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Obernkirchen Stadt Mit anderen Augen sehen
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt Mit anderen Augen sehen
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21:15 04.05.2017
Frisches Blut können Spurensucher immer gebrauchen: Beate Barenthin mit dem Spaziergangs- Poster von Bad Eilsen. Quelle: mig
OBERNKIRCHEN

Das Projekt „Spurensuche“ gibt es seit Anfang 2000. Seither wurden mehr als 2500 Kulturdenkmäler aus dem Landkreis Schaumburg erfasst, analysiert und beschrieben. Aktuell hat die Arbeitsgemeinschaft (AG) mehr als 150 ehrenamtliche Helfer. „Wir können aber immer frisches Blut brauchen“, sagte Barenthin. Bisher hat die AG 41 Poster mit historischen Ortsspaziergängen und 16 Poster zu historischen Sachthemen herausgegeben. Sämtliche Ergebnisse werden in eine Datenbank eingespeist, die im Internet unter spurensuche.schaumburgerlandschaft.de/geoportal.php eingesehen werden können.

Kerngedanke des Projekts ist die Überlegung, dass jede Landschaft unvergleichliche Kulturdenkmäler hervorbringt. „In jedem Landkreis gibt es bestimmte Dinge, die es so in anderen Landkreisen nicht gibt“, ist Barenthin überzeugt. Diese Denkmäler will das Projekt erfassen und exemplarisch vorstellen.

Erfassung ist wichtig

Das Spektrum reicht dabei von Gartengrotten über Grenzsteine bis hin zu Hofeinfahrten, die es Referentin Barenthin angetan haben. „Immer, wenn ich in Nordsehl an den Einfahrten vorbeifahre, freue ich mich wieder darüber.“ Leider sei nicht allen Bürgern bewusst, dass man es dabei mit Kulturdenkmälern zu tun habe. „Da können Ausstellungen wie die in der Info-Galerie oder Vorträge helfen, ein Bewusstsein zu schaffen, damit die Leute diese Dinge mit anderen Augen betrachten.“

Noch ein Aspekt sei wichtig: „Durch die Erfassung können wir genau sagen, ob etwas weggekommen ist, und darauf aufmerksam machen.“ Positiv sei die Erfassung auch für Bauherren, die sich so zuvor informieren könnten, ob ein Objekt erhaltenswert ist. Darüber hinaus hätten auch die Ämter ein Interesse: „Etwa wenn es um die Verbreiterung einer Straße geht.“

Obernkirchen hat viel zu bieten"

Im zweiten Teil ihres Referats stellte Barenthin dann die „Historischen Ortsspaziergänge“ vor, die sich längst zu einem Selbstläufer entwickelt hätten. „Viele Leute kommen auf uns zu und fragen, ob wir nicht einen Ortsspaziergang für ihren Ort erstellen könnten“, so Barenthin. Das sei grundsätzlich zwar möglich, „die Druckkosten müssen aber von der Gemeinde beziehungsweise der Stadt übernommen werden“. Immerhin: Alles andere passiert auf ehrenamtlicher Basis. „Vielleicht wird es ja auch für Obernkirchen mal einen Spaziergang geben – wir würden uns jedenfalls freuen.“

Als Beispiel führte Barenthin dann den Ortsspaziergang von Bad Eilsen an. Themen sind beispielsweise die Schwefelquellen („eil“ heißt Sumpf), damals bekannte Augenärzte und die Kleinbahn, die Kurgäste aus Bückeburg heranschaffte. Der zweistündige Spaziergang soll „Lust darauf machen, der Historie im Detail nachzugehen und sich das ein oder andere Mal genauer anzuschauen“.

Ob Obernkirchen auch einmal einen „Historischen Spaziergang“ bekommt? Barenthin kann sich das durchaus vorstellen: „Obernkirchen hat viel zu bieten, der Sandstein ist beispielsweise um die Welt gegangen.“ Es müsse auch nicht unbedingt ein großes Poster sein: „Wir bieten auch einen kleinen Flyer an – da sind die Druckkosten nicht so hoch.“ mig