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Rinteln Ortsteile Dieser Möllenbecker erschafft Kunst mit der Kettensäge
Schaumburg Rinteln Rinteln Ortsteile Dieser Möllenbecker erschafft Kunst mit der Kettensäge
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14:38 14.10.2019
Alexander Meier ist begeisterter Kettensägenkünstler. Derzeit hat er einen ganz besonderen Auftrag: Er fertigt ein neues Ortsschild für seinen Heimatort Möllenbeck an. Quelle: mld
Möllenbeck

Wo gehobelt wird, fallen Späne. Wo Alexander Meier aus Möllenbeck sägt, da bleiben noch mehr Späne übrig. Meier ist Kettensägenkünstler und hat derzeit einen ganz besonderen Auftrag: Er fertigt ein neues Ortsschild für das Klosterdorf an.

Das Werk, das in „vier bis fünf Wochen“ fertiggestellt sein wird, wird auffallen: Es besteht aus zwei massiven Brettern Akazienholz, das von einer Metallrahmung davor bewahrt wird, wegen Wind und Wetter auseinanderzubrechen. „Das ist sehr gutes Holz“, zeigt sich der 45-Jährige von Akazie begeistert. Hart und wetterbeständig, aber gut zu bearbeiten. Holz bekommt er entweder von Firmen oder auch von Privatbürgern, die wissen, womit sich Meier seit inzwischen zehn Jahren beschäftigt.

Ein Bärenkopf als Inspiration

Die Inspiration dazu bekam der Möllenbecker von seinem Cousin, einem Forstwirt, der selbst mit der Säge Holz bearbeitet. Als dieser einen Bärenkopf anfertigte, war Meier so interessiert, dass er sich selbst darin ausprobieren wollte. Inzwischen hat Meier ein Kleingewerbe angemeldet, für ihn ist das Sägen Nebenverdienst und Leidenschaft in einem.

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Meier arbeitet vor allem auf seinem eigenen Grundstück an der Lemgoer Straße, wo er seine eigene Werkstatt hat. Dort stehen große Holzblöcke, aus denen er auf Bestellung zum Beispiel Eulen oder Adler schnitzt. Dabei hört sein Repertoire nicht auf: Je nach Wunsch kann er auch Holzbänke, Bänke mit Pferdeköpfen oder eben Schilder anfertigen – Holz lässt sich schließlich in vielerlei Formen bringen. Dabei legt er Wert auf eine möglichst feine, kunstvolle Bearbeitung: „Alles andere wäre keine Kunst“, sagt der gebürtige Möllenbecker.

Mit sechs Sägen und dem richtigen Schwert zum Ziel

Inzwischen besitzt er sechs Kettensägen. „Zwei könnte ich aber noch brauchen“, sagt er und lacht. Je nachdem, was Meier schnitzt, braucht er andere Kettensägenschwerter – ein besonders langes zum Beispiel, um ein Holzstück in eine grobe Form zu bringen, und ein kurzes Carving-Schwert, um Feinarbeiten zu erledigen. Im Falle des Möllenbecker Ortsschildes zum Beispiel werden damit die einzelnen Buchstaben aus dem Holz herausgearbeitet.

Feinarbeit: Meier schneidet das „K“ heraus.

„Hinterher wird es aussehen, als wären die Buchstaben auf das Holz aufgeklebt worden – was sie natürlich nicht wurden“, sagt Meier. Das liegt daran, dass er die Buchstaben nach dem Sägen unter anderem noch mit einer Feile nachbearbeiten wird. Danach wird das Holz noch geölt, um es beständiger zu machen.

„Herzlich willkommen im Klosterdorf Möllenbeck“ wird auf dem Schild stehen, zusammen mit einer stilisierten Ansicht des prominenten Gebäudes – das Meier sogar von seinem Gelände aus sehen kann. Von Marieluise Denecke

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