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Obernkirchen Stadt So lief das Corona-Halbjahr an der IGS Obernkirchen
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So lief das Corona-Halbjahr an der IGS Obernkirchen

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19:30 21.07.2020
Die IGS ist nach Darstellung der didaktischen Leiterin Karoline Tietjen bislang gut durch die Corona-Krise gekommen. Quelle: wk
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Obernkirchen

Statt des Präsenzunterrichtes war wegen der Corona-Pandemie mehrere Wochen lang Homeschooling angesagt, bevor der Schulunterricht vor Ort ab Mai schrittweise, aber mit Einschränkungen (nur halbe Klassenstärke, Hygienekonzept) wieder aufgenommen konnte. Im Gespräch mit dieser Zeitung zieht die Didaktische Leiterin der IGS, Karoline Tietjen, Bilanz.

Gut gelaufen ist demnach unter anderem die Kommunikation zwischen Lehrern und Schülern. So haben die Lehrer während der gesamten Corona-Zeit einmal pro Woche mit den Schülern und zum Teil auch Eltern telefoniert, um sich nach deren Befinden zu erkundigen sowie etwaige Fragen zu beantworten: „Es hat jeder Aufmerksamkeit bekommen.“ Zum Teil seien auch Videokonferenzen mit den Schülern geführt worden.

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Neuer Lernplan immer am Freitag

Für das Homeschooling hatten die Schüler laut Tietjen immer freitags einen Lernplan für die Hauptfächer und die Fremdsprachen mit Aufgaben für die darauffolgende Woche erhalten. Anfangs waren auch Wiederholungsaufgaben darunter, damit die Schüler nach der „langen Pause“, die Osterferien waren um rund zwei Wochen nach vorne verlängert worden, wieder in den Lernstoff hineinfanden.

Die Erstellung der Lernpläne habe „zuverlässig funktioniert“, resümiert Tietjen. Wie überhaupt das Kollegium „flexibel reagiert, sich trotz Lockdown neue Wege der Zusammenarbeit auf digitalen Wegen gesucht und sehr engagiert die neue Situation gemeistert“ habe. Dabei seien auch kreative Ideen gefragt gewesen.

Die Einzelbetreuung der Schüler beziehungsweise die Korrektur der von den Schülern gemachten Hausaufgaben und das Geben von Feedback zu den Lernergebnissen war laut Tietjen jedoch sehr aufwendig für die Lehrer. Ein Problem sei beispielsweise gewesen, dass die Videokonferenzen vorher nicht hatten eingeübt werden können.

Außerdem stehen ihr zufolge nicht allen Schülern die für das Homeschooling eigentlich notwendigen digitalen Endgeräte, etwa Computer oder Drucker, zur Verfügung. Auch am WLAN-Anschluss oder einem geeigneten häuslichen Arbeitsplatz mangele es mitunter.

Lernpakete auch in Papierform

„Das erschwert die Bearbeitung von Aufgaben zu Hause“, unterstreicht die Pädagogin, und ergänzt: „Hier war enge Begleitung durch die Klassenlehrkräfte notwendig, um Lernerfolge möglich und sichtbar zu machen.“ Schülern, denen die technische Ausstattung fehle, um Lernangebote überhaupt empfangen beziehungsweise lesen und bearbeiten zu können, seien Lernpakete in Papierform zusammengestellt und per Post zugestellt worden.

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Gut wäre es ihrer Meinung nach gewesen, wenn die Schule diesen Schülern die erforderliche digitale Hardware hätte ausleihen können, wenngleich damit aber noch nicht das WLAN-Problem gelöst worden wäre.

Tietjen hebt hervor, dass „erfreulich viele Schüler“ die gemäß der Lernpläne zu erledigenden Hausaufgaben selbstständig bearbeitet und dann zurückgemeldet hätten. Auch hätten sich die Schülerinnen und Schüler in der Schule gut an die Regeln und Vereinbarungen gehalten. Daher habe man auch die Abschlussprüfungen reibungslos durchführen können.

Langsamer als sonst

Von der Didaktische Leiterin der IGS Obernkirchen ist aber auch zu erfahren, dass es aufgrund der Corona-Situation mit der Wissensvermittlung langsamer vorangegangen ist als zu normalen Zeiten. Im Ergebnis konnte nicht der gesamte gemäß Curriculum vorgesehene Lernstoff abgearbeitet werden. Im Schuljahr 2020/2021 muss daher das eine oder andere zu kurz gekommene Thema nachgeholt werden.

Sollte behördlicherseits erneut ein Corona-Lockdown verfügt werden, müsste Tietjen zufolge zwar in Sachen Homeschooling an einigen Stellen noch „ein kleines bisschen“ nachjustiert werden, „aber im Großen und Ganzen sind wir sehr zufrieden, wie es gelaufen ist.“ Von Michael Werk