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Obernkirchen Stadt Sonnenbrinkbad muss die Saison kurzfristig beenden
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt Sonnenbrinkbad muss die Saison kurzfristig beenden
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22:14 19.09.2019
Obernkirchen

Auch am Morgen nach dem kurzfristigen Ende klingelt noch immer das Telefon: Wie warm denn das Wasser sei, will der Anrufer wissen. Worauf das Personal nur antworten kann, dass die Saison im Sonnenbrinkbad aufgrund eines technischen Fehlers seit Mittwoch beendet sei (wir berichteten).

Ein undichter Vorfilter hat zu massiven Wasserverlusten geführt. Die Reparatur des technischen Bauteils hätte einen Zeitaufwand von mindestens einer Woche erfordert, möglicherweise sei auch eine Neuanschaffung erforderlich. Danach wäre der Badebetrieb erst wieder nach der Erwärmung des Beckens und einer entsprechenden Umwälzung möglich. Und dann wäre die Saison ohnehin beendet gewesen, daher wurde Mittwoch entschieden, die Badesaison zu beenden.

Das wurde auf Facebook ohne hämische Kommentare recht bedauernd zur Kenntnis genommen. Die dort einzig gestellte Frage galt den Zehnerkarten. Die Antwort kam schnell: Zehnerkarten sind immer saisonübergreifend gültig, das Geld dafür verfällt also nicht.

Erstattung von 40 Euro

Die zweite Frage, die sich stellt, betrifft die Inhaber der Gesamtsaison-Plus-Karten, die ab dem kommenden Montag bis zum eigentlich angedachten Saisonende am 6. Oktober gegolten hätten. Sie lagen mit 190 Euro genau 40 Euro über dem Preis für eine Saisonkarte (die bis Sonntag gegolten hätte), daher haben Inhaber der Plus-Karte Anspruch auf eine Erstattung der 40 Euro. Gestern Morgen informierte ein Schild an der Eingangstür zum Sonnenbrinkbad, dass die Inhaber dieser Karte auf Nachfrage die Erstattung erhalten würden, man möge sich einfach an das Personal wenden.

Man habe, so Oliver Schäfer als Vorsitzender des Fördervereins, gestern den Tag genutzt, um sich Angebote für Filteranlagen zu beschaffen, entweder für eine Reparatur oder – im schlimmsten Fall – für einen Neukauf, der mit maximal 10000 Euro zu Buche schlagen würde. Schäfer verwies dabei auf Schätzungen der Bad-Mitarbeiter. Und: Wäre der Filter einen Monat früher ausgefallen, hätte man ihn einfach repariert oder ausgetauscht – und dann das Bad wieder eröffnet und die Saison fortgesetzt.

Der undichte Vorfluter kann als Pech eingestuft werden, eine Katastrophe ist er nicht, wie der Vergleich zeigt, denn es ist nicht das erste Mal, dass die Saison früher als geplant beendet werden musste. Ende August 2010 wurde das Bad innerhalb von 24 Stunden dreimal überflutet, für die Beseitigung der Schäden sowie die Reinigung der Becken wurden damals vier Wochen eingeplant. Die Saison wurde daher beendet. Und besonders schlimm war es im Mai 2002, als ein Sturzregen zu einer Überschwemmung führte und Tausende Liter Wasser über das Uhlenbruchtal und die Wiese in die drei Becken und in den Keller gespült wurden. 14 Tage dauerte es, bis der Schwimmbetrieb wieder aufgenommen werden konnte. Der Sachschaden betrug geschätzte 100000 Euro, die Einnahmeausfälle waren enorm für den damals noch jungen Schwimmbad-Trägerverein. Eine Anmerkung:

Auf der Internet-Seite fehlte gestern ein Hinweis auf das frühzeitige Ende der diesjährigen Saison. Dort ist immer noch zu lesen, dass am 6. Oktober von 8 bis 15 Uhr das traditionelle Abschwimmen stattfindet.