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Obernkirchen Stadt Das plant Bildhauer Bernhard Männel für das Symposium in Obernkirchen
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Das plant Bildhauer Bernhard Männel für das Symposium in Obernkirchen

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19:55 02.09.2021
Die Haare trägt er mittlerweile doch ein kleines bisschen kürzer: Bernhard Männel ist zum zweiten Mal auf einem Symposium in der Bergstadt, sein Werk wird einen nachtaktiven Jäger darstellen.
Die Haare trägt er mittlerweile doch ein kleines bisschen kürzer: Bernhard Männel ist zum zweiten Mal auf einem Symposium in der Bergstadt, sein Werk wird einen nachtaktiven Jäger darstellen. Quelle: pr
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Obernkirchen

Bernhard Männel ist ein Mann, der eins zu sein scheint – mit der Natur. Mit seiner Natur. Steine zu bearbeiten, ist eine Kunstform, die er für sich Schritt für Schritt im Tun erkannt hat. Heute gibt es die Sandsteinwerkstatt in Dresden Loschwitz, denn seit 2005 hat sich der 56-Jährige komplett der Steinbildhauerkunst verschrieben.

In den 1980ern startete Männel zunächst im Beruf des Zootechnikers. Er kaufte ganz klassisch ein Haus und begann mit dem Ausbau seiner vier Wände und der Gestaltung des Gartens. Beeindruckt von den unzähligen kreativen Möglichkeiten Steine und Pflanzen als Raum zu gestalten, beschloss er, einen zweiten Beruf zu lernen und den Meister zum Garten- und Landschaftsgestalter zu machen.

Zerbrochenem Stein neues Leben einhauchen

So zeigte sich mehr und mehr, dass die Bildhauerkunst seine große Leidenschaft ist. „Ich war fasziniert von der Möglichkeit, aus alten, zerbrochenen Sandsteinen mit Hammer und Meißel schöne und ansehnliche Dinge zu gestalten und so dem alten, unbrauchbar gewordenen Stein mit meiner geschaffenen Figur wieder Leben einzuhauchen“, sagt Männel. Die Arbeit am Stein sei ein langwieriger und interessanter Prozess und immer wieder aufs Neue eine Herausforderung.

Bevor es los geht, setzt sich Männel mit den unterschiedlichsten Themen auseinander, bekommt eine Idee, eine Vision oder ein Gefühl. Dann beginnt er zu arbeiten, fertigt Skizzen und Zeichnungen an, sucht einen Stein aus und bearbeitet ihn. „Ich schlage Stück für Stück vom harten Stein ab und höre erst auf, wenn es geschafft ist, die Skulptur mit der Vorstellung übereinstimmt, möglicherweise inzwischen auch in abgewandelter Form. Schließlich kommen ständig neue Einflüsse dazu“, erklärt er seine Kunst. Die Steinbildhauerkunst ist für ihn ein Stück Lebensweg.

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Besonders reizt ihn die Arbeit mit unregelmäßig gebrochenen Sandsteinstücken oder Altmaterial – denn das Unperfekte, rege seine Fantasie besonders an. „Oft sehe ich die neue Form schon im Stein und beginne zu arbeiten. Durch das Abschlagen des Steins, entstehen wieder neue Formen und Ideen, die mich gleichermaßen inspirieren und motivieren, für das Spiel mit Formen und Strukturen, Höhen und Tiefen, mit Harmonischem und Gegensätzlichem, so wie im Leben“, sagt der 56-Jährige. Das Arbeiten am Stein sei für ihn eine Art Meditation. Formen und Figuren im rohen Stein entdecken, Strukturen einarbeiten, die bereits da sind, das ist seine größte Freude.

Damals abstrakt, heute gegenständlich

In Obernkirchen hat er vor drei Jahren beim Symposium teilgenommen, damals hat er ein eher abstraktes Werk geschaffen, dieses Mal wird seine Kunst gegenständlich ausfallen, an seinem Arbeitsplatz entsteht eine wahrhaft große Eule. 2018, erzählt Männel, habe er eine kleine Eule zum Symposium mitgebracht, die Resonanz war recht überwältigend. Drei Ideen hat er für das diesjährige Symposium eingereicht, die Wahl der Jury fiel dann auf den nachtaktiven Jäger.

Zwei Wochen ist Männel in der Bergstadt, zwei Wochen, die er selbst als Urlaub betrachtet, „Seelen-Urlaub“, sagt er. Sicher, die Arbeit mit dem Sandstein ist nicht leicht, es ist teilweise harte Arbeit, aber es ist ja eine Arbeit, die er sich einteilen kann, „niemand treibet mich“, meint er, „abgesehen von dem Druck, den ich selbst aufbaue.“

Einen Punkt möchte er im Pressegespräch noch ansprechen, er ist Männel wichtig. Alle Künstler würden hier von den Helfern und Ehrenamtlichen auf dem Samtkissen der Gastfreundschaft über das Symposium getragen, die Anerkennung und Wertschätzung, die jeder Künstler von ihnen erfahren, „die ist einfach unfassbar. Einfach großartig“, sagt er. Von Sandra Walschek