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Obernkirchen Ortsteile Hunderte Besucher beim Tag der offenen Tür im Klinikum Schaumburg
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Ortsteile Hunderte Besucher beim Tag der offenen Tür im Klinikum Schaumburg
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20:08 08.09.2019
Gute Stimmung beim Tag der offenen Tür des Klinikums Schaumburg. Quelle: hil
VEHLEN

Das umfangreiche Programm mit vielen Aktionen zum Mitmachen, Lernen und Erleben lockte viele junge Familien wie auch die ältere Generation.

Davon, dass sich im Klinikum Schaumburg seit dem Einzug in Vehlen Ende November 2017 viel getan hat, konnten sich am vergangenen Sonntag alle Interessierten überzeugen. Ab 11.30 Uhr gab es im halbstündlichen Rhythmus Filme oder Fachvorträge zu unterschiedlichsten Themen, wie „Patientenversorgung im Schockraum“, „Endoprothetik“, „Arthrose“, „Koronare Herzkrankheiten“, „Plastische Chirurgie“, „Gesundheit im Alter“ und „Geschichte der Schilddrüsenchirurgie“. Im Foyer des Klinikums zeigten sich zahlreiche Informationsstände der unterschiedlichen medizinischen Fachrichtungen und allerlei Aktionen, die sehr lehrreich waren.

Hinter den Kulissen der Anästhesie

Wer sich über die Arbeit der Mediziner vor Ort erkundigen wollte, hatte bei zahlreichen Führungen Gelegenheit. Zum Beispiel hinter den Kulissen der Anästhesie. Dort erklärte Dr. Karsten Wieczorek den Besuchern, wie wichtig „Erste Hilfe“ sei. Wenn man miterlebe, wie ein Mensch umkippe, keine Reaktion mehr zeige und offensichtlich Hilfe benötige, solle man einfach loslegen, so der Mediziner. Man brauche keine Angst davor zu haben, etwas falsch zu machen. „Die Wege im Landkreis sind mittlerweile weit geworden, und es dauert seine Zeit, bis professionelle Hilfe vor Ort sein kann. Darum ist für viele Menschen gerade die Erste Hilfe die lebensrettende Hilfe“, so Wieczorek.

Für viele Besucher spannend, gleichzeitig aber auch ein wenig gruselig war der Besuch eines OP-Raumes oder der Intensivstation. Dort, wo es häufig um Leben und Tod geht, stand das Fachpersonal bereit und erklärte anhand von „Dummies“ sehr geduldig, ausführlich, aber kurzweilig die unterschiedlichen Arbeitsweisen, Techniken und Arbeitsabläufe.

Auf der Intensivstation war auf Nachfrage eines Besuchers auch der derzeitige Mangel an Fachpersonal Thema. Derzeit sind zehn Intensivplätze belegt. Bei ausreichender Personalversorgung könnten allerdings wesentlich mehr Intensivpatienten betreut werden, hieß es. Das Gleiche gelte für die Überwachungsstation. Das Personal hoffe sehr auf baldige Änderung dieses Zustandes, da mittlerweile zu viele Zimmer leer stehen müssten, weil mit der derzeitigen Personalmenge eine volle Belegung nicht zu schaffen sei.

Vorführung der Werksfeuerwehr

Besonders die Vorführungen der Werksfeuerwehr, bei der die Rettung eines Verunfallten simuliert wurde, lockte die Besucher an. Gespannt und fasziniert beobachteten die Zuschauer, wie die Feuerwehrmänner einen Kleinwagen mit schwerem Gerät förmlich zerlegten, um an den verletzten Insassen zu gelangen. Anschließend zeigten die Rettungssanitäter des DRK-Rettungsdienstes Schaumburg ihre Aufgaben im Einsatz.

Pressesprecherin Jana Schwarz begründete das lehrreiche sowie immer spannende und interessante Programm: „Dieser Tag ist ein richtig gutes Beispiel für gute Zusammenarbeit. Jede Abteilung hat sich eingebracht und eigene Ideen umgesetzt. Ohne diesen Einsatz wäre der Tag nicht zustande gekommen. Das war richtig tolle Teamarbeit“, schwärmte Schwarz.

Tolles Haus mit tollen Menschen

Nicht zuletzt, weil auch schon negative Vorfälle im Klinikum für Aufmerksamkeit gesorgt haben, waren viele Besucher erfreut, die Gelegenheit für einen Blick hinter die Kulissen zu bekommen. So auch Ferdinand Meier aus Stadthagen: „Manchmal fragt man sich schon, was in diesen großen Kliniken alles passieren kann. Man liest ja viel. Aber nach diesem Tag bin ich wirklich sicher, dass hier jeder arbeitet, so gut er kann. In Zukunft mache ich mir keine Gedanken, wenn der Krankenwagen mich einmal nach Vehlen bringen sollte. Ein tolles Haus mit tollen Menschen.“ Von Anja Hillmann