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Obernkirchen Stadt Analyse des Kükenfestes: Wenig Werbung bei zu viel Konkurrenz?
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt Analyse des Kükenfestes: Wenig Werbung bei zu viel Konkurrenz?
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08:22 14.08.2019
Trotz der wenigen Besucher beim Kükenfest legen sich die Judoka der Raptors bei ihren Vorführungen ordentlich ins Zeug. Quelle: wk
Obernkirchen

Mit der Neuauflage des als Abschluss des Ferienspaßprogramms gefeierten „Kükenfestes“ hat der die Veranstaltung ausrichtende Verein Jugendring Obernkirchen an die Erfolge früherer Jahre anknüpfen wollen. Die Besucherresonanz fiel jedoch sehr mager aus: Am Nachmittag war das Fest mäßig frequentiert, am Abend kaum noch was los. Was ist schief gelaufen?

Es seien relativ wenige Besucher gekommen, resümiert Olaf Quest, der Vorsitzende des Kampfsportvereins Obernkirchen Raptors. Er hatte am Samstag zusammen mit jungen Judoka (Kinder und Jugendliche) den Nachmittag über diverse Judo-Übungen und -Kampftechniken auf dem Kirchplatz vorgeführt.

Termin ungünstig gewählt

Die Idee, solch ein Fest aufzuziehen, finde er super, und auch das Programm sei in Ordnung gewesen, betont Quest. Aber der angesetzte Termin sei wegen mehrerer zeitgleich stattgefundener Großveranstaltungen in Stadthagen (Pflastertrubel), Rinteln (Altstadtfest) und Rolfshagen (Feuerwehr-Zeltlager) eher ungünstig gewesen. Außerdem hätte man mehr Werbung machen können.

Warum die Besucherresonanz so verhalten war, darüber könne er nur spekulieren, meint Heiko Schaper, Stadtjugendwart der Freiwilligen Feuerwehr Obernkirchen. Die Brandschützer – genauer: die Ortsfeuerwehren Krainhagen und Vehlen – waren bei dem „Kükenfest“ mit einer gasbefeuerten Übungsbrandstelle vertreten, an der Kinder kleine Feuer löschen konnten.

Zu wenige Werbung für das Fest

Nach Schapers Empfinden ist seitens des Jugendringes wohl zu wenig Werbung für die Veranstaltung gemacht worden. Jedenfalls habe er im Vorfeld nur einmal in der Zeitung gelesen, dass das Fest geplant sei. Auch er hält die Konkurrenz durch den „Pflastertrubel“ in der Kreisstadt für eine mögliche Ursache.

Von Besuchern habe er gehört, dass für das „Kükenfest“ nicht richtig geworben worden sei, berichtet Frank Fuchs, Jugendkoordinator der Fußball-Jugendspielgemeinschaft Liekwegen/Obernkirchen, die bei der Veranstaltung einen Bratwurststand betrieben hatte. Er selbst hält es ebenfalls für möglich, dass die Konkurrenz durch die anderen Großveranstaltungen in der Region der Grund für die geringe Resonanz gewesen sein könnte.

Auf gute Idee aufbauen

Gleichwohl: Mit dem Jugendring zu arbeiten, mache Spaß, und beim „Kükenfest“ sei durchaus viel angeboten worden, so Fuchs. „Im Grunde ist das schon eine runde Geschichte, wenn sie denn besucht wird.“ Die Jugendspielgemeinschaft Liekwegen/Obernkirchen werde daher auch nächstes Mal wieder mitmachen.

„Schade, dass man die Leute nicht so erreicht hat mit dem Fest“, meint Dörte Worm-Kressin, die Vorsitzende des Vereins Kulturfenster Obernkirchen. Dieser betreibt das am Kirchplatz gelegene, als Kulturcafé ausgebaute historische Trafo-Haus, das während des „Kükenfestes“ extra geöffnet hatte.

Zu viel Konkurrenz

Auch Worm-Kressin ist der Meinung, dass zu wenig Werbung für das Fest gemacht worden sei. Ihrer Kenntnis nach sei die Situation allerdings die, dass sich der Jugendring derzeit neu organisiere, und – so mutmaßt sie: Vielleicht verfahre der noch neue Vorstand deswegen nach der Devise „Learning by Doing“.

Anja Kaltenbach, die stellvertretende Vorsitzende des Jugendringes Obernkirchen, teilt auf Nachfrage dieser Zeitung mit, dass sie die Besucherbeteiligung am Samstagnachmittag als gut empfunden habe. Abends sei die Besucherzahl allerdings zurückgegangen. Verantwortlich dafür macht sie zum einen die bereits erwähnten Konkurrenzveranstaltungen in Stadthagen und Rinteln, zum anderen aber auch eine zu kurzfristige Werbung für das „Kükenfest“.

Finanzielle Situation noch offen

Was die Zuständigkeiten betrifft, verweist Kaltenbach darauf, dass die Jugendring-Vorsitzende Claudia Heumann die Organisation des Festes übernommen habe – mit Unterstützung des neuen Jugendring-Mitarbeiters Nico Dehne. Zur Frage, ob sich das „Kükenfest“ für den Verein unterm Strich finanziell gerechnet habe und inwiefern dies gegebenenfalls von der Stadt Obernkirchen bezuschusst worden sei, dazu kann Kaltenbach nach eigenen Angaben keine Auskunft geben. Um diese Dinge kümmere sich ihr zufolge allein Heumann.

Ferner war von Kaltenbach noch zu erfahren, dass sie und Heumann vor rund einem Dreivierteljahr in den Vorstand des Jugendrings gewählt worden seien. Heumann allerdings sei auch schon davor Mitglied in dem Verein gewesen.

Trotz mehrfacher Bemühungen der Redaktion war Heumann nach dem „Kükenfest“ leider nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. von Michael Werk 

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