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Obernkirchen Stadt Mühlenteich in Obernkrichen ausgetrocknet - Sind die Rohre Schuld?
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt Mühlenteich in Obernkrichen ausgetrocknet - Sind die Rohre Schuld?
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09:07 28.08.2019
Das haben sich Architekt und Bauherr sicherlich anders vorgestellt: Vor dem Altenwohn- und Pflegeheim „Beeker Mühle“ fehlt im Mühlenteich das Wasser. Wo und wohin es versickert, ist völlig unklar. Quelle: rnk
Obernkirchen

Auf den Plänen des Architekten hat es sicherlich wunderbar ausgesehen: Eine Sonnenterrasse vor dem Altenwohn- und Pflegeheim „Beeker Mühle“, die direkt in den Mühlenteich hineinragt: Mehr Idylle im Herzen der Stadt geht kaum. Die Realität haben sich nun die Mitglieder des Bauausschusses angeschaut: Der Mühlenteich wirkt eher wie eine Schlammkloake, es fehlen fast zwei Meter Wasser. Anscheinend ist der Teich undicht.

Zwar gehöre der Teich zum Wohnheim, sei also nicht im Besitz der Stadt, aber man habe durchaus Interesse an diesem Teich, erklärte Bürgermeister Oliver Schäfer beim Außentermin. Er diene als Wasserreservoir für die Feuerwehr, die Stadt wolle ihn daher „unbedingt behalten“. Vor gut zehn Jahren sei der Mühlenteich breit ausgebaggert worden, dabei, so vermute er, könnte der Untergrund beschädigt worden sein.

Rohre ohne Plan

Bei der Ursachenforschung für den Wasserverlust sprach Schäfer kurz die alten Rohre unter dem Teich an, die sich auf keinem Plan fänden. „Niemand weiß, wohin sie laufen und in welchem Zustand sie sich befinden.“ Auch das Klima als mögliche Ursache führte Schäfer kurz an, schließlich laufe heute deutlich weniger Wasser den Bückeberg hinab als noch vor Jahren.

Gespeist wird der Teich von Hühnerbach und vom Oberflächenwasser. „Es ist eine sehr komplizierte Lage, in der das Wasser in den Teich geführt wird“, formuliert es Schäfer. Die Stadt habe jetzt Gespräche mit dem Eigentümer des Teiches geführt, auf beiden Seiten bestehe großes Interesse, das Wasser unter der Sonnenterrasse im Teich zu halten.

Teich bei Starkregen vollgelaufen

Zweimal sei der Teich abgedichtet worden, sagt Schäfer, ohne dass sich etwas ergeben habe. Allerdings könne er durchaus schon immer undicht gewesen sein, nur sei das nicht weiter aufgefallen, weil stets mehr Wasser reingeflossen als versickert sei. Bei den beiden Starkregen der vergangenen Wochen sei der Teich jedenfalls vollgelaufen, sagte Schäfer. „Das ist auch nicht verwunderlich, denn hier kommt eine ganze Menge Wasser zusammen.“

Nicht nur beim Hühnerbach ist die Quelle fast versiegt, mit entsprechenden Folgen für den Bachlauf. Aber auch in seiner Fortsetzung sehe es nicht gut aus, so Wilhelm Mevert (SPD). Nach einer kurzen Rohrstrecke tritt der Hühnerbach nach dem Mühlenteich als Beeke wieder an die Oberfläche, und diese Beeke „war noch nie so trocken, weil das Wasser hier versickert“. Für Mevert lag der Handlungsauftrag auf der Hand: Den gefüllten Mühlenteich weiterhin für das Löschwasser vorhalten und daher abdichten; auch, damit das Wasser wieder durch die Beeke fließt.

Deckschicht verletzt?

Thomas Stübke sprach sich dafür aus, erst einmal einen Überblick zu gewinnen und die Ströme, die sich hier treffen, grob zu skizzieren. „Damit wir wissen, was passiert.“ Gemessen werden sollte über mehrere Monate, schlug das Mitglied der Grünen vor.

Schäfer selbst brachte ein Fachbüro ins Gespräch, und Mevert erinnerte an früheres Vorgehen: Einst habe man den Teich mit Lehm abgedichtet, vielleicht sei die alte Deckschicht bei den letzten Arbeiten verletzt worden. Nach dem nächsten Starkregen, wenn der Teich voll sei, solle daher geprüft werden, wie schnell das angesammelte Wasser wieder verschwinde.

„Er liegt nicht auf unserem Grund und Boden“, meinte Schäfer noch. CDU-Ratsherr Heinrich Struckmeier griff diesen Satz auf: „Aber er ist unser Anliegen.“ von Frank Westermann