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Sonnenbrinkbad: Zwangspause vereinfacht Sanierung

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19:04 19.10.2020
Blick in den neuen Toilettenraum. Quelle: Frank Westermann
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Obernkirchen

Denn über Mangel an Arbeit konnte er im zurückliegenden Halbjahr nicht klagen. „Ich war Ansprechpartner für Firmen, Handwerker und Architekten, hier musste ja einiges delegiert und organisiert werden.“ Denn im Freibad wurde saniert. Und zwar sehr umfangreich. „Dabei war ich Mädchen für alles“, sagt Hey.

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Wer in diesen miesen Pandemie-Zeiten eine Geschichte sucht, in der nicht über Covid-19 geklagt wird, ist hier richtig, jedenfalls zu einem guten Teil. Zwar hat das Virus die gesamte Saison zerschossen, aber es hat auch Zeit verschafft. Für Umbauarbeiten im größeren Stil. Für Umbauarbeiten, die teilweise dringend notwendig und seit Jahren überfällig waren.

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Komplett neu geschaffen wurde ein Behindertenbereich mit Umkleideraum und WC, dafür umgebaut wurde eine kleine Einzel-Toilette im Eingangsbereich. Und neu angebaut wurde gleichsam noch einmal die gleiche Raumfläche, dort ist der neue Toilettenbereich.

Toilette ist neu

Die Männerdusche hat eine neue Decke erhalten, auch der Toilettenbereich ist völlig neu. Noch augenfälliger sind die Maßnahmen im Damenbereich, dort war seit vielen Jahren ein, nun ja, Sanierungsstau zu bemerken. Die Toilette hat nun einen eigenen Bereich, er wurde von den Duschen entkoppelt. Es gibt keine Verbindung mehr – und was Fachmann Hey „sehr, sehr schön“ findet: An den Frauen-Duschen kann die Temperatur eingestellt werden.

„Corona spielt uns in die Karten“, sagt Hey mit Blick auf die umfangreichen Sanierungen, die ihm Anfang des Jahres durchaus einige Sorgenfalten auf die hohe Stirn gezaubert haben. Hätte man das Bad wie gewohnt geöffnet, hätte man wohl einen Duschbereich während der Sanierung komplett schließen müssen. Alle Schwimmer hätten den Herrenbereich nutzen müssen, ehe dann die Herrentoiletten neu gestaltet worden wären. „Parallele Arbeiten“, sagt Hey, „wären nicht möglich gewesen.“

"Wir haben schon Struktur"

Die Entscheidung des Förderverein-Vorstandes, die Saison gar nicht erst zu eröffnen, findet Hey rückblickend „nicht verkehrt, da stehe ich voll und ganz dahinter“. Unvorbereitet hätten ihn notwendige Corona-Maßnahmen aber nicht erwischt, „wir haben schon eine Struktur entwickelt, mit der man hätte öffnen können“, sagt er. Eine Struktur aber, die mehr Personal benötigt hätte: Ein Mitarbeiter durchgehend im Kassenbereich, der zählt, wie viele Besucher rein- und wieder rausgehen; zwei Mitarbeiter am Becken, an vollen Tagen drei bis vier; und noch einer, der dafür Sorge trägt, dass die Abstandsregelungen auf der recht großen Liegewiese eingehalten werden.

Hätte man geöffnet, dann „hätten wir uns auf die Schwimmer konzentriert“, sagt Hey, sein Vorschlag wäre daher dieser gewesen: Anderthalb Stunden öffnen, eine halbe Stunde schließen und desinfizieren, dann wieder 90 Minuten öffnen – so hätte jeder sein sportliches Tagespensum absolvieren können.

Fliesen werden auch noch saniert

Noch saniert werden sollen Fliesen rund ums Becken, entweder in diesem Monat oder im Frühjahr, und zurzeit wird die undichte Teerpappe entfernt, unter der nach Regen immer wieder Wasser in die Damenduschen eindrang, so Hey. Sind die Reparaturen beendet, kann das Wasser nicht mehr unter den Estrich laufen. Auch der Eingangsbereich mit den wenig schicken Waschbetonkübeln wurde neu überplant, es kommt wohl eine Trennwand.

Ein kurzer Blick nach vorn, in das nächste Jahr. Wenn es allein nach ihm ginge, wann würde der staatlich geprüfte Schwimmmeister für Bäderbetriebe die Saison eröffnen? „So früh wie möglich“, sagt Hey. Bislang war der früheste Termin der 12. April, es ist viele Jahre her, länger war noch keine Badesaison. Diesen Rekord, sagt Hey, den würde er gerne überbieten.

Von Frank Westermann