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Obernkirchen Ortsteile Straße Am Freizeitzentrum wird nach Ernst-August Kranz benannt
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Ortsteile Straße Am Freizeitzentrum wird nach Ernst-August Kranz benannt
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18:58 10.09.2019
Wer hier künftig langgeht, wird auch an Ernst-August Kranz denken, denn die Straße Am Freizeitzentrum wird umbenannt. Quelle: rnk
Krainhagen

Beantragt hatte die Benennung einer Straße (oder die Umbenennung des Sportplatzes) Wilfried Bartels, der darauf verwiesen hatte, dass Kranz, der bis zur Gemeindereform 1974 mehr als 20 Jahre ehrenamtlicher Bürgermeister und Gemeindedirektor der damals selbstständigen Gemeinde Krainhagen war, sehr viel für den Ort geleistet habe.

Unter anderem habe Kranz in den siebziger Jahren den Bau der oberen Forststraße (K10) von der L442 bis zur Straße Am Freizeitzentrum und damit eine wichtige Verbindung in die damalige Kreisstadt Rinteln und ins Auetal durchgesetzt. Diese Forststraße, so schlug Bartels vor, sollte nun nach Kranz benannt werden.

Auch Hermann Albers (SPD) strich in der Sitzung des Ortsrates die Verdienste von Kranz deutlich heraus: Ortsbürgermeister bis 1996; der Bau des Sportplatzes, Mitbegründer des SV 45 und rund 40 Jahre lang dessen Vorsitzender; die Wasserleitung, für deren Bau nicht etwa teure Bagger angerückt seien, sondern die Bürger selbst zur Schaufel gegriffen hätten, was dem Ort viel Geld eingespart habe; der Bau der Schule; das Ortschaftshaus und dessen Nutzung, das Sport- und Freizeitzentrum. „Alles Meilensteine“, so der Ortsbürgermeister, die mit dem Namen von Kranz untrennbar verbunden seien.

Forststraße umzubenennen, wäre aufwendiger

Albers zeichnete das Bild eines beharrlichen Politikers, der sich ein halbes Jahrhundert politisch aktiv für seinen Ort eingesetzt habe. In den Fraktionen habe man sich daher geeinigt, die Straße Am Freizeitzentrum umzubenennen. Sie führe zum Freizeitheim und zum Sportplatz – zwei Projekte, die mit dem Namen von Kranz eng verbunden seien. Albers schlug zudem vor, eine kleine Tafel anzubringen, auf der Kranz kurz mit seinen Verdiensten vorgestellt werde.

Gegenüber einer Umbenennung der Forststraße hat die neue Lösung einen charmanten Vorteil: An der Straße zum Freizeitzentrum gibt es keine Anlieger, die sich über plötzlich falsch Adressen lautstark ärgern könnten, dort gebe es nur den TSV und die Berghütte, meinte Wolfgang Schmidt (CDU). Und einem möglichen neuen Pächter sei der Name der Straße wohl egal; die Forststraße umzubenennen, „wäre wesentlich aufwendiger“.

Projekt soll Angehörigen vorgestellt werden

Eine kleine Hintertür ließ sich der Ortsrat offen: Man will den Angehörigen von Kranz das Projekt vorstellen und um ihre Meinung nachfragen. Wenn die Angehörigen dies nicht wollten, so Schmidt, „dann sollten wir dies respektieren“. Damit spielte Schmidt auch auf die Vorgänge im März 2000 an, als Kranz mit der Stadt Obernkirchen und dem Stadtrat brach. Diesen Vorgang sollte man sich noch einmal anschauen (siehe Bericht unten auf dieser Seite). In der nächsten Sitzung des Ortsrates wird das Thema erneut auf der Tagesordnung erscheinen.

Antragsteller Wilfried Bartels war nach der Sitzung mehr als zufrieden: Der Ortsrat habe eine „bessere Lösung“ gefunden, ein kleines Schild mit erklärenden Ergänzungen sei eine gute Idee: „Wir leben in einer schnelllebigen Zeit, in der der Mensch rasch vergisst.“ Von Frank Westermann