Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Obernkirchen Stadt Veranstaltungen en masse: "ErlebnisRaum Taufe" kommt nach Obernkirchen
Schaumburg Obernkirchen Obernkirchen Stadt Veranstaltungen en masse: "ErlebnisRaum Taufe" kommt nach Obernkirchen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:05 09.10.2019
Der „ErlebnisRaum Taufe“ ist von April bis September in der Stiftskirche von Obernkirchen zu sehen. Quelle: Frank Westermann
Obernkirchen

Große Ereignisse, so sagt man, werfen ihre Schatten voraus. Und im kommenden Jahr steht für die Kirchengemeinde in Obernkirchen ein Event an, das weit über die Grenzen der Stadt und des Landkreises hinausstrahlen soll.

In der Stiftskirche wird der „ErlebnisRaum Taufe“ zu sehen sein, der im Reformationsjubiläumsjahr von der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers in der Luther-Stadt Wittenberg gezeigt wurde.

Lesen Sie auch:
Reformationsjubiläum: Was sagt uns Luther heute?

Abbauen und in Obernkirchen aufbauen geht nicht

Rund 10.000 Menschen erlebten das Thema Taufe mit allen Sinnen, tauchten ein in eine 180-Grad-Projektion, konnten über Tablets Wissenswertes zum Thema Taufe erfahren und sich am 500 Jahre alten Taufbecken aus der Kirchengemeinde Hülsede eine persönliche Tauferinnerung zusprechen lassen.

Doch ganz so einfach sei es nicht. Denn das Wittenberger Großereignis lasse sich schlecht abbauen, auf ein paar Lastwagen packen und nach Obernkirchen fahren, wo der Raum kurzerhand wiederaufgebaut werde, erklärt Ulrike Tüpker. Die Räumlichkeiten sind doch sehr unterschiedlich.

In Wittenberg war es ein 120 Quadratmeter großer Laden, der von der Telekom angemietet wurde, mitten in der Innenstadt, in der Bergstadt ist es nun eine Kirche, die ganz andere Voraussetzungen für die Installation bietet. „Und unbedingt besser sind sie nicht. Die Beleuchtung“, sagt Tüpker, „ist eine Katastrophe.“

Gemeindebetrieb läuft während der Ausstellung weiter

Sie kann das beurteilen, denn vor zwei Jahren hat die selbstständige Innenarchitektin und Kulturmanagerin das Konzept für den Wittenberger „ErlebnisRaum Taufe“ entworfen und als Projektleiterin umgesetzt. Allerdings wird in St. Marien nur ein Teil der Kirche genutzt.

Das ist das Rahmenprogramm

Der „ErlebnisRaum Taufe“ wird mit einem Gottesdienst am Ostersonntag, 22. April, ab 14 Uhr eröffnet, die Predigt hält Landesbischof Ralf Meister. Am 27. September steht der Abschlussgottesdienst mit Tauffest für die Region und anschließender Finissage ab 10 Uhr an.

Dieses Programm ist während der Ausstellung geplant

Umrahmt wird der „ErlebnisRaum Taufe“ während der Ausstellungszeit von diversen Veranstaltungen: Auftakt ist ein literarisches Programm mit Gerd Rathke (18. April). Es folgen ein Tanzprojekt mit Schülern des Ratsgymnasiums Minden (8. und 9. Mai) und eine Schreibwerkstatt zum Thema Taufe (25. April).

Außerdem gibt es ein Konzert mit „Musik aus Licht und Wasser“ (18. Juli), in dem die Wasserstichorgel im Mittelpunkt stehen wird, ein themenbezogenes Orgelkonzert mit Regina Ackmann am 8. August und ein Auftritt des Jazzchores Minden am 12. September. Auch ein Kunstprojekt ist geplant: Unter dem Motto „Tauf-Kleid“ wird Künstlerin Britta Samsen-Huch vom 16. bis zum 18. September zu erleben sein.

Der Südteil, das Kirchenschiff, ist nicht mit eingeplant, schließlich wird der normale Gemeindebetrieb ja während der langen Ausstellung weiterlaufen. In Wittenberg, sagt sie, habe es den Raum mit einem Eingang und einem Ausgang gegeben, „da gab es nichts anderes“. Das ist im Gotteshaus der Bergstadt anders. „Wir müssen mit den Elementen im Erlebnisraum spielen“, erklärt sie, und was sie nicht will, das sagt sie auch: Die Kirche einfach nur illuminieren.

Besucher sollen busweise kommen und Obernkirchen kennenlernen

Herzstück des „ErlebnisRaumes“ wird eine 180-Grad-Projektion werden, ein Film mit dem Oberthema Wasser und damit Taufe. „Das Alte taucht unter, das Neue auf“, erläutert Pastorin Heike Köhler, in der Taufe sei der Christ dauerhaft aufgehoben.

Rund 40 Menschen haben sich an diesem Morgen in der Kirche eingefunden, es sind Mitglieder aus zwei Landeskirchen und Katholiken. „Wir sind also ökumenisch“, erklärt Köhler, die für die Organisation und Durchführung des Events die Hälfte ihrer Pastorenstellen nutzen darf. „Es sind“, so Köhler, „alles Menschen, die Lust haben, an diesem Projekt mitzuarbeiten.“

Und gebraucht werden sie als Multiplikatoren: Sie sollen die Begeisterung über den „ErlebnisRaum“ in ihre Gemeinden und Institutionen tragen, sie sollen ein Funke sein, der das Feuer entfacht. Und sie sollen an diesem Morgen erklärt und gezeigt bekommen, was Obernkirchen sonst noch zu bieten hat, „denn die Menschen, die hoffentlich busweise die Ausstellung besuchen“, sagt Köhler. „Die wollen ja mehr sehen als nur den ,ErlebnisRaum‘.“

Diese Einrichtungen wollen sich beteiligen

Daher wird das Stift im nächsten Jahr Führungen anbieten. Auch das Stadt- und Bergmuseum wird sich beteiligen, das Trafohäuschen könnte man ebenfalls mit einbeziehen. „Im Westflügel könnten sich Gruppen einmieten und übernachten, um am Thema zu arbeiten oder theologisch in die Tiefe zu gehen“, wie es Pastorin Köhler formuliert, die mit Blick auf das Ereignis von einer „grandiosen Chance“ spricht.

Ein Blick in das ausgelegte Wittenberger Gäste-Album nährt die Hoffnungen. Dort wurde der „ErlebnisRaum“ gern und oft als wunderbarer Ort der Ruhe und Besinnung mitten im Trubel der Weltausstellung bezeichnet, „ansprechend, mutig, modern, verzaubernd“. Und auch Projektleiterin Tüpker antwortet auf die Frage, was sie vor zwei Jahren in Wittenberg am stärksten überrascht habe, mit dem Hinweis auf die Emotionen, die der „ErlebnisRaum“ bei den Besuchern freigesetzt habe.

Aufgebaut wird in der Stiftskirche ab Februar. von Frank Westermann

Zum Weiterlesen:
Pastorin für 18 Monate: Das ist die Neue in der Stiftskirche von Obernkirchen