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Obernkirchen Stadt Sporttag: MTV Obernkirchen will sich verjüngen
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt Sporttag: MTV Obernkirchen will sich verjüngen
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15:23 21.10.2018
Die gerade einmal 14 Monate alte Pia war die jüngste Turnerin des Tages.
Die gerade einmal 14 Monate alte Pia war die jüngste Turnerin des Tages. Quelle: rnk
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Obernkirchen

Weil ein strammes Programm vor allen Teilnehmern und Zuschauer liegt, fast sich der Vorsitzende bei der Begrüßung kurz: Der Männer-Turnverein Obernkirchen habe mehr zu bieten als nur Handball. Elf Sparten und vier Kursangebote gebe es beim MTV, sagt Kurt Otto.

"Von Tradition kann man sich nichts kaufen"

Ab zwei Jahren könne man mitmachen, und viele würden hier schon seit vier und mehr Jahrzehnten Sport treiben – und seien deshalb auch bis ins hohe Alter fit geblieben. Kurzum: Mit 155 Jahren seit der MTV Obernkirchen ein Traditionsverein, „aber für Tradition kann man sich nichts kaufen“, meinte er. „Wir arbeiten an einer Verjüngung“, daher habe man auch monatelang auf diesen Sporttag hingeschuftet.

Beim Handball stellt sich der Nachwuchs vor.

Zweieinhalb Stunden später kann der Vorsitzende ein Fazit ziehen, es fällt zwiespältig aus. Sicher, es hat alles wie Schnürchen geklappt. Es gab keine Pausen zwischen den Darbietungen, die Sparten haben sich spürbar engagiert präsentiert, und auch ein steter Strom von Besuchern füllte die Halle, ein paar Hundert mögen es gewesen sein.

Nur: Es waren nahezu ausschließlich Aktive, Verwandte und Mitglieder. „Sehr schwierig“, meinte daher auch Otto mit Blick auf die Öffentlichkeitsarbeit und die angestrebte Vereinsverjüngung.

Kinderturnen, Tanzen, Bosseln

Jüngste Turnerin an diesem Nachmittag war die 14 Monate alte Pia, die beim Kinderturnen mitmachte. Anschließend folgten die ersten drei von insgesamt fünf Tanzgruppen, 59 weibliche und ein männlicher Tänzer. Mitgetanzt werden kann ab vier Jahren, und eine Gruppe versteht sich dabei als Hobby-Tanzgruppe, deren Mitglieder sich vor allem aus dem Spaß an der Bewegung treffen.

Beim Bosseln wird zunächst geboult, weil die Gruppe in der Halle und draußen beide Sportarten ausübt. Und Kurt Otto blick auf Sportler, die er kennengelernt habe, „als sie noch aktiv Handball gespielt haben“, wie er sagt. Bosseln hat mit der Sportart Boßeln trotz ähnlicher Scheibweise nichts gemeinsam, es ähnelt eher dem Eisstockschießen. Die hölzernen, vier Kilogramm schweren Schiebestöcke werden als Bosseln bezeichnet. Gespielt wird in Turnhallen. Vereinfacht formuliert, ist es wie beim Boule: Wer am nächsten am roten Klotz, der Daube liegt, punktet.

Wo aus Badminton, Squash und Tennis ein neuer Sport wird

Es folgt die Ballsportgruppe „Er & Sie“: Dienstags ab 19 Uhr wird in dieser Gruppe gespielt, etwa Bouncerball. Leitrin Gaby Wedemeier stellt das Spiel kurz vor: Gespielt wird mit großen Schlägern, es ist mit dem Hockey verwandt. Das Spiel entstand vor rund 20 Jahren und war vor zehn Jahren recht populär. Seither ist es ein bisschen ins Vergessen geraten, wie Wedemeier erklärt.

Bouncerball zeichnet sich durch eine hohe Dynamik mit sich schnell ändernden Spielsituationen aus. Anschließend gibt es eine kurze Vorstellung von Speed-Badminton: Dabei verbinden sich Elemente der Sportarten Badminton, Squash und Tennis zu einer neuen Sportart, die weltweit gespielt wird. „Bei ‚Er & Sie’ geht es nicht nach Leistung, auch wenn man natürlich gewinnen möchte“, sagt Wedemeier, „wir wollen vor allem beim Sport Spaß haben.“

Nach einem Spiel der Handball-C- und B-Jugend wird es voll auf dem Parkett: Die beiden Gruppen „Jedermann“ und „Fitness Ü 40“ stellen sich vor. Jeder darf selbst entscheiden, wie engagiert er seine Übungen angeht: Wer mit Hanteln trainieren möchte, kann wählen: Zwei oder vier Kilo?

Zum Abschluss stellten sich zwei weitere Tanzgruppen vor. Es sind die Teams, die sich dem Wettkampf stellen. Bei der „Small Group“ kann bis zum 18. Lebensjahr mitgetanzt werden – „egal, ob man in den Wettkampf möchte oder das Tanzen als Hobby ausüben möchte“, sagt Trainerin Verena Feldmann. Dreimal darf man beim Probetraining mitmachen. Und warum heißt die Wettkampfgruppe „2nd Origin“? Weil, so Feldmann, die Mitglieder diese Gruppe als ihre zweite Familie oder zweite Heimat betrachten würden.

von Frank Westermann