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Rinteln Ortsteile Eine Gemeinschaftsaufgabe
Schaumburg Rinteln Rinteln Ortsteile Eine Gemeinschaftsaufgabe
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00:27 22.04.2018
Für das Haus an der Meierberger Straße in Goldbeck wird derzeit nach einer Lösung gesucht.
Für das Haus an der Meierberger Straße in Goldbeck wird derzeit nach einer Lösung gesucht. Quelle: mld
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GOLDBECK

„Man ist immer stolz, wenn man so etwas Seltenes entdeckt“, sagt Karl-Heinz Oelkers von der Schaumburger Landschaft. Er ist Projektleiter der Arbeitsgemeinschaft „Spurensuche“, die sich zum Ziel gemacht hat, historische Besonderheiten in der Landschaft Schaumburgs festzuhalten und zu publizieren.

Jüngst beschäftigte sich eine Gruppe ausführlicher mit Goldbeck, weil im Rahmen der „Spurensuche“ ein Poster angefertigt wurde. In diesem Rahmen wurde das Haus mit der Nummer 11 entdeckt.

Dabei handelt es sich um ein Zweiständerhaus. Die ältesten Gebäudeteile datieren auf 1660/80; die Vorderfront entstand erst um 1900. Nicht nur ist dies also ein Haus, das in einer Art erbaut wurde, die heute kaum noch anzutreffen ist. Es handelt sich zudem um eines der ältesten Gebäude in Rinteln.

Die Experten Oelkers und Sven-Olav Benkhardt von der Schaumburger Landschaft hätten diese Besonderheit allerdings kaum entdeckt, wäre nicht Architekt und Bauernhaus-Experte Ulrich von Damaros dazugekommen. „Von außen ist das Zweiständerhaus nicht als solches zu erkennen“, erläutert Oelkers die Schwierigkeit. Denn es sei mehrfach umgebaut worden. Nur von innen sei die besondere Bauweise auszumachen.

Bei einem Zweiständerhaus handelt es sich um ein niederdeutsches Hallenhaus, bei dem die Dachsparren von einem Ständerwerk aus zwei Ständerreihen sowie den aufliegenden Deckenbalken getragen werden. Die beiden Ständerreihen sind der Länge nach angeordnet und bilden so gleichzeitig die Diele. „Eine sparsame Bauweise“, sagt Oelkers. Im Rintelner Raum soll es nur zwei dieser Gebäude geben.

Restaurierung möglich?

Die Bauart sei deshalb selten geworden, weil viele Häuser später abgerissen oder aber erweitert wurden. Bei den meisten Häusern seien weitere Ständerreihen angebaut worden, um so mehr Raum für Großvieh sowie Kleinvieh zu schaffen, das mit den Menschen buchstäblich unter einem Dach lebte. Oelkers selbst lebt beispielsweise in einem Vierständerhaus.

Auf dem historischen Poster, das die Schaumburger Landschaft für Goldbeck vor wenigen Tagen veröffentlicht hat, ist mehr über den Hintergrund des Hauses zu erfahren: „Der Zweiständerbau gehörte zu einer Brinksitzerstelle eines Leinenwebers. Das angewinkelte Dach lässt erkennen, dass das Haus in der Längsachse verbreitert wurde.“

„Leinenweberei und Korbflechterei waren besonders bedeutsam für Goldbeck“, erläutert Oelkers: „Auf dem kargen Boden war an fruchtbare Landwirtschaft – im Gegensatz beispielsweise zu Ortsteilen wie Exten – nicht zu denken.“

Was passiert nun mit dem Haus? „Eigentlich müsste man es restaurieren, um es zu erhalten“, sagt Oelkers. „Aber dafür ist meist kein Geld da.“ Dies sei zudem keinem Privateigentümer zuzumuten: „Hierbei handelt es sich um eine Gemeinschaftsaufgabe. Es ist Kulturgut.“ mld