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Obernkirchen Stadt Städtepartnerschaft: Das verbindet La Flèches und Obernkirchen
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt Städtepartnerschaft: Das verbindet La Flèches und Obernkirchen
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14:55 05.06.2019
Symbolträchtig: Unter den Fahnen der Städte, der Staaten und der EU wird das Jubiläum feierlich begangen. Quelle: pr.
Obernkirchen

Es war keine Rekordzahl, aber sie war nahe dran: 144 Bergstadt-Bürger sind in die Partnerstadt La Flèche gefahren, um dort mit den französischen Gastgebern und Freunden das Jubiläum zu feiern: Die Partnerschaft besteht seit einem halben Jahrhundert.

La Flèches & Obernkirchen: So kam die Städtepartnerschaft zustande

La Flèches Bürgermeister Guy-Michel Chauveau erinnert in seiner Rede an die ersten Kontakte zwischen den beiden Städten, bereits 1965 gab es die ersten Schüleraustausche. 1969 wurde der Partnerschaftsvertrag unterzeichnet, „der uns verpflichten sollte, für die Entwicklung der Brüderlichkeit zwischen unseren beiden Völkern mit voller Kraft einzustehen“, sagte Chauveau: „Seither sind die Kontakte nie unterbrochen worden.“

Rückblickend seien die Partnerschaft und der damals unterzeichnete Vertrag „mit regelmäßigen Begegnungen belebt worden, auf institutionellen, sportlichen und kulturellen Gebieten und durch die Vereine. Was Gäste und Gastgeber zudem eine, sei „unsere nun gemeinsame Vorliebe für das Boulespiel und das Bier“, scherzte Chauveau.

Darum ist dem Bürgermeister die Europäische Union so wichtig

Jeder könne feststellen, dass die Beziehungen zwischen den beiden Städten sowie zwischen den beiden Staaten dauerhaft seien. Die Europäische Union, so Chauveau, werde oft kritisiert, und „alles, was sie macht, ist vielleicht nicht immer gut“, aber da sich zurzeit die USA zurückziehen und China immer mächtiger werde und aufgrund der Bevölkerungsexplosion in Afrika, „müssen wir unbedingt geeinigt sein, um stark zu bleiben“.

Eine fest aufgebaute Freundschaft sei unzerstörbar. Alles sei möglich, „wenn Völker sich gut kennen, wenn sie sich schätzen, wenn sie miteinander kommunizieren und zusammen an gemeinsamen Interessen arbeiten, besonders an der Freundschaft und am Frieden“, schloss Chauveau.

Von euch etwas erfahren, von uns etwas erzählen

Eine Städtepartnerschaft sei ein Bekenntnis, führte Bergstadt-Bürgermeister Oliver Schäfer anschließend aus: „Wir wollen etwas von euch erfahren, und wir möchten euch etwas über uns erzählen.“ Das galt vor mehr als 50 Jahren, als sich Menschen aus La Flèche und Obernkirchen das erste Mal begegneten, „und das gilt natürlich auch heute“, betonte Schäfer.

Mehr zur Partnerschaft

„Die Gründe hierfür mögen sich mittlerweile verschoben haben, aber die Absicht dahinter ist immer noch die richtige.“ Damals hätten beide Länder die Wunden des letzten Krieges langsam schließen und überwinden wollen, so Schäfer.

Das steckte ursprünglich hinter den Städtepartnerschaften

Ziel sei gewesen, dass in Europa nie wieder ein Krieg entstehe, deshalb sollten sich die Menschen untereinander kennenlernen, strich er heraus: „Dieser Ansatz ist erfolgreich gewesen. Wir haben weit mehr als 70 Jahre Frieden in Mitteleuropa. Grenzen sind gefallen, und neue Nationen sind entstanden. Sie haben sich der Idee des gemeinsamen Europas angeschlossen.“

Doch nach der Euphorie vor knapp 30 Jahren sei nun oftmals die Gemeinsamkeit sehr gering geworden. In Europa scheine sich aktuell der Geist der Zusammenarbeit und des Zusammenlebens der Staaten zu verändern: „Deshalb sind unsere lebendigen Beziehungen weiterhin wichtig, vielleicht aktuell noch viel mehr als noch vor wenigen Jahren.“

Mehr Jugendliche als sonst pflegen die Freundschaft

Schäfer sah, wie zuvor auch Chauveau, positiv in die Partnerschafts-Zukunft: Nach dem letzten Besuch 2018 hätten zahlreiche Bürger ihr Interesse an der Städtepartnerschaft entdeckt und einige von ihnen seien dieses Mal mit dabei, auch die Jugendgruppe sei deutlich größer geworden.

Und wenn man ganz genau hinsehe, so Schäfer am Schluss, dann erkenne man, dass es stets das Ziel über die Städtefreundschaft hinaus gewesen sei, die Menschen zu verbinden: „Und das ist nun seit 50 Jahren gelungen.“ Denn die Vorväter hätten damals „gute und richtige Entscheidungen“ getroffen, so Schäfer: Man sollte für ihre Ideen und Vorstellungskraft sehr dankbar sein und deren Vision erhalten. von Frank Westermann