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Obernkirchen Stadt Mehr Power für die Feuerwehr
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt Mehr Power für die Feuerwehr
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17:23 01.08.2019
In der Integrierten Regionalleitstelle in Stadthagen laufen die Notrufe auf. Quelle: Von Leonhard Behmann
Obernkirchen

Künftig werden bei Bränden und Unfällen in der Bergstadt mehr Feuerwehren als bisher ausrücken. „Wenn es in Zukunft in Obernkirchen brennt, kommen statt nur einer Feuerwehr gleich drei Wehren“, sagt Stadtbrandmeister Volker Schramm.

„Das ist nötig, weil tagsüber nicht genug Frauen und Männer einsatzbereit sind“, erklärt der Stadtbrandmeister, denn: Viele Ehrenamtliche würden arbeiten und können dann nur schwer oder gar nicht zu Einsätzen ausrücken.

„Wer gerade in der Firma nicht weg kann, auf Kinder aufpassen muss oder weiter weg arbeitet, kann während dieser Zeit nicht in Obernkirchen ein Feuer löschen“, erklärt Schramm. Die sogenannte Tagesverfügbarkeit stelle in allen fünf Obernkirchner Wehren ein Problem dar. Aus diesem Grund habe er die sogenannte Alarm- und Ausrückeordnung, in der geregelt ist geändert, wer in welchem Fall eingesetzt wird.

Gibt es beispielsweise einen größeren Brand in Obernkirchen, dann rücken zwischen 6 Uhr und 18 Uhr die Feuerwehren Obernkirchen, Krainhagen und Röhrkasten aus. Bislang kam nur die Feuerwehr Obernkirchen.

Zwar hätten auch die Feuerwehren Krainhagen und Röhrkasten Probleme mit der Tagesverfügbarkeit. „Zusammen sind wir aber stark“, sagt Schramm. So gäbe es dann auch genug Atemschutzgeräteträger. Brennt es in Gelldorf, wird die Ortswehr ab sofort von der Feuerwehr Vehlen unterstützt.

Bei einem Unfall mit eingeklemmten Opfern rückten die Feuerwehren Obernkirchen und Gelldorf gemeinsam aus. „Sie haben das technische Equipment“, erklärt der Stadtbrandmeister. Auch bei Brandmeldeanlagen bei besonderen Objekten wie Altenheimen, Schulen oder dem Klinikum würden mehrere Feuerwehren ausrücken. Bei kleineren Bränden müssten jedoch nicht mehrere Feuerwehren alarmiert werden. „Bei einem Mülltonnenbrand müssen ja nicht gleich drei Feuerwehren kommen“, sagt Schramm.

Nachts wie bisher

In der Nacht würde alles beim Alten bleiben. Dann seien genug Freiwillige in den Wehren verfügbar. Mitglieder suchen die Feuerwehren in der Bergstadt aber weiterhin. „Viele Menschen wissen gar nicht, dass der Brandschutz in Obernkirchen ausschließlich durch Freiwillige sichergestellt wird“, sagt Schramm. Sie seien in dem Irrglauben, es gäbe eine Berufsfeuerwehr und sie müssten sich deshalb nicht ehrenamtlich in der Freiwilligen Feuerwehr engagieren.

Ein Problem sei aber auch, das nur wenige Nachwuchs-Brandschützer der Feuerwehr treu bleiben. Viele würden sich für ein Studium entscheiden und deshalb aus Obernkirchen wegziehen, heißt es seitens der Feuerwehr Krainhagen, die gemeinsam mit der Wehr in Röhrkasten eine Jugendfeuerwehr gebildet hat. Stadtweit sähe das nicht anderes aus, sagt Schramm.

Von Leonhard Behmann