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Obernkirchen Stadt So kämpft der Bauhof gegen die Hitzewelle
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20:16 07.08.2018
Heike Blaue versorgt mehr als hundert Bäume in ganz Obernkirchen mit Wasser. Quelle: leo
Obernkirchen

Bei schweißtreibenden Temperaturen von weit über 30 Grad Celsius ist Heike Blaue mit ihrem Wasser-Tankwagen in Obernkirchen unterwegs. Ihr Auftrag: Blumen, Sträucher und Stadtbäume gießen. „Bei der Trockenheit ist das auch dringend nötig“, sagt Bauhofleiter Karl Harting.

2.000 Liter Wasser für 112 Bäume

Der Tag von Blaue beginnt früh morgens um 5 Uhr mit dem Betanken des Lastwagens. Der gelbe Wasserbehälter auf der Ladefläche des Bauhof-Lkw fasst 2.000 Liter. Voll betankt startet Blaue ihre Tour durch Obernkirchen und die Dörfer.

Allein 112 Bäume muss die Bauhof-Mitarbeiterin mit Wasser versorgen. „Jeder Baum bekommt rund 100 Liter Wasser“, sagt Blaue, während sie an der Friedrich-Ebert-Straße einen gelben Schlauch in das Hochbeet hält.

Das Wasser fließt aus dem Tank, versickert sofort in der staubtrockenen Erde. Nur Straßenbäume werden gewässert. „Diese Bäume können nur sehr wenig Wasser aufnehmen, weil der Boden zugepflastert ist“, erklärt Blaue.

Auch Parks könnten bald bewässert werden müssen

In den Parks sei die Situation eine andere. Deswegen müssten dort noch keine Bäume künstlich bewässert werden. Wenn die Trockenheit jedoch länger anhält, müssten auch diese Bäume gegossen werden. „Tritt dieser Fall ein, würde der Bauhof das alleine nicht mehr schaffen. Wir müssten bei der Feuerwehr um Hilfe bitten“, sagt Bauhofleiter Harting.

Aber nicht nur die Bäume bekommen von Heike Blaue Wasser. Auch die Staudenbeete, Blumenampeln und Hochbeete steuert sie an.

Seit gut sechs Wochen geht das nun schon so – an jedem Arbeitstag aufs Neue. Um einmal alles zu gießen, braucht die Bauhofmitarbeiterin gut anderthalb Wochen. Hat sie alles einmal gegossen, geht wieder alles von vorne los.

Arbeit muss aufgeteilt werden

Blaue schließt eine spezielle Wasserlanze an den Schlauch an und wirft die Pumpe am Lastwagen an. Diese ist nötig, um die Blumenampeln in der Höhe gießen zu können. Seit Montag müssen nun auch die Beete entlang der Straßen gegossen werden – zu viel Arbeit für Blaue allein.

Deshalb bekommt sie seit Anfang der Woche Unterstützung von einem Kollegen, der einen zweiten Tankwagen fährt.

Der Sommer sei schon extrem, sagt Harting. „Wir gießen doppelt so viel wie in einem normalen Sommer.“ Pro Schicht spitzt Blaue bis zu 8000 Liter Wasser an die Pflanzen. Wie viel Wasser insgesamt seit Beginn des Einsatzes verbraucht wurden, weiß Harting nicht genau.

"Ein schöner Landregen wäre gut"

Der Aufwand würde sich aber lohnen. „Keine der Pflanzen, die begossen werden, ist vertrocknet. Würden wir nicht gießen, würden die Bäume und Sträucher schon eingegangen sein“, sagt Harting.

Der Bauhofleiter hofft auf baldigen Regen. „Ein schöner Landregen wäre gut“, sagt er. Zu viel Regen in kurzer Zeit dürfe aber auch nicht fallen.

„Bei Starkregen kann der harte ausgetrocknete Boden das viele Wasser in der kurzen Zeit nicht aufnehmen. Dann müssten wir weitergießen“, sagt Harting.

von Leonhard Behmann