Obernkirchen: Protestbewegung Maria 2.0 fordert Reform der katholischen Kirche
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Obernkirchen Stadt Reform der katholischen Kirche gefordert: Protestbewegung Maria 2.0 schlägt in Obernkirchen sieben Thesen an
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Obernkirchen: Protestbewegung Maria 2.0 fordert Reform der katholischen Kirche

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09:07 22.02.2021
Auch an der Tür von St. Josef wurde am Sonntag ein Thesenplakat aufgehängt.
Auch an der Tür von St. Josef wurde am Sonntag ein Thesenplakat aufgehängt. Quelle: pr
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Obernkrichen

Bei der bundesweiten Thesenanschlag-Aktion Maria 2.0 wurden auch in Obernkirchen Plakate aufgehangen. Auf ihnen werden die beklagten Missstände benannt und der Gegenentwurf für eine – aus Sicht der Kritiker – zukunftsfähige Kirche formuliert. Gefordert wird Aufhebungdes Pflichtzölibates.

„Angemahnt wird eine geschlechtergerechte Kirche mit dem Zugang für alle Menschen zu allen Ämtern sowie die Aufklärung, Verfolgung und Bekämpfung der Ursachen von sexualisierter Gewalt. Darüber hinaus wird eine wertschätzende Haltung gegenüber selbstbestimmter, achtsamer Sexualität eingefordert sowie die Aufhebung des Pflichtzölibates“, teilt dazu eine im Bistum Hildesheim aktive „Maria 2.0“-Gruppe in einer Presseinformation mit.

Demnach ist der Termin für die jetzige Aktion bewusst so gewählt worden, dass dieser kurz vor der virtuellen Vollversammlung der Deutschen Bischöfe liegt, die in dieser Woche vom 23. bis 25. Februar tagt. Denn es sei notwendig, dass die Deutsche Bischofskonferenz endlich beginne, sich ernsthaft mit den in der katholischen Kirche notwendigen Reformen auseinanderzusetzen und den Willen zu Veränderungen durch Taten zu bezeugen.

Aktivistin bringt Thesenpapier an

In Obernkirchen hat die „Maria 2.0“-Aktivistin Manuela-Maria Schneider ein Thesenpapier an der St.-Josef-Kirche angebracht. Sie sei enttäuscht, dass sich die katholische Kirche nicht weiterentwickele, begründet die 57 Jahre alte Krainhägerin ihre Motivation. Den Umgang der katholischen Kirche mit den in den vergangenen Jahren bekannt gewordenen Fällen sexuellen Missbrauches an Kindern, die von Geistlichen verübt worden sind, beispielsweise empfindet sie als „verlogen“.

Der Zölibat und nicht zuletzt die fehlende Gleichberechtigung der Frau sind ihren Worten nach ebenfalls Anschauungen, die ihr zufolge inakzeptabel sind. 

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Sich selbst bezeichnet Schneider im Gespräch mit dieser Zeitung als Christin – ob katholischen oder evangelischen Glaubens sei ihr diesbezüglich nicht wichtig: „Ich habe da meine eigene Meinung.“ Zudem ist von ihr zu erfahren, dass sie vor einigen Jahren eine Wahlperiode lang Mitglied des Pfarrgemeinderates der katholischen Kirchengemeinde St. Josef Obernkirchen gewesen ist. Letztere gehört seit dem Jahr 2008 als Filialkirche der Pfarrei St. Marien Bückeburg an.

Thesenplakate von „Maria 2.0“ sind nach Information von Manuela-Maria Schneider auch an anderen katholischen Kirchen im Schaumburger Land aufgehängt worden, und zwar in Bückeburg, Stadthagen, Bad Nenndorf, Rodenberg, Haste/Hohnhorst, Lauenau, Lindhorst und Rehren/Auetal.

von Michael Werk