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Obernkirchen Stadt Das hat die Stadt Obernkirchen mit dem Sonnenbrink-Restaurant vor
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt Das hat die Stadt Obernkirchen mit dem Sonnenbrink-Restaurant vor
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07:57 30.10.2019
Das ehemalige Restaurant am Sonnenbrink könnte die Stadt Obernkirchen künftig zur Kinderbetreuung nutzen.
Das ehemalige Restaurant am Sonnenbrink könnte die Stadt Obernkirchen künftig zur Kinderbetreuung nutzen. Quelle: rnk
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Obernkirchen

Könnte eine Kindergartengruppe das demnächst leer stehende Sonnenbrink-Restaurant nutzen? Diese Idee steht im Raum, der Bedarf ist da.

Nach der Kündigung des bisherigen Pächters muss der Förderverein Sonnenbrinkbad, der das Gebäude von der Stadt gepachtet hat, einen neuen Interessenten für Restaurant und Saal suchen. Ob der gefunden werden kann, steht in den Sternen. Im Gastronomie-Bereich sind gute, zuverlässige Pächter mit einem überzeugenden Konzept ein rares Gut.

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Bestehendes Eigentum statt Grundstückkauf

Die Überlegung der Stadt geht etwa in diese Richtung: Bevor ein Grundstück gekauft werden muss, das dann bebaut wird, schaut man sich lieber erst einmal an, was man schon sein Eigen nennt. „Umbau statt Zuwachs“, hatte Bürgermeister Oliver Schäfer im Fachausschuss gefordert.

Zum 1. April 2020 sind bis auf wenige Ausnahmen alle Kindergartenplätze vergeben. Weiterhin liegen noch Anmeldungen vor, die nicht berücksichtigt werden können. Den Hort verlässt zum Jahresende nur ein Kind – es liegen aber 14 Anmeldungen vor.

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Zu viele Anmeldungen, zu wenig Plätze: Angebot soll erweitert werden

Eine Erweiterung des Kindergartenangebotes müsse in Angriff genommen werden, waren sich im Fachausschuss Politik und Verwaltung einig. Eine Möglichkeit böte sich im Obergeschoss der Kita in Krainhagen. Aber, so der Tenor, auch andere in Betracht kommende Liegenschaften sollten geprüft werden.

Dazu zählt das Haus oberhalb der Badeanstalt: Im Restaurant-Gebäude könnten drei Gruppen – Hort und Regelkindergruppe – unterkommen.

Restaurant nur eine Möglichkeit

„Es gibt durchaus Bedarf“, erklärte Jörg Hake als Vorsitzender der SPD/WIR-Gruppe im Stadtrat. „Wir sind in einer Prüfungsphase.“ Das Restaurant-Gebäude sei aber nur eine Möglichkeit. Immerhin sei die Immobile ja nicht für eine Nutzung im Kindergarten-Bereich gebaut worden. Konkrete Vorschläge, so Hake, würden seitens der Verwaltung noch nicht auf dem Tisch liegen.

Für die Fraktion der Grünen kann sich die Vorsitzende Christina Steinmann grundsätzlich mit dem Gedanken anfreunden, das Ex-Restaurant für die Kinderbetreuung zu nutzen: waldnah, mitten in der Natur. „Warum nicht?“, fragte sie. „Das ist doch ein guter Ansatz.“

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Auch skeptische Blicke auf Pläne

Deutlich skeptischer war dagegen Dirk Rodenbeck: „So einfach ist es nicht.“ Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende sagte, man müsse sich „das schon im Detail anschauen“. Auch er wies darauf hin, das Gebäude sei bei seiner Planung für eine Kinderbetreuung „weder gedacht noch angelegt“ worden.

Und, nicht zu vergessen: „Was sagt der Brandschutz?“. Man müsse sich mit der Frage befassen, wo Kinder betreut werden könnten, sagte Rodenbeck, aber man müsse auch aufpassen, dass bei einem Umbau die Kosten nicht aus dem Ruder liefen.

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Jugendzentrum als Alternative? Teurer Umbau nötig

Immer wieder genannt wird bei der Frage nach einer möglichen Nachnutzung im Bereich der Kindergartenbetreuung auch das Jugendzentrum (Juz), das nach einem Umzug an den Bornemann-Platz frei wäre. Eine entsprechende Betriebserlaubnis würde es aber erst erhalten, wenn zuvor für viel Geld umgebaut und saniert wird.

Im Rathaus hat man deshalb die Juz-Variante erst einmal auf Eis gelegt. Doch ganz vom Tisch sei sie nicht, wie Bürgermeister Schäfer gegenüber der Redaktion erklärt. Das Jugendzentrum scheide aufgrund des Zeitablaufs beim Umbau des ehemaligen Aldi-Gebäudes am Bornemann-Platz aus – aber eben nur vorläufig. Schäfer: „Man muss sehen, was die Zukunft uns an weiteren Aufgaben bei der Betreuung von Kindern noch so beschert.“

Angeschaut, so Schäfer, habe man sich auch das bis zum Neubau genutzte Haus der Zeugen Jehovas, denn es stehe zum Verkauf. „Allerdings passen die baulichen Voraussetzungen nicht“, so der Bürgermeister. Der Preis wäre aber „schon interessant gewesen“. Von Frank Westermann