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Obernkirchen Stadt Behinderten- und Senioren-Beirat diskutiert neue Wohnformen
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt Behinderten- und Senioren-Beirat diskutiert neue Wohnformen
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21:31 18.12.2018
Die Nachfrage nach barrierefreien Wohnungen steigt – auch in Obernkirchen.
Die Nachfrage nach barrierefreien Wohnungen steigt – auch in Obernkirchen. Quelle: dpa
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OBERNKIRCHEN

Niedrige Geburtenzahlen und eine immer älter werdende Gesellschaft, zählte Herrmann auf, denen auf der anderen Seite steigende Mieten, wachsende Nebenkosten und zu wenig bezahlbarer Wohnraum gegenüberstehen würden. Ältere Menschen oder Behinderte würden sich barrierefreie Wohnungen wünschen, in denen sie auch im Alter „in vertrautem Umfeld“ leben könnten. Während viele ältere Menschen allein in einem Ein-Familien-Haus leben würden, wären auf der anderen Seite junge Familien auf der Suche nach neuen und bezahlbaren Wohnungen, so Herrmann.

Mehr Sozialwohnungen gefordert

Damit steht Herrmann, der zugleich Vorsitzender des Obernkirchener Sozialverbandes ist, nicht allein. Auch der Landesverband Niedersachsen des Sozialverbandes hatte in diesem Monat Alarm geschlagen und mehr Sozialwohnungen gefordert: In Niedersachsen würden etwa 110.000 bezahlbare Wohnungen fehlen, habe die Fachtagung „Wohnung ist ein Menschenrecht!“ in Hannover deutlich gemacht. Bei der Veranstaltung der Landesarmutskonferenz (LAK) diskutierten mehr als 100 Betroffene, Experten und Interessierte über die aktuelle Wohnungsnot.

In einer abschließenden Erklärung fordert die LAK, die Förderung des sozialen Wohnungsbaus massiv auszuweiten. Vorrangige Empfänger der Fördermittel sollten öffentliche Wohnungsunternehmen und Genossenschaften sein. Darüber hinaus müsse das Land auch wieder bezahlbare Wohnungen für Normalverdienende anbieten. Gerade Familien mit mittleren Einkommen würden zu viel für eine Sozialwohnung verdienen, aber zu wenig, um sich eine familiengerechte Wohnung zu marktüblichen Konditionen leisten zu können.

Probleme, die auch Herrmann nicht fremd sind. 35 Prozent aller Menschen über 65 Jahre würden alleinstehend leben, erklärte er im Beirat: „Tendenz steigend.“ Es würden kleine Wohnungen benötigt, die aber nicht angeboten würden.

Der Beirat will 2019 nun Experten zu Wort kommen lassen, gedacht ist da an Mitglieder der Handelskammer oder der Architektenkammer, „die detailliert und fachgerecht berichten“, wie es der Vorsitzende formulierte: „Wir müssen das Thema in Angriff nehmen.“ Von Frank Westermann