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Rinteln Ortsteile BI gegen Bahntrasse hat 86 Gründungsmitglieder
Schaumburg Rinteln Rinteln Ortsteile BI gegen Bahntrasse hat 86 Gründungsmitglieder
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22:29 14.06.2019
Kämpferisch: Der Vorstand der „BI Auetal“ mit Claudia Grimm (von links), Giso Jung, Antje Kronenberg und Ben Weiser. Hendrik Steg fehlt im Bild.  Quelle: la
REHREN

In die Mitgliederliste hatten sich 86 Personen eingetragen – fast alle aus dem Auetal. Sie sind die Gründungsmitglieder der „BI Auetal“. Bürgermeister Heinz Kraschewski hatte die Leitung der Veranstaltung übernommen und zeigte sich überrascht, von der hohen Teilnehmerzahl.

„Es ist natürlich einfacher, einen Verein in kleiner Runde zu gründen, denn wir müssen nun die Satzung besprechen. Aber es ist gut, dass so viele Auetaler interessiert sind“, stellte Kraschewski fest. Die erste Info-Veranstaltung zur geplanten Bahntrasse am 21. Mai sei notwendig und richtig gewesen, um das Auetal wachzurütteln. „Die Planung ist inzwischen konkret geworden, die Bahntrasse durch das Auetal könnte Realität werden. Daher müssen wir Alternativen wie den trassennahen Ausbau aufzeigen“, so der Bürgermeister. Man müsse dafür auch eng mit der „Bigtab“ und anderen Bürgerinitiativen zusammenarbeiten.

Dann ging es an die Satzung. Diskutiert wurde zunächst über den Namen des Vereins. Man einigte sich schließlich einstimmig auf „Bürgerinitiative gegen den Neubau der Bahntrasse durch die Gemeinde Auetal“. Über Bau oder Neubau war zuvor diskutiert worden.

Besonderheit des Auetal herausstellen

Im Paragraf 2, Zweck des Vereins, wollten einige Anwesende die Besonderheit des Auetals – die einzigartige Landschaft und die Funktion als Naherholungsgebiet herausgestellt haben. „Das Auetal ist eine der schönsten Gegenden in Niedersachsen. Das müssen wir hervorheben“, hatte Giso Jung aus Borstel festgestellt.

Beschlossen wurde folgende Formulierung: „Zweck des Vereins ist die Förderung des Naturschutzes und der Landschaftspflege im Sinne des Bundesnaturschutzgesetzes und des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes und des Umweltschutzes. Der Verein fördert Maßnahmen gegen einen trassenfernen Neubau der Bahn zwischen Bielefeld und Hannover. Er setzt sich für einen trassennahen Ausbau der Strecke mit einem zeitgemäßen und wirkungsvollen Lärmschutz ein. Insbesondere geht es um den Erhalt der Lebensqualität des Menschen sowie um den Schutz der Pflanzen und Tiere in der einzigartigen Landschaft der Gemeinde Auetal als Naherholungsgebiet. Im Gemeindegebiet leben viele Tiere, die auf der Roten Liste der bedrohten Arten zu finden sind.“ Um diesen Zweck zu erfüllen, sollen wissenschaftliche Foren durchgeführt, die Bevölkerung durch intensive Öffentlichkeitsarbeit sensibilisiert sowie Untersuchungen der Vor- und Nachteile unterschiedlicher Trassen unter Berücksichtigung der ökologischen Verträglichkeit verwirklicht werden. Auch der Erhalt und die weitere Entwicklung von Naturschutz- und Landschaftsschutzgebieten seien wichtige Ziele.

Diskutiert wurde schließlich, ob die Auetaler Fraktionsabgeordneten mit in den Vorstand gewählt werden sollten. „Wir können unseren Politikern vertrauen“, fand Ralf Kopczinsky aus Rolfshagen. Man solle transparent und mit der Politik zusammen arbeiten. Claudia Grimm aus Poggenhagen meinte: „Die Politiker sollten ohne Vorstandsfunktion, also ohne Stimmrecht, bleiben. Sie könnten dem Vorstand beratend zur Seite stehen und bei Bedarf zu Vorstandssitzungen eingeladen werden.“ So wurde es dann auch beschlossen.

Hendrik Steg zum Vorsitzenden gewählt

Einstimmig verliefen die Vorstandswahlen. Zum Vorsitzenden bestimmten die 86 Gründungsmitglieder Hendrik Steg. Der Bernser musste in Abwesenheit gewählt werden, da er nach einem Motorradunfall noch nicht wieder auf den Beinen war. Zu seinen Stellvertretern wurden Claudia Grimm und Ben Weiser (Bernsen) gekürt. Giso Jung wird die Kasse führen, und Antje Kronenberg (Bernsen) wurde zur Schriftführerin gewählt.

Thomas Rippke (Vorsitzender der „Bigtab“) gratulierte den Mitgliedern und dem Vorstand zur Gründung der „BI Auetal“ und lud die Verantwortlichen zu ersten Gesprächen ein. „Am 1. Juli ist Herr Ferlemann in Minden und weiht den Regioport ein. Das ist unsere erste Möglichkeit, deutlich kundzutun, dass das so nicht geht“, so Rippke.

Die Auetaler wollen für den 1. Juli auf jeden Fall mobil machen und sich an der Demonstration beteiligen. Per E-Mail sollen die Mitglieder künftig über die geplanten Aktivitäten der Bürgerinitiative informiert werden. la

Logo der BI Auetal