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08:46 21.12.2018
Zeichnen ist schon immer die große Leidenschaft von Jasmin Holzhausen gewesen. Quelle: jaj
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Steinbergen

Jasmin Holzhausen malt. Und das eigentlich schon immer. „Früher, als die anderen Kinder sich Puppen gewünscht haben, standen bei mir Stifte und Malbücher auf dem Wunschzettel“, erinnert sie sich.

Bereits in den Grundschulzeugnissen wurde ihr besonderes Talent hervorgehoben. Und wann immer sie Zeit hatte, griff sie zu Stiften und Papier. Mit 15 Jahren malte sie schließlich ihr erstes Porträt. „Ich wollte es einfach mal ausprobieren.“ Ihre Familie war begeistert – und bei der heute 25-Jährigen war eine Leidenschaft geweckt. „Ich fand es toll, die Freude in den Augen der Menschen zu sehen.“

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"Wenn ich male, vergesse ich alles um mich herum"

Gut zehn Jahre sind seit diesem ersten Porträt vergangen, es folgten viele weitere. Doch obwohl die zierliche junge Frau als Kind davon geträumt hatte, einmal für die Disney-Studios zu zeichnen, kam sie nie wirklich auf den Gedanken, auch beruflich etwas aus ihrem Talent zu machen. „In dieser Beziehung war ich schon immer total am kreativen Thema vorbei“, gesteht sie und lacht.

Jasmin Holzhausen hat sich auf Porträts von Menschen und Tieren spezialisiert. Für einen Hund braucht sie nicht selten bis zu acht Stunden.

Nach der Schule machte sie zunächst eine Ausbildung zur Assistentin für Wirtschaftsinformatik, es folgte das Fachabitur. Vor fünf Jahren zog sie dann mit ihrem Freund, mit dem sie seit mehr als zehn Jahren zusammen ist, nach Bayern und schloss dort noch eine Ausbildung zur Industriekauffrau ab. Und in dieser Zeit, weit weg von Freunden und Familie, fing sie nach eigener Aussage eigentlich erst so richtig mit dem Malen an. „Es ist ein Ausgleich für mich“, erzählt sie. „Wenn ich male, vergesse ich alles um mich herum.“

Fotos dienen als Vorlage für ihre Porträts

Unterschiedliche Techniken hat Holzhausen in den vergangenen Jahren ausprobiert – und verschiedene Motive. „Aber ich komme immer wieder zu den Porträts zurück.“ Unzählige Bilder von Babys und Kleinkindern, dazu Zeichnungen von Hunden, Katzen, Vögeln und vielen anderen Tieren hat sie in den vergangenen Jahren gezeichnet. Als Vorlage für ihre Bilder dienen ihr stets Fotos – und egal, ob Mensch oder Tier, eines haben Holzhausens fotorealistische Bilder gemeinsam: Sie wirken unglaublich lebendig.

Mittlerweile ist sich Holzhausen sicher: „Malen ist die schönste Arbeit, die ich mir vorstellen kann.“ Hätte sie noch einmal die Wahl, würde sie ihre berufliche Laufbahn anders gestalten, würde studieren, etwas Künstlerisches machen. Vor einigen Wochen ist sie mit ihrem Freund nach Steinbergen gezogen.

Der Traum vom Hobby als Beruf lebt

Und dort möchte sie nun doch noch beginnen, den Traum von einer künstlerischen Tätigkeit zu leben, ihr Hobby zum Beruf zu machen. Zwar will sie wieder als Industriekauffrau arbeiten – allerdings nur in Teilzeit. In der übrigen Zeit möchte sie Porträts und Bilder nach Vorlagen ihrer Kunden malen – und diese auch verkaufen. „Und das geht einfach nicht nebenbei.“

Durchschnittlich acht Stunden sitzt sie an einem Tiermotiv, bei großen Porträts von Kindern können es auch mal 24 Stunden sein. Ein Aufwand, der mit Geld kaum zu bezahlen ist. Aber darum geht es Jasmin Holzhausen auch nicht. „Das Schönste ist für mich, die Freude in den Augen zu sehen, wenn ich ein fertiges Bild überreiche.“

von Jessica Rodenbeck

Übrigens: Weitere Bilder von Jasmin Holzhausen gibt es bei Instagram auf dem Account "artby_jazmin" zu sehen.