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Obernkirchen Stadt Schaut auf diese Stadt
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt Schaut auf diese Stadt
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20:10 26.05.2017
Ein Aussichtspunkt mit Weitsicht: Karin Förster blickt auf der Ratshaustreppe ins Land hinaus. Quelle: mig
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Obernkirchen

Obernkirchen hat auf kleinem Raum so viel zu bieten – das hat mich immer schon fasziniert“, sagt Hanke, die selbst vor einigen Jahrzehnten „zugezogen“ ist.

Start der Führung war der alte Bahnhof, wo der sogenannte Fahrtag für reges Treiben sorgte. Das Ehepaar Seidel (Veltheim) nutzte die Gelegenheit, um sich die Bergstadt einmal aus der Nähe anzuschauen, wie Peter Seidel ausführte: „Wir sind bisher immer nur durchgefahren und haben gesehen, dass es hier sehr schön ist.“ Für ihn und seine Frau war das Grund genug, sich der Gruppe von Hanke anzuschließen. Etwas anders war das bei Karin Förster, die früher in Gelldorf gelebt hat. Sie wolle einmal schauen, was sich in Obernkirchen alles verändert habe, sagt Förster. „Und das kann man am besten im Rahmen einer Stadtführung, wenn man von einer kundigen Person begleitet wird.“

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 Hanke lässt sich diese Steilvorlage natürlich nicht entgehen. Die Stadtführerin erzählt, dass sie selbst überrascht gewesen sei, wie viel Geschichte auf dieser kleinen Fläche passiert ist. „Mir haben Teilnehmer immer wieder bestätigt, wie spannend Obernkirchen und seine Geschichte ist.“ Nach dieser kurzen Einleitung legt Hanke los.

 Sie erzählt vom regen Treiben, dass es hier, am alten Bahnhof, gegeben habe. Von den Maiden der Landfrauenschule, von Bergarbeitern, den Glasbläsern. Und von der industriellen Blütezeit, die Obernkirchen bis heute prägt. „Diese Blütezeit ist vor allem vom Sandstein, der Glasindustrie und dem Bergbau getragen worden“, berichtet Hanke. Die Spuren davon sind bis heute erhalten geblieben: etwa im Haus Bergfrieden, in dem früher das Bergamt untergebracht war. Eine andere Spur führt zur katholischen Kirche, die 1910 eröffnet worden ist. Diese Kirche wurde erbaut, weil in dieser Zeit immer mehr Katholiken nach Obernkirchen kamen.

Substanz wird immer schlechter

Hinter der Kirche befindet sich ein weiteres spannendes Objekt – das alte Amtsgericht. Dort sind sogar noch die Zellenfenster zu sehen. Im Haus selbst soll es eine gusseiserne, verzierte Treppe geben. „Es wäre schön, wenn dieses Gebäude restauriert würde“, findet Hanke. Allerdings sei dort in den vergangenen Jahrzehnten nur wenig passiert, sodass die Substanz immer schlechter werde.

 Zum Gebäude der Post gegenüber hat Hanke eine besondere Beziehung. Sie hat selbst mehr als 25 Jahre bei der Post gearbeitet. „Ich musste mir viele Hundert Straßen merken.“ Das komme ihr jetzt als Stadtführerin zupass: „Ich hab ein gutes Gedächtnis und kann mir Sachen gut merken.“ Nach einem Blick auf den „Sonnenhof“ und die Stiftskirche geht’s weiter Richtung Marktplatz. Hanke erläutert die schönen Bildhauer-Arbeiten und zeigt den Besuchern das Geburtshaus von Dr. Oetker. „Der Oetker?“ „Ja, der Oetker!“ „Der ist hier geboren worden?“ Ist er!

 Ein ganz besonderes Bonbon hat sich Hanke für den Schluss der Führung aufgehoben. Zusammen mit den Teilnehmer marschiert sie hinter das Rathaus-Gebäude und erklimmt dann die hohe Feuertreppe. Von dort oben lässt sich weit ins Land hinunterblicken. Lahde, Nienburg, Minden – ein tolles Panorama. Diesen Ort haben auch die meisten Obernkirchener noch nicht besucht. mig