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Obernkirchen Stadt Die Glockner-Könige frönen dem Mountainbike-Sport
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20:57 15.11.2013
Jeden Donnerstagabend hält die mit ehemaligen Hobby-Bergsteigern gemixte Mountainbike-Clique ihren Stammtisch im „Restaurant Am Sonnenbrink“ ab. Zum 300. Treffen haben sie sich selbst einen kleinen, von drei Kerzen gekrönten „Jubiläumskuchen“ mitgebracht, während das Gastronomenpaar Thomas (Fünfter, von rechts) und Manuela Hose das Mahl spendiert hat. Quelle: wk
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Obernkirchen

Obernkirchen. Mit dabei waren Uwe Prior und Hans Förster, mit denen er seinerzeit unter Anleitung des Kursleiters erste Kletterversuche in den Ithklippen unternahm. Später wurden auf eigene Faust auch die Wände des bei Steinbergen gelegenen Messingsberges und andere Gipfel wie die des „Wilden Kaisers“ und des „Großvenedigers“ (beide in Österreich) erklommen. Klar, dass sie damals auch in den Deutschen Alpenverein eingetreten waren, um bei Touren in höhergelegeneren Gefilden dessen Hütten zur Übernachtung zu nutzen.

Inzwischen haben die drei ihre Bergsteigerausrüstung zwar an den Nagel gehängt und sind zu Mountainbikern „mutiert“. Dem Alpenverein indes sind sie treu geblieben. Und immer noch treffen sie sich mit Freunden einmal pro Woche zu einem aktuell zehn Mitglieder zählenden Stammtisch, um Unternehmungen zu planen. Statt senkrecht nach oben geht es heute mehr in die Fläche, wobei sie in den vergangenen Jahren aber auch schon viele beeindruckende Alpenpässe mit ihren Mountainbikes bezwungen haben. So in Österreich den – bis zur Gipfelspitze 3800 Meter messenden – Großglockner, das auf der österreichisch-italienischen Grenze liegende Himmelsjoch (1800 Höhenmeter) und das Stilfser Joch, den höchsten Gebirgspass Italiens (2757 Meter). Im Bayerischen Wald, im Allgäu, im Sauerland und im Harz sind sie ebenfalls schon unterwegs gewesen.

Dabei geht es der Clique, die jüngst ihren 300. Stammtisch im „Restaurant Am Sonnenbrink“ gefeiert hat, nachdem von ihr früher andere Lokalitäten für die Treffen angesteuert worden waren, nicht darum, Höchstleistungen zu vollbringen: „Bei unseren Touren stehen Gemeinschaftserlebnis und Sport im Vordergrund und nicht der Wettbewerb untereinander“, erklärt Stuckert. Gleichwohl bleiben bei den Unternehmungen Anstrengungen nicht aus. Die Hochalpenstraße des Großglockners hatten sie im Sommer 2009 mit sechs Mann bei zwölf Grad Celsius und Nieselregen in Angriff genommen, berichtet Andreas Poser aus Levesen. Mit jedem der 2600 Höhenmeter, den sie dem Pass näher kamen, waren die Temperaturen gesunken. Zudem hatte sich der Regen in Schneefall verwandelt. Oben auf dem Berg zeigte das Thermometer gerade mal noch ein Grad über null und aus dem Schneefall hatte sich ein Schneesturm entwickelt. Verständlich, dass sich die sechs zunächst mit Tee und Kaffee am Ofen eines am Gebirgspass gelegenen Berggasthofes aufwärmen mussten, bevor sie die Abfahrt ins Tal antraten. Nebeneffekt der strapaziösen Bergauffahrt: „Wenn man da mit dem Fahrrad hochkommt, darf man sich ,Glockner-König‘ nennen“, verrät Stuckert – und lacht.

 Derlei „Fernreisen“ stehen nicht immer auf dem Programm. In der Regel absolviert die Clique Mountainbike-Touren im und um das Schaumburger Land. Ausgangspunkt ist – ebenfalls allwöchentlich – die Bückeburger Kneipe „Minchen“, von der aus sie sonntags um 14 Uhr starten. Die Ausfahrten dauern zwischen drei und vier Stunden. Langweilig wird es nie: Auch wenn man meint, die Heimat gut zu kennen, habe man „schon viele schöne Ecken“ entdeckt, resümiert Stuckert. Anschließend wird noch ins „Minchen“ eingekehrt, denn eine Stärkung für die nächste Tour muss sein. wk