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Obernkirchen Stadt Klärschlamm: Obernkirchener Rat stimmt für WWE-Anlage
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt Klärschlamm: Obernkirchener Rat stimmt für WWE-Anlage
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22:39 25.09.2019
Symbolbild Quelle: dpa
Obernkirchen

In ihm sammeln sich die Abfallprodukte unserer Zivilisation wie Schwermetalle, Arzneimittelrückstände und Mikroplastik. Die Schadstoffe können bis ins Grundwasser gelangen. Die Zeit für eine umweltverträgliche Lösung drängt, denn Städte und Gemeinden sind gesetzlich zur Phosphorrückgewinnung in ihren Anlagen verpflichtet. Das kommunale Versorgungsunternehmen Westfalen Weser Energie (WWE) will in großem Stil Klärschlamm verbrennen und aus der Asche Phosphor gewinnen. Geplant ist, dass die eigene Anlage 2022 in Betrieb geht. Darin soll der Klärschlamm der 54 Gesellschafter aus Ostwestfalen-Lippe und Südniedersachsen verbrannt werden.

Stadt ist bei WWE beteiligt

Hier kommt die Stadt ins Spiel, denn Obernkirchen ist mit einem Prozent an WWE beteiligt. Der Rat hat nun beschlossen, dass man den von WWE eingeschlagenen Weg unterstützen werde, nur die Grünen und Heinrich Struckmeier (CDU) enthielten sich. Struckmeier begründet seine Enthaltung damit, dass WWE eine Tochtergesellschaft gründen wolle, die wiederum bis zu 70 Prozent der Geschäftsanteile an einen oder mehrere Kooperationspartner übertragen könne. „Und wer das sein wird, das wissen wir nicht“, meinte er.

Dass WWE hier ein neues Geschäftsfeld aufbauen wolle, hatte Bürgermeister Oliver Schäfer schon im Fachausschuss dargelegt – und darauf verwiesen, dass nicht nur WWE die Verbrennung von Klärschlamm samt Phosphorrecycling plane, auch die Stadtwerke Bielefeld wollten über eine Tochterfirma ins Geschäft einsteigen und ab 2021 eine spezielle Verbrennungsanlage bauen. Schäfer verwies im Rat noch einmal auf die Metallgewinnung. „Phosphor ist auf dieser Welt endlich“, und so mancher Kommune stehe das Klärschlamm-Problem buchstäblich bis zum Hals. Dem Stadtrat stelle sich daher die Frage, ob die WWE-Gruppe ins Klärschlammentsorgungskonzept einsteigen dürfe; mit dem Stimmenanteil der Stadt.

Zweifel an Nachhaltigkeit

Thomas Stübke von den Grünen äußerte Zweifel an der Nachhaltigkeit des Konzeptes und erklärte, dass eine lokale Verwertung sinnvoller sei.

Wilhelm Mevert (SPD) sprach mit Blick auf die WWE-Pläne von einem „sinnvollen Verfahren“, man habe ja den Klärschlamm zu entsorgen. Und wenn der Klärschlamm nicht mehr auf den Feldern entsorgt werden dürfe, dann müsse man ja auf ein Verfahren zurückgreifen können, um ihn anders zu entsorgen.

Kein Zeitdruck

Man habe doch gar keinen Zeitdruck, meinte Mevert. „Die Anbieter ziehen durch die Lande und stellen das Konzept vor“, daher solle sich WWE mit dem Thema auseinandersetzen und der Obernkirchener Politik das Konzept vorstellen: „Es geht wirklich nur darum, dass wir unser Okay geben, damit sich WWE mit der Problematik auseinandersetzen kann.“

Das sahen elf Ratsmitglieder ähnlich, sie stimmten mit Mevert dem Verwaltungsvorschlag zu.

Von Frank Westermann