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Rinteln Ortsteile AKD: Stadt soll sich engagieren
Schaumburg Rinteln Rinteln Ortsteile AKD: Stadt soll sich engagieren
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09:17 29.05.2018
Altstadt abgeriegelt: Der Arbeitskreis Denkmalschutz wünscht sich Konzepte zur Umgestaltung des Brückentorkomplexes. Quelle: kk
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Rinteln

Die Ehrenamtlichen können daher dem Aus für Sanierung und Aufstockung des Brückentorkomplexes durchaus positive Seiten abgewinnen: Nun sei wieder Gelegenheit, ohne Zeitdruck eine Konzeption für den Bereich zu entwickeln, die die bestehende „Abriegelung“ durch den massiven Baukörper zur Weser hin aufbreche, Freiräume schaffe und Sichtachsen freilege. Der stellvertretende AKD-Vorsitzende Günther Biallas: „Nun besteht die Chance, rückgängig zu machen, was in der Vergangenheit vermasselt wurde.“

Wer über die Weserbrücke kommt, sollte die Altstadt erkennen können, meinen die Denkmalschützer. Im Gespräch mit dieser Zeitung regten sie eine „mutige Lösung“ an. Der AKD kann sich gut vorstellen, dass die Stadt den Brückentorkomplex komplett kauft und umgestaltet. Ein Teilrückbau mit Freiflächen zwischen Brücke und Saal würde nicht nur Sichtachsen auf die Altstadt schaffen, sondern auch Platz für eine attraktive Weserufergestaltung zum Beispiel in Form einer Terrasse schaffen. Das könne mit einer weiteren Attraktivitätssteigerung der Weserpromenade zum Beispiel durch Gastronomie einhergehen. So war bereits einmal ein Restaurantschiff im Alten Hafen angeregt worden.

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AKD-Vorsitzender Alexander Lattermann sieht die Stadt in der Pflicht, sich zu engagieren – und dabei insbesondere die Bürger mitzunehmen. Denn außer wirtschaftlichen Interessen habe die Stadt auch kulturelle und städtebauliche Ziele zu vertreten. „Eine traditionsorientierte Stadtplanung darf nicht rein profitorientierter Stadtplanung geopfert werden“, so der Arbeitskreis.

Sauer auf Bürgermeister Priemer

Ob Bürgerbefragung, Informationsveranstaltung oder Podiumsdiskussion – geeignete Formen der Beteiligung und Teilhabe gebe es viele. „Sauer“ ist der AKD in diesem Zusammenhang auf Bürgermeistermeister Thomas Priemer: Der habe die AKD-Forderung nach einer Bürgerbefragung im Zuge der jetzt ad acta gelegten Brückentorpläne schlichtweg abgelehnt.

Die Denkmalschützer denken derzeit darüber nach, eine eigene Veranstaltung auf die Beine zu stellen – eventuell unter Einbeziehung anderer Partner. Doch auch das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK), das jetzt – wie berichtet – fortgeschrieben werden soll, biete entsprechende Werkzeuge. So könnten gemeinsam Leitbilder entwickelt werden, die es so in Rinteln nicht gebe.

Das ISEK bietet nach Auffassung der Denkmalschützer einen geeigneten Rahmen (einschließlich finanzieller Anreize) dafür, stadtbildprägende Maßnahmen zu verwirklichen. Neben dem Brückentorkomplex misst der AKD besonders der Erhaltung von Fachwerkhäusern und der Entwicklung des Kollegienplatzes hohe Priorität zu.

Aktiv auf Eigentümer zugehen

Gefördert werden müssten in diesem Rahmen besonders auch Privatinitiativen. Dafür sei es aber auch nötig, dass die Stadtverwaltung aktiv auf Eigentümer zugehe und diese informiere. Doch hier sieht Lattermann Defizite im städtischen Bauamt, die zum Teil auch der schwierigen personellen Situation geschuldet seien. Auch Biallas wünscht sich, dass in der Verwaltung „mit etwas mehr Herzblut“ an die Sache herangegangen werde. Motto: „Nicht nur verwalten – auch gestalten“. Wenn es nach den Denkmalsschützer geht, müsste sich auch der zukünftige Bauamtsleiter dieses Motto zu eigen machen. Termine:

An jedem ersten Mittwoch im Monat trifft sich der Arbeitskreis Denkmalschutz ab 18.15 Uhr im Bürgerhaus am Marktplatz. Am 6. Juni ist ein Experte für Fachwerksanierung zu Gast. Im Juli ist eine Informationsveranstaltung mit Architekt Wolfgang Hein geplant. Thema: der Brückentorkomplex aus architektonischer Sicht. kk