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Obernkirchen Stadt Neuer Pastor in Obernkirchen
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17:24 12.01.2020
Quelle: rnk
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Obernkirchen

Klöcker erhält eine ganze Stelle, von der drei Viertel für Obernkirchen vorgesehen sind, ein Viertel seiner Arbeitszeit soll er im Auetal unterstützend helfen.

Mit 16 Jahren ist er in Syke einem Kirchenchor beigetreten, über die Musik fand er in die Gemeinschaft und ist so in die Gemeinde „hineingewachsen“, wie er sagt, und neben der Musik gab nach dem Abitur der Zivildienst später den Ausschlag zum Studium der Theologie: Der neunmonatige Zivildienst, sagt er, habe diesen Wunsch verstärkt und „ausgebildet“. Er habe damals bei der Arbeiterwohlfahrt viel mit älteren Menschen gearbeitet, und das habe viel Spaß gemacht.

Schon eingearbeitet

Im Vikariat hat er sich eingearbeitet: Antrittsbesuche, Gottesdienste, Beerdigungen, Konfirmandenarbeit, Taufen. „Das Kerngeschäft“, sagt Klöcker, „ich gebe gerne Konfirmandenunterricht, und ich feiere gerne Gottesdienste.“ In die Bergstadt kommt er aufgrund der vakanten Stelle nach dem Abschied von Herbert Schwiegk, aber ein gewisses Mitspracherecht habe er schon gehabt, so Klöcker: „Ich wollte in eine Kleinstadt. Und Obernkirchen ist eine Kleinstadt.“ Und er hatte sich ein großes Team gewünscht, mit dem er arbeiten kann. Auch das werde er in Obernkirchen vorfinden, ist er sich sicher: Gemeinsam Projekte planen, gestalten und durchführen, das mag er.

Horizonterweiterung in Japan

Ein Semester war er durch sein Studium-Programm in Japan, und diese vier Monate betrachtet er rückblickend als „enorme Horizonterweiterung“. Der Aufenthalt habe ihm deutlich vor Augen geführt, „wie wichtig interreligiöser Dialog ist, um Vorurteile abzubauen, voneinander zu lernen und Gemeinsamkeiten zu entdecken“. Klöcker: „Das war sehr spannend und auch notwendig.“ Außerdem habe es ihn „sehr gereizt, in ein Land einzutauchen, in dem das Christentum in der Minderheit ist“.

Japan habe er als „tiefreligiöses Land“ empfunden, in dem die Bewohner beispielsweise während der Mittagspause zum Beten in den Tempel oder in den Schrein gehen würden. Als Außenstehender sei gut zu erkennen, dass sich dort Tradition und Religion stark vermischen würden. „Man lernt neue Menschen kennen, die sich anders verhalten, und lässt sich auf eine neue Kultur ein“, sagt er; Erfahrungen, die er gerade mit Blick auf seinen späteren Beruf als Gemeindepastor schon damals wertschätzte.

Jugendliche für den Glauben begeistern

Seine Hobbys haben viel mit Musik zu tun: Er spielt Gitarre und ein bisschen Klavier, und er hat in Chören gesungen, „in sehr, sehr vielen“, sagt er. Fahrrad fährt er übrigens auch recht gern. Dann kann die neue Stelle also kommen? „Aber ja“, sagt Klöcker, „ich habe richtig Bock auf diese Gemeinde. Ich habe richtig Lust, alles, was ich gelernt habe, weiterzuführen und außerdem Neues auszuprobieren.“

Und während sich draußen das letzte Tageslicht grußlos in einen verfrühten Feierabend verabschiedet, dreht sich das Pressegespräch im Café noch kurz um die Kirche an sich – speziell in einer immer schneller hetzenden Zeit. „Jugendliche“, sagt Klöcker, „sind auf der Suche.“ Und auch das sieht er als seine Aufgabe: „Jugendliche für den Glauben zu begeistern“; für eine Kirche, die – neben aller Traditionen – auch laut und bunt und schrill sein dürfe. Er sagt es so: „Für eine Kirche, die Spaß macht.“ Frank Westermann