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Obernkirchen Ortsteile Grünphase zu kurz – lange Staus
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Ortsteile Grünphase zu kurz – lange Staus
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23:14 09.08.2019
Der Verkehr staut sich bis nach Müsingen zurück - Autofahrer brauchen Geduld. Auslöser ist eine kaputte infrarotkamera an der Ampelanlage. Quelle: leo
Vehlen

Der Grund für die langen Staus: „Ein Detektor an einer Ampelanlage war defekt“, erklärt Markus Brockmann, Leiter der zuständigen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln.

Die Behörde war von dieser Zeitung auf das Problem angesprochen worden – ist dem Hinweis nachgegangen, hat dann rasch reagiert und den Fehler beheben lassen. An der Kreuzung Bückeburger Straße/Ahnser Straße/Achumer Straße seien kleine Infrarotkameras neben den Ampelanlagen installiert, hieß es. „Diese Kameras beobachten eine ganz bestimmte Stelle auf der Fahrbahn. Wenn sie dort eine Wärmequelle ausmachen, bedeutet das, dass dort ein Auto steht“, erklärt Brockmann. „Sensoren erkennen dabei die Wärme der Motoren und beobachten die Stelle, an der in der Regel das dritte oder vierte Auto vor der Ampel hält“, erklärt der Behördenleiter. Nimmt die Infrarotkamera eine Wärmequelle wahr, gibt sie ein Signal an das Steuergerät weiter.

Grün für zehn Sekunden

Die Grünphasen an Ampeln würden mindestens zehn Sekunden dauern. „Wenn die Infrarotkamera aber erkennt, dass sich mehrere Autos vor der Ampel stauen, verlängert sich automatisch die Grünphase auf das Maximum – das sind ungefähr 30 Sekunden“, sagt Brockmann. Länger dürften die Grünphasen an Kreuzungen nicht dauern. „Sonst müssen die anderen Autofahrer, die dann Rotlicht haben, zu lange warten“, sagt Brockmann. Bei der Ampel in Vehlen sei eine Infrarotkamera kaputtgegangen. Aus diesem Grund habe die Ampel automatisch auf ein sogenanntes Grundprogramm umgeschaltet und nur noch zehn Sekunden lang Autos, die von Bückeburg kamen, durchgelassen. „Das hat den Stau ausgelöst“, sagt Brockmann.

Eine Spezial-Firma habe mit einem Hubwagen den Detektor getauscht und das Problem lösen können – nach Hinweisen aus der Bevölkerung und dieser Zeitung.

Totalausfall durch Unfall

Bei moderneren Ampelanlagen seien zusätzlich zu den Spezialkameras auch sogenannte Induktionsschleifen in der Fahrbahndecke verbaut, erklärt Brockmann. „Das bedeutet: In den Asphalt wurden Kabel gelegt, durch die Strom fließt. Wenn nun ein metallischer Gegenstand wie ein Auto über dem Kabel hält, dann ändert sich der Stromfluss – und das System erkennt, dass ein Fahrzeug vor der Ampel steht“, erklärt Brockmann das System. Wenn beide Systeme an einer Ampel installiert sind, müssten schon beide gleichzeitig ausfallen, damit lange Staus entstehen.

Bereits in der vergangenen Woche gab es ein Problem mit den Ampeln an der Kreuzung – sie waren total ausgefallen. Ein Unfall sei die Ursache gewesen, heißt es seitens der Landesbehörde. „Mit dem Ausfall der Infrarotkamera hatte das nichts zu tun“, stellt Brockmann klar. Die sei erst später kaputtgegangen. Warum genau – das ist noch unklar. leo