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Obernkirchen Ortsteile Gelebte Tradition beim Gelldorfer Erntefest
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Ortsteile Gelebte Tradition beim Gelldorfer Erntefest
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21:36 01.09.2019
Der Trachtentanz-Nachwuchs macht beim Gelldorfer Erntefest ebenfalls mit. Quelle: wk
GELLDORF

Es sei „unserem Erntebauernpaar“ ein großes Anliegen gewesen, sich dieses Jahr als Erntebauernpaar anzubieten – und natürlich habe niemand Nein gesagt, berichtete Gelldorfs Ortsbürgermeister Andreas Hofmann gestern in seiner Festrede. „Im Gegenteil, wir alle danken Euch beiden von ganzem Herzen für Eure Bereitschaft, Aushängeschild gelebter Dorfgemeinschaft und Tradition zu sein.“

Ergänzend merkte er an, dass Thomas und Manuela Hose zwar keine Produzenten landwirtschaftlicher Produkte seien, wohl aber „hochkarätige Verwandlungskünstler all dieser Produkte“. Und „all diese Verwandlungen in Gaumenfreuden“ geschähen in deren „Land-Wirtschaft“. Wenn man wolle, finde man also immer „einen kleinen oder großen Landwirt in uns“, unterstrich er.

Festgesellschaft feiert auf Parkplatz

Was das in Gelldorf wohnende Gastronomenpaar bei dem Erntefest allerdings nicht bieten konnte, war ein Hofgrundstück, auf dem der große Festumzug vorfahren und auf dem in Schaumburger Tracht Volkstänze aufgeführt werden konnten. Daher musste die ganze Festgesellschaft mit den Erntewagen auf den nahe gelegenen Parkplatz des Möbelhauses Holtmann ausweichen, wo ausreichend Platz vorhanden war.

Die für die Trachtentänze erforderliche Musik steuerte der Gelldorfer Burkhard Molthahn mit seinem Akkordeon bei, wobei er auch zu einem Scherz aufgelegt war: „Boogie-Woogie oder Walzer?“, fragte er das Erntebauernpaar nach deren Musikwunsch für den Ehrentanz, woraufhin Thomas Hose spontan „Boogie-Woogie“ antwortete. Tatsächlich intonierte Molthahn dann aber der Tradition folgend einen „Abtanz-Walzer“, zu dem das Erntebauernpaar im Dreivierteltakt ein paar Runden um die auf dem Möbelhaus-Parkplatz aufgestellte Erntekrone drehte.

Auf Schaumburger Platt

Als Reminiszenz an die früher auf dem Land gesprochene plattdeutsche Sprache hielt Manuela Hose ihre Erntebauernpaar-Rede auf Schaumburger Platt. Gleich zu Beginn kündigte sie jedoch an, dass die Umstehenden keine Bange haben müssten, es werde nämlich keine lange Ansprache. Denn von Landwirtschaft hätten sie beide keine Ahnung, weshalb sie dazu auch gar nichts sagen wolle. Und über den Klimawandel, darüber sprächen doch schon alle genug. Außerdem warteten die jungen „Lüe“ (Leute), dass diese endlich auf ihre „rollenden Diskotheken“ (Erntewagen) könnten.

Deshalb beschränkte sich Manuela Hose darauf, einen Dank an all jene Leute auszusprechen, die mitgeholfen haben, dass man dieses Erntefest feiern könne. Zudem wünschte sie den Teilnehmern „ganz viel Spaß“ bei dem Umzug, der unfallfrei bleiben möge.

Um die Wette leuchten

Als Vertreter der Dorfjugend gingen die beiden Geschwister Josephine und Juliane Werth in ihrer Ernterede unter anderem auf die – als Teil des dreitägigen Erntefestes – am Freitagabend im Festzelt gefeierte „Riesenfete“ ein. Diese war demnach als „Neon-Party“ aufgezogen worden, bei der sich die Besucher an einer Schminkstation „mit leuchtenden UV-Farben austoben“ konnten. Von „kreativen Kunstwerken“ bis hin zu „großflächig ausgemalten Gesichtern und Armen“ sei alles dabei gewesen. Daher habe man viel Spaß daran gehabt, „mit unseren Partygästen um die Wette zu leuchten“.

An dem großen Festumzug nahmen am Sonntag auch diesmal wieder viele befreundete Dorfjugenden aus der Region mit ihren Erntewagen teil. Von Michael Werk