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Obernkirchen Stadt Teuer, aber nötig
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt Teuer, aber nötig
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21:40 22.05.2018
Durchaus imposant: Vor dem ehemaligen Klärwerk Obernkirchen, dem heutigen Bauhof, wird der Wartungsschacht eingesetzt. Er erlaubt die Wartungen der Leitungen künftig von oben.
Durchaus imposant: Vor dem ehemaligen Klärwerk Obernkirchen, dem heutigen Bauhof, wird der Wartungsschacht eingesetzt. Er erlaubt die Wartungen der Leitungen künftig von oben. Quelle: pr
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Obernkirchen

Oliver Keller spricht rückblickend von kleinen Widrigkeiten, etwa einer Hauptwasserleitung der Stadtwerke, die den Weg kreuzte, oder einem Telefonkabel an der B65. Aber im Großen und Ganzen ist der Verbandsvorsteher des Abwasserverbandes Auetal durchaus zufrieden: Die Verlegung einer neuen Schmutzwasser-Druckrohrleitung zum Klärwerk ist beendet, und auch bei den Kosten kann von einer Punktlandung gesprochen werden.

Dem Abwasserverband Auetal gehört außer der Samtgemeinde Eilsen auch die Stadt Obernkirchen an. Seine Aufgabe ist die Durchführung der Abwasserbeseitigung. Keller geht bei seinem Vortrag 25 Jahre im Fachausschuss in die Vergangenheit zurück. Die Schmutzwasserleitungen laufen auf den heutigen Bauhof zu, damals befand sich dort das Klärwerk für die Kernstadt Obernkirchen. Dem Abwasserverband Auetal gehörten schon früher die Ortsteile Röhrkasten, Krainhagen, Vehlen und Gelldorf an, als diese noch selbstständige Gemeinden waren. Vor rund 25 Jahren kam die Kernstadt dazu, das Klärwerk am Bauhof wurde stillgelegt und das Klärwerk des Abwasserverbandes in Vehlen erweitert. Seitdem wird das Abwasser der Kernstadt über eine Druckrohrleitung vom Bauhof zum Klärwerk in Vehlen transportiert.

Nach einem Vierteljahrhundert stellte sich für den Abwasserverband nun eine grundsätzliche Frage: Ist die alte Druckrohleitung noch in Ordnung? Da sie in die Jahre gekommen ist und um sie kontrollieren zu können, sollte daher eine neue Leitung gelegt werden.

Neun Varianten geprüft

„Was deutlich leichter gesagt als getan war“, sagte Keller jetzt im Ausschuss. Allein für den Verlauf der neuen Leitung habe man im Verband drei Strecken und neun Bauvarianten geprüft. Eine Variante hätte bis zur Aue führen können, wo sich der Hauptsammler für Eilsen befindet, aber, so Keller, dieser sei bereits ausgelastet und könne nicht mehr das Abwasser der gesamten Kernstadt verkraften. Also ging es ab dem Bauhof über die Schliepstraße, mehrere Privatgrundstücke und die Vehlener Straße bis auf die Maschstraße, wo die neue Leitung angeschlossen wurde. „Die Maßnahme ist die mit Abstand teuerste der letzten Jahre“, so Keller.

Zahlen nannte er auch: Das Angebot habe bei einer Million und 30.000 Euro gelegen. Unter dem berühmten Strich liege man ganz knapp drüber, mit rund 30.000 Euro.

„Im Juni 2017 wurde mit den Arbeiten begonnen, Ende April wurde die Maßnahme nun abgeschlossen“, teilte Keller mit. Eine Schwierigkeit (oder: kleine Widrigkeit) sei gewesen, dass andere Leitungen in der Erde nicht immer dort liegen würden, wo sie laut Zeichnung liegen sollten. Die neue Leitung lässt sich nicht nur deutlich einfacher warten, sie erlaubt dem Abwasserverband auch eine Wahl: Soll man die alte Leitung generell stilllegen? Oder später beide parallel betreiben?

Zunächst wird die alte Druckrohrleitung stillgelegt, dann wird nachgeschaut, in welchem Zustand sie sich befindet, ob es Schäden gibt und was behoben werden muss. Generell, so Keller, gelte: Wenn es in Obernkirchen regne, sei in zehn Minuten das Wasser in großer Menge am Bauhof – und auch sofort wieder weg. „Dies liegt an der besonderen Hanglage der Kernstadt“, erklärte Keller. rnk