerte sich Lahman gut und gern, sei er mit seiner Ehefrau in der Tanzgruppe dabei gewesen. Der Erntebauer sah keinerlei Nachwuchsprobleme, schließlich hätte er sich selbst davon überzeugen können, dass die kleinen Kinder mit sehr viel Begeisterung an den Übungsabenden ihre Tänze einstudieren würden.

Ortsbrandmeister Christoph Schuster verwies in seiner kurzen Ansprache auf die Verantwortung des Verbrauchers: regional, saisonal einkaufen.

Begonnen hatte das Erntefest am Freitagabend mit der großen Disco im Festzelt, sie war bestens besucht, aber das ist in Vehlen ja der Regelfall.

Am Samstag wurde gegen 22 Uhr mit dem Einzug der Dorfjugend in das Festzelt das Erntefest offiziell eröffnet, die Erntekrone wurde hochgezogen, ein bisschen Korn rieselte heraus und für die anschließend bis spät in die Nacht spielenden Band Champagne war es gleichsam ein Heimspiel: Sie gehört bekanntlich fast zum Vehlener Erntefest-Inventar.

Sehr schön, sehr gut, wurde gestern mit Blick auf den Liveabend Bilanz gezogen, und, nicht ganz unwichtig: Das Erntefest war auch am Samstag richtig gut besucht.

Rekord mit 28 Wagen

Der Umzug gestern Nachmittag wurde mit 28 Wagen gestartet, ein absoluter Rekord, eine lange, scheinbar nicht enden wollende Erntekarawane zog sich die Vehlener Straße hoch und später wieder zurück, jeder Wagen war geschmückt, und fast jeder war ausgestattet mit einer leistungsfähigen Musikanlage, es dominierte der deutsche Schlager, gerne auch in seiner Ballermann-Ausprägung.

Das Schlusslicht des Umzuges kam übrigens aus dem Auetal, aus Rolfshagen, die Dorfjugend auf ihrer „Wilden Hilde“ steuerte mit vielen sanft schwebenden Seifenblasen echte Poesie bei.

Ein Kompliment sollte man den vielen, vielen Tänzern, vor allem bei den Gastgebern, machen: Bei den gestern herrschenden hohen Temperaturen waren die Tanzstopps echte Schwerarbeit.

Das Erntefest verlief aus polizeilicher Sicht absolut ruhig. Lediglich eine einfache Körperverletzung war laut Polizeimeldung zu verzeichnen. Natürlich überschatte der Motorrad-Unfall den Umzug. Von Frank Westermann