Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Obernkirchen Stadt Kinderhilfsprojekt: Raptors Obernkirchen gewinnen Zukunftspreis
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt Kinderhilfsprojekt: Raptors Obernkirchen gewinnen Zukunftspreis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:45 25.09.2019
Ausgezeichnet: Konstantin Ernst (stellvertretender Vorsitzender der Raptors Obernkirchen, von links), Jurymitglied Wolfgang Speyer, Raptors-Jugendsprecherin Nele Quest und Raptors-Chef Olaf Quest. Quelle: pr.
Obernkirchen

Bei der Verleihung des deutschen Zukunftspreises haben die Obernkirchen Raptors erneut für bundesweite Beachtung gesorgt.

Mit ihren Kinderhilfsprojekten belegten sie bei diesem Wettbewerb unter dem Motto „Alle Kinder in den Sportverein“, bei dem die Unterstützung von Kindern mit erschwerten Zugangsbedingungen im Mittelpunkt stand, einen beachtlichen zweiten Platz.

Raptors sind kleinster Verein - und doch ganz vorne mit dabei

Besondere Beachtung fand, dass es sich bei den Obernkirchenern um den kleinsten Verein im diesjährigen Wettbewerb handelte.

Beworben hatten sich die Raptoren, die laut Laudator Jürgen Stein von der Sportjugend Berlin im Gegensatz zu ihrem Namen so gar nicht furchterregend sind, mit einem zweisäuligen Hilfsprogramm.

Wofür wird der Judo-Verein ausgezeichnet?

Zum einen ebnen sie Kindern aus der Jugendhilfe einen Weg in den Vereinssport, indem sie intensiv mit Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe zusammenarbeiten und zum Teil in den Einrichtungen selbst mit Judo-Angeboten aktiv werden. So werden die Kinder dort abgeholt, wo sie leben und die Hemmschwellen für regelmäßiges Sporttreiben abgebaut.

Gewürdigt wurde die besondere Herausforderung, die sich durch die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen der Jugendhilfe ergibt.

Als zweite Säule widmen sich die Raptors den finanziellen Problemen ihrer Mitglieder. Die Initiative startete mit dem Beginn der Flüchtlingswelle von 2015, als zunächst Flüchtlingskinder mit einer Judo-Grundausstattung versehen werden konnten. Unterstützt von der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung wurde dieses Programm bald auf alle Vereinsmitglieder ausgeweitet.

Jedes Kind soll in Sportvereinen mitmachen können

Ziel ist es, dass finanzielle Probleme in den Elternhäusern in keinem Fall ein Hindernis für die Teilnahme am Vereinssport sein dürfen. Mittlerweile profitieren fast zehn Prozent der minderjährigen Mitglieder der Raptors auf die eine oder andere Art von der finanziellen Unterstützung des Vereins.

Die Preisverleihung in Frankfurt am Main fand im Rahmen des Netzwerktreffens „Kinderrechte im Sport“ der Deutschen Sportjugend statt. Bereits im Vorfeld hatte es bei der mittlerweile siebten Auflage des alle zwei Jahre vergebenen Zukunftspreises eine Veränderung im Auswahlprozess gegeben.

Casting: Zehn Projekte stellen sich der Jury

Im Rahmen eines zweitägigen Castings mussten sich die zehn zuvor von der Jury ausgewählten besten Projekte 2019 noch einmal in einer persönlichen Vorstellungs- und Befragungsrunde auf Herz und Nieren prüfen lassen. Erst im Anschluss an diese zweite Runde wurde die endgültige Rangfolge der Top-Projekte festgelegt.

Die soziale Kraft, die speziell im Judosport stecken kann, durften die Obernkirchener dann nicht nur im Vorstellungsvideo, sondern auch live während der Veranstaltung präsentieren. Während einer 15-minütigen Einlage demonstrierten Olaf Quest und seine Tochter Nele die eher unbekannten Aspekte des Sports, wie Kata (festgelegte Bewegungsformen im japanischen Kampfsport) und partnerunterstützende Übungsformen, die die soziale Verantwortung der Übenden schulen sollen.

Diese Demonstrationen fanden beim anwesenden Fachpublikum großen Anklang, da ein Großteil der Zuschauer Judo bisher nur in seiner Wettkampfvariante wahrgenommen hatte und im Anschluss die starke soziale Kraft dieses Sports besser einschätzen konnte.

Lesen Sie auch:
Auszeichnung durch den Bundespräsidenten? Raptors Obernkirchen reisen nach Berlin