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Rinteln Ortsteile Ein Bio-Lehrer, der auch bio umsetzt
Schaumburg Rinteln Rinteln Ortsteile Ein Bio-Lehrer, der auch bio umsetzt
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20:06 03.07.2018
Gutes Team: Erhard (von links), Sylvia und Torben Bachmann züchten in Strücken 30 Galloways. Quelle: wm
Strücken

Erhard Bachmann, der vor Kurzem als Oberstudienrat am Gymnasium Ernestinum in den Ruhestand getreten ist, kennen seine ehemaligen Schüler vor allem als kreativen Lehrer, der schon mal Apfelsaft herstellen ließ, einen Biotec-Bus an die Schule holte oder die Polizei und einen Psychologen aus der Burghofklinik mit einem Drogenkoffer einlud.

Doch Bachmann hat nicht nur Biologie unterrichtet, sondern Erkenntnisse der Ökologie auf seinem Hof auch praktisch umgesetzt. Dort kann er jetzt mit seiner Familie einen besonderen Geburtstag feiern: Seit 30 Jahren züchtet die Familie Galloways.

Auch seine Frau Sylvia ist als gelernte Landwirtschaftlich-technische Assistentin vom Fach. Und die Kinder treten ebenfalls in diese Fußstapfen. Sohn Torben hat Landwirtschaft studiert und vor drei Jahren den Hof an der Großen Heide in Strücken übernommen. Seitdem hat Torben für die Vermarktung der Bioprodukte in Kühlkammern, Schockfroster und einen Zerlegeraum investiert.

Das ganze Jahr auf der Weide

Tochter Svea studiert Ökotrophologie (Ernährungsökonomie). Ökotrophologen werden unter anderem im Qualitätsmanagement und Marketing sowie bei der Produktentwicklung, Konservierung oder Veredlung von Lebensmitteln gebraucht. Gerade macht sie ihren Master und betreut die Internetseite von „Fleisch von hier“.

Die Bachmanns und ihre Galloways sind inzwischen in der Region bekannt. Die robusten Galloways, 56 Tiere vom Zuchtbullen bis zum Kalb, stehen ganzjährig auf der Weide. Wichtig sei bei der Hitze der vergangenen Woche nur Wasser. Mehrere tausend Liter pro Tag müssen auf die Weiden geschafft werden.

Begrenzt ist die Zahl der Tiere zurzeit durch die vorhandene Weidefläche von rund 30 Hektar rund um den Hof. Weitere Tiere weiden auf einem Gelände des Landkreises und des Naturschutzbundes im Auetal. Torben Bachmann würde deshalb gerne neue Flächen dazu pachten.

Alles bio

Die Galloway-Zucht ist als Biohof zertifiziert, und damit sind auch die Regeln klar. In den Würsten vom Wiener über Pfefferbeißer bis zu den Bratwurstsorten wird kein Geschmacksverstärker, kein Nitratsalz und kein Phosphat untergemischt. Das Schweinefleisch in den Würsten liefert ein Biohof (es gibt auch Würste nur aus Rindfleisch). Fleisch – also Gulasch, Filets, Roastbeef und Bratenfleisch – wird nach optimaler Reifezeit vakuumiert und schockgefrostet. Der Kunde kann also seinen Einkauf sofort wieder in seine Tiefkühltruhe legen.

„Damit“, sagt Erhard Bachmann, „hat sich der Betrieb der veränderten Situation angepasst.“ In den Anfangszeiten kauften Kunden, das waren Bekannte und Freunde (und alles über Mundpropaganda), ein Achtel Rind. Heute betreibe kaum noch jemand eine solche Vorratswirtschaft.

Die Produkte kann man direkt am Hof kaufen (am besten zuvor telefonisch anmelden), im Internet oder in Rinteln im Bioladen „Querbeet“ bei Hella Kleindiek, außerdem im Bio-Frischmarkt in Ohr in Emmerthal bei Annette Schuldt. wm