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Obernkirchen Stadt Giftköder ausgelegt?
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt Giftköder ausgelegt?
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20:43 10.05.2017
Norma Neitsch hat sich große Sorgen um „Strolch“ gemacht, nachdem dieser an einem Weg Wurststückchen gefressen hatte.  Quelle: wk
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OBERNKIRCHEN

Wie Neitsch feststellte, handelte es sich um eine in circa einen Zentimeter dicke, halbierte Scheiben geschnittene Fleischwurst. Der Vehlenerin kam dieser Fund sofort „komisch“ vor, zumal keine Brotscheiben oder andere Dinge danebenlagen, die hätten vermuten lassen, dass hier jemand einfach nur sein „Frühstück entsorgt“ hat. Daher kam ihr der Gedanke, dass es sich möglicherweise um einen vergifteten Köder für Hunde halten könnte.

Neitsch holte sich den Rat einer Tierärztin

„Blitzartig“ lief Neitsch mit ihrem Hund nach Hause, von wo aus sie mit einer Tierärztin telefonierte, um einen Rat einzuholen. Die in Obernkirchen ansässige Veterinärmedizinerin bestellte „Strolch“ daraufhin sofort in ihre Praxis ein. Dort wurde dem Yorkshire-Terrier ein Brechmittel gespritzt, da dieser die verschluckten Wurststückchen wieder auswürgen sollte. Rund eine Viertelstunde dauerte es, bis sich das Tier mehrfach erbrach.

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„Und da sah man, dass er eine Menge Fleischwurst gefressen hatte“, berichtet Neitsch. Anschließend habe die Tierärztin dem Hund noch ein Medikament gegen das Unwohlsein injiziert, und – da „Strolch“ in dieser Tierarztpraxis ein „Herzpatient“ ist – auch noch eines zur Stabilisierung seines Kreislaufes. Zusätzlich muss der Hund insgesamt eine Woche lang Kohletabletten einnehmen, die etwaige im Darm noch verbliebene Giftstoffe neutralisieren.

Die restlichen Wurststücke landeten im Müll

Wie sie selbst, habe auch die Tierärztin den Verdacht geäußert, dass irgendjemand an dem Feldrand Giftköder ausgelegt hat, sagt die Vehlenerin. Deshalb sei sie noch an demselben Abend zu der besagten Stelle am Rapsfeld zurückgekehrt, um die dort liegen gebliebenen, restlichen Wurststücke vorsichtshalber einzusammeln und im Müll zu entsorgen. Zudem postete sie ihr Erlebnis auf Facebook, um andere Hundebesitzer, die im Obernkirchener Stadtgebiet unterwegs sind, zu warnen.

Eine andere plausible Erklärung als die, dass ein „Hundehasser“ Giftköder ausgelegt hat, habe sie nicht, betont Neitsch. Als „Leckerli“ seien die Wurststückchen nämlich zu groß gewesen. Es sei denn, da geht einer „mit fünf Doggen spazieren“, an die er „gleich eine ganze Fleischwurst verfüttert“. Und wenn jemand eine in Scheiben geschnittene Wurst für sich selbst als Proviant mitgeführt und dann verloren haben sollte, verliere man diesen doch nicht hinter dem Grasstreifen am Rand des Rapsfeldes, sondern auf dem Weg.

Ergo bleibt laut Neitsch im Grunde eben nur die Variante mit den Giftködern – ausgelegt von einem Menschen, der sich vielleicht daran stört, dass neben dem Fußweg hier und da ein paar „Hundeköttel“ im Gras liegen. Bleibt noch zu erwähnen, dass „Strolch“ nach der Brechmittel-Therapie inzwischen „wieder gut drauf“ ist. wk