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Rinteln Ortsteile Ärger um Ortsumgehung: Straße würde Möllenbeck zertrennen
Schaumburg Rinteln Rinteln Ortsteile Ärger um Ortsumgehung: Straße würde Möllenbeck zertrennen
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08:43 08.10.2019
Möglicher Weg für die Ortsumgehung in Rinteln: Die erste Planung stößt auf harte Kritik. Die Stadt hält eine Machbarkeitsstudie derzeit nicht für notwendig. Quelle: Archiv
Möllenbeck

„Bei dieser Planung könnte man Möllenbeck eigentlich auch gleich zubetonieren.“ So bringt Ortsbürgermeister Thorsten Frühmark seinen Ärger auf den Punkt. Es geht um eine Umgehungsstraße für die durch das Klosterdorf führende B238.

Möllenbeck und Hessendorf würden getrennt werden

Diese ist seit 2016 im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans. Die richtige Planung hat aber noch nicht begonnen. Doch der derzeit verzeichnete Streckenverlauf stößt auf heftigen Widerstand. Schon in der jüngsten Ortsratssitzung ging es bei dem Thema heiß her. Jetzt hat sich Frühmark direkt an die Verwaltung gewandt.

Teurer Neubau

Die Ortsumgehung Möllenbeck ist im Bundesverkehrswegeplan mit möglichen Kosten von 7,7 Millionen Euro verankert. Sie sollte demnach 1,8 Kilometer lang werden und ein zweispuriger Neubau sein. Die Kosten sollen zur Gänze vom Bund übernommen werden.

Seit 2013 gab es keinen Planungsbeginn. Ob bis 2030 damit begonnen wird, ist völlig unklar. jak

Ihn treibt vor allem eines um: Wieso hält die Stadt eine Machbarkeitsstudie nicht für notwendig? Durch diese sollten eigentlich Alternativen aufgezeigt werden, die eine geringere Belastung für Möllenbeck sowie Hessendorf bedeuten würden. Denn: Die jetzige Planung führe zu einer Trennung zwischen den beiden Orten. Das sei „völlig inakzeptabel“. Die Umgehungsstraße führe in der derzeitigen Planung außerdem über die beiden Sportplätze und beeinträchtige das Kloster.

Wann soll die Umgehungsstraße stehen?

Bürgermeister Thomas Priemer verweist darauf, dass zunächst ein Raumordnungsverfahren durch den Landkreis Schaumburg anstehe. Dieses Verfahren starte erst, wenn dafür Geld eingeplant sei. Laut dem Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Markus Brockmann, ist das aber nicht der Fall.

Auf Anfrage dieser Zeitung erklärt auch das zuständige Bundesverkehrsministerium, dass für die Ortsumgehung Möllenbeck noch kein Planungsbeginn festgesetzt sei. So könne man noch nicht einmal sagen, ob die Planung überhaupt während der Gültigkeitsdauer des bis 2030 angelegten Bundesverkehrswegeplans beginnen werde.

Für Frühmark ist aber dennoch klar, dass man das Thema jetzt angehen müsse. Denn auch wenn er selbst die Auswirkungen vielleicht nicht mehr spüren werde: „Unsere Kinder erleben den Ausbau natürlich.“

Priemer: Machbarkeitsstudie ergibt noch keinen Sinn

Priemer erklärt, dass die für Steinbergen erstellte Machbarkeitsstudie die Aufnahme in den vordringlichen Bedarf fördere. Das sei gelungen. Die Machbarkeitsstudie für Möllenbeck mache derzeit keinen Sinn, „weil bei Weitem nicht absehbar ist, wann mit einer Aufnahme der Planung zu rechnen ist“. Erst wenn eine Planung zu erwarten sei, könne im Vorgriff eine solche Studie notwendig werden.

Im schlimmsten Fall sitze die Stadt sonst – wenn etwa erst in zehn Jahren geplant werde – auf einer veralteten Machbarkeitsstudie.

Außerdem sei die jetzt diskutierte Straßenführung bei Weitem nicht verbindlich. Innerhalb des Planverfahrens würden öffentliche sowie private Belange ermittelt und auf Verträglichkeit bewertet. von Jakob Gokl

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