Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Obernkirchen Stadt Baubeginn frühestens in zehn Jahren
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt Baubeginn frühestens in zehn Jahren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:51 28.03.2019
Ortseingang Gelldorf: Die Umgehungsstraße soll den Verkehr der Bundesstraße 65 an Nienstädt vorbeilenken.
Anzeige
Gelldorf/Obernkirchen

Es ist eine hochkarätige Teilnehmerrunde gewesen. Vertreten waren die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, der Landkreis Schaumburg, die Samtgemeinde Nienstädt, die Stadt Obernkirchen und ihre Fraktionen sowie Mitglieder des Ortsrates Gelldorf. Das Thema: die geplante Umgehungsstraße.

Die Umgehungsstraße soll den Verkehr der Bundesstraße 65 an Nienstädt vorbeilenken. Der Anschluss an die B65 ist dann kurz vor Gelldorf geplant – in Höhe der Tankstelle. Die Anschlussstelle läge dann einige Hundert Meter hinter dem Abzweig nach Obernkirchen. Die Umgehungsstraße würde den Verkehr an dem Abzweig nach Obernkirchen vorbeisteuern. Dadurch werden die Verkehrsströme nach Gelldorf gelenkt, wo die Autos dann durch den Ort rollen, befürchten vor allem die Mitglieder des Ortsrates.

Anzeige

In der jüngsten Sitzung des Ortsrates fasst Ortsbürgermeister Andreas Hofmann das Gespräch kurz zusammen: Auf Basis der zuvor von ihm verteilten Historie, die den Zeitraum von August 2001 bis heute abbilde, so Hofmann, „wurde seitens der Obernkirchener noch einmal unterstrichen, dass die derzeit noch dargestellten Lösungen einer Anbindung der ‚B65 neu’ an die B65 nicht die Zustimmung der Obernkirchener Gremien fand und findet“.

Es gehe, so Hofmann weiter, bei dieser Positionierung nicht um das Projekt Umgehungsstraße selbst, sondern nur um diese Anbindung auf und an Obernkirchener und Gelldorfer Grund. Und: Wenn man sich seitens Nienstädt und Sülbeck um die Wohnqualität der B65-Anlieger Gedanken mache, dann stehe dies im Umkehrschluss auch den Bürgern der Bergstadt zu.

Begründet worden sei die Ablehnung mit den zu erwartenden neuen Verkehrsflüssen, erklärte Hofmann im Ortsrat: Diese seien nicht im Sinne einer gedeihlichen wirtschaftlichen Entwicklung, meinte er und verwies beispielhaft auf das Gewerbe an der Landesstraße 442 wie die Tankstelle. Auch werde befürchtet, dass die Wohnqualität in bestimmten Bereichen Obernkirchens deutlich abnehmen könnte; Hofmann nannte hier die Anlieger der B65 in Gelldorf, Lange Straße: „Beides aus Gründen, die ursächlich nicht in Obernkirchen liegen.“

Aktuell keine andere Lösung

Verständlicherweise, so Hofmann im Ortsrat, habe bei diesem Gespräch die Vertretung der Samtgemeinde Nienstädt ihre bekannte Position noch einmal dargestellt und am Realisierungswunsch festgehalten.

Es sei auch deutlich geworden, dass aktuell keine andere Lösung gesehen werde und Anpassungen und Optimierungen nur noch im Detail erwartet würden, zog Hofmann Bilanz: „Wer eine machbare bessere Lösung finde, möge sich gern melden.“

Seitens der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr sei dargestellt worden, dass es für einen weiteren Fortgang noch „kein grünes Licht“ gebe. „Selbst wenn dem so wäre, wäre frühestens in zehn Jahren Baubeginn“, so Hofmann. Dabei sei heute noch völlig offen, welchen Status die aktuelle B65 bekomme. Es sei noch nicht klar, ob es eine Landes- oder eine Kreisstraße werde. Zu erwarten sei „aber bestimmt nicht der einer Bundesstraße“, meinte Hofmann.

Damit sei auch der Träger möglicher Rückbaukosten der gegenwärtigen B65 offen.