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Obernkirchen Stadt 20. Obernkirchener Eiswette bei zehn Grad
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt 20. Obernkirchener Eiswette bei zehn Grad
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19:42 02.02.2020
Alle auf einmal: Bei der Übergabe der Schwimmreifen an Bernd Kirsch bevorzugt Matthias Ahlers die große Lösung. Quelle: rnk
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Und auch wenn der noch kommende Monatsrest Spuren von Winter enthalten kann: An diesem ersten Sonntag im Februar ist von Eis weit und breit nichts zu sehen; von einer Eisschicht, die einen Menschen trockenen Fußes von einem Beckenrand zum anderen tragen würde, mal ganz zu schweigen.

Das meiste also, was die Besucher der 20. Eiswette gestern erlebt haben, ist grau und nass und windig, die Wolken hängen tief. Und wer seinem Regenschirm einen Sonntagsauflug ins Freibad spendiert hat, muss ihn gut festhalten, denn ab und an huscht eine Bö durchs Tal, die den aufgespannten Regenschützer am liebsten mitgerissen hätte.

Augen zu und durch

Für den Förderverein Sonnenbrinkbad als Veranstalter stellen sich damit zwei Probleme: Das Unterhaltungs-Programm muss trotz des Wetters durchgezogen werden. Und: Allzu kurz darf es auch nicht ausfallen. Also: Augen zu und durch.

Dabei, so sagt es Oliver Schäfer als Vorsitzender des Fördervereins bei der Begrüßung der Gäste, sei das Wetter morgens beim Aufbau noch recht gut gewesen. Schäfer spricht von den „schlechtesten Außenbedingungen“, die bei einer Eiswette je geherrscht hätten – und das zum „20-Jährigen“.

Wasser ist viel zu warm

Über das Wetter klagt auch Marcus Reineke, der in seiner Freizeit dem Eisschwimmen huldigt. Zur Eiswette hat er Sportfreunde aus Hannover und Ostwestfalen mitgebracht, und praktisch veranlagt, wie sie halt sind, haben sie zwei Stunden vor der Wette einige Trainingsrunden im Freibad geschwommen. „Acht Grad“, sagt Reineke und zeigt auf das Becken. Das sei natürlich viel zu warm, aber das ziehe sich ja schon durch den ganzen sogenannten Winter: Egal, wo sie schwimmen und trainieren wollten, ob im Rintelner Doktorsee oder im Silbersee bei Hannover: So richtig kaltes Wasser gebe es in diesen Tagen, Wochen und Monaten nicht.

Mit einem Schwimmreifen durchs Becken

Und damit zur Eiswette: Zwei von jeweils drei Mitspielern müssen pro Team aufgeblasene Schwimmreifen für Kinder auf einem Gummisessel einmal durch das große Becken und wieder zurücktransportieren. Den garantiert trockenen und damit besten Teil der Eiswette haben dabei Olaf Dierking von der örtlichen Sparkasse und die SPD-Bundestagsabgeordnete Marja-Liisa Völlers erwischt, sie dürfen die Schwimmreifen aufblasen, das war’s.

Grundschüler als Jury

Moderator Giovanni Di Noto, der sich locker-flockig durch das Programm plaudert, ernennt kurzerhand zwei umherstehende Kinder im Grundschulalter zur fachkundigen Jury, für Marcus Reinecke und Matthias Ahlers als Leiter des hiesigen Rewe-Marktes beginnt anschließend der nasse Teil der Aufgabe: Sie müssen wirklich und wahrhaftig ins Wasser und die Reifen zum CDU-Bundestagsabgeordneten Maik Beermann und zum WIR-Kreisvorsitzenden Bernd Kirsch transportieren, die beide – von Neopren-Anzügen geschützt – auf den Gummisesseln noch 75 Meter paddeln müssen.

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Das Team Beermann, Dierking und Reineke gewinnt mit klarem Vorsprung, Beermann gönnt sich (und den Fotografen) noch ein Bild im Wasser. Fotos von einem Politiker, der baden geht, gehören ja in jedes gut sortierte Archiv.

Nur ein Viertel der sonst üblichen Besucher

Bei den Besuchern hat das schlechte Wetter zu großen Lücken geführt: Geschätzt ein Viertel der normalerweise dreistelligen Gästeschar ist dieses Mal dabei und trotzt zwei Stunden lang Wind und Wetter, und Schäfer spricht in seiner Verabschiedungsrede noch einen anderen Punkt an: Es werde immer schwieriger, prominente Schaumburger für diese Eiswette zu finden. Wer mitmachen möchte, möge sich doch bei ihm melden. Von Frank Westermann