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Obernkirchen Stadt Das steht mal fest: „Der letzte Wagen ist immer ein Kombi“
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt Das steht mal fest: „Der letzte Wagen ist immer ein Kombi“
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19:08 27.12.2010
Der Tod ist ja schon ernst genug, da darf ein Ratgeber durchaus einen lockeren Ton anschlagen, findet Volker Rethmeier. Der Obernkirchener hat jetzt ein Buch rund um die letzte Ruhestätte verfasst (kleines Bild).

Obernkirchen (rnk). So jedenfalls hat Volker Rethmeier sein Buch genannt, das im Wagner Verlag erschienen ist und im Untertitel „Die letzte Ruhestätte – Wissen von A-Z“ heißt. Es ist ein ernst gemeinter, aber nicht im ernsten Ton geschriebener Ratgeber von jemandem, der sich in der Materie „rund ums Sterben“ auskennt. Volker Rethmeier ist als Stadtangestellter Herr der städtischen Friedhöfe und hat in dieses Buch rund zwölf Monate harte Arbeit investiert.

Eigentlich sollte es nur eine Informationsbroschüre werden, ein kurzer Wegweiser, was bei der richtigen Wahl zur letzten Ruhestätte zu beachten ist – egal, ob man selbst bestimmten möchte, wo man sie findet, ob man dies den Angehörigen oder doch dem Zufall überlässt.

Der Titel lässt es vermuten: Rethmeier schlägt einen locker-flockigen Ton an, der erstaunlich gut zum ernsthaften Inhalt passt. Das ist durchaus gewollt, vielleicht senkt es die Hemmschwelle, sich mit dem eigenen Tod zu befassen. Rethmeier weiß ja, wovon er spricht: Seit 20 Jahren ist er Friedhofswärter in der Bergstadt, rund 2500 Bestattungen hat er mit seinen Kollegen durchgeführt. „Den trauernden Angehörigen direkt nach dem Tod eines geliebten Menschen das Nutzungsrecht an einer Grabstelle zu verkaufen“, erklärt er, „das ist eine sehr sensible Aufgabe.“

In diesem Moment, da kann er erklären, was er will, aber viel hängen bleibt nicht. Und dann hat er später immer wieder gehört: „Hätten wir das damals mit der Grabstätte besser verstanden, hätten wir uns doch für eine andere Grabstelle entschieden.“ Schnell kam für ihn die Erkenntnis, dass die Angehörigen es um ein Vielfaches einfacher hätten, wenn man sich schon zu Lebzeiten informiert und darüber spricht, wie man sich seine letzte Ruhestätte vorstellt. Rethmeier hat den Stoff rund um die letzte Ruhestätte bewusst einfach und verständlich verfasst, und da der Inhalt nicht unbedingt zum Jubeln ist, so schreibt er in seinem Vorwort, hat er bei den Fotos auch keine allzu düsteren ausgewählt, sondern eher witzige wie den Sensenmann in jungen Jahren oder das Cover, das gut verdeutlicht, wie sich der Obernkirchener dem Thema nähert: Es zeigt eine Bananenschale.

Was im Film Slapstick ist, kann im Leben der letzte Tritt sein. „Wenn man 20 Jahre mit dem Tod zu tun hatte, dann sieht man das halt etwas lockerer“, schreibt er. Vieles, was er in seinem Fachbuch schreibt, kann vom Leser umgesetzt werden, etwa der Kauf einer Grabstätte schon zu Lebzeiten. Rethmeier blickt auch gern über den beruflichen Tellerrand und liefert noch ein paar amüsante Anekdoten rund um den Tod: Zeitungsberichte, die von besonders skurrilen Arten erzählen, diese Welt zu verlassen.

Aber Rethmeier hat noch einen guten Rat: „Leben Sie erstmal Ihr Leben, alles andere kommt später.“ Und dann vielleicht ja auch noch gut organisiert.

Zu erhalten ist der Ratgeber, der 128 Seiten umfasst und 14,80 Euro kostet, beim Autor selbst: www.volkerrethmeier.de; beim Wagner-Verlag, Telefon (0 60 51) 9 77 9 9 00, und im Buchhandel, die ISBN lautet: 978-3-866 83-922-9.

Und wie es sich für einen Autor gehört, wird es auch eine Lesung geben. Am Donnerstag, 13. Januar, um 18.30, wird Rethmeier seinen Ratgeber vorstellen und daraus vortragen. Wo? In der Friedhofskapelle Obernkirchen, wo sonst? Der Eintritt ist natürlich frei, frühes Erscheinen sichert bekanntlich die besten Plätze. Und die schwarze Kleidung und die Trauermiene können getrost zu Hause bleiben.