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Rinteln Ortsteile Entscheidung vertagt
Schaumburg Rinteln Rinteln Ortsteile Entscheidung vertagt
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22:30 12.05.2017
Das Schulgebäude befindet sich mitten im Ort. Die Mehrheitsgruppe hofft auf private Trägerschaft. Die Landeskirche ist skeptisch. Quelle: tol
RINTELN/STEINBERGEN

Die Tagesordnung sah vor, über die Auflösung der Grundschule abzustimmen – doch wie bereits im Schulausschuss hatte die Mehrheitsgruppe beantragt, den und einen weiteren damit zusammenhängenden Tagesordnungspunkt abzusetzen. Ein Mitglied der Mehrheitsgruppe war gerade noch pünktlich zur Abstimmung gekommen, sodass die Entscheidung 18 zu 17 für die Absetzung ausfiel.

Kein Entscheidungsdruck

 „Die Entscheidung ist noch nicht spruchreif“, argumentierte Gert Armin Neuhäuser von der WGS. Der Status quo, dass die Steinberger Kinder in Deckbergen beschult werden, bleibe erhalten, es gebe also keinen „Entscheidungsdruck“, bis nicht alle Optionen ausgelotet seien. Vor allem, so war es bereits im Schulausschuss zu hören, besteht aufseiten der Mehrheitsgruppe die Hoffnung, dass die Schule in privater – etwa kirchlicher – Trägerschaft fortbestehen kann. Von Karl-Hinrich Manzke, Landesbischof der Evangelischen Landeskirche Schaumburg-Lippe, habe es dazu im persönlichen Gespräch mit Matthias Wehrung (CDU) und anderen politischen Vertretern vor einigen Wochen bereits positive Signale gegeben, so Neuhäuser.

 Fragt man die Landeskirche, ergibt sich jedoch ein weniger positives Bild: „Wir sind eine kleine Landeskirche mit begrenztem Budget“, wiegelt Jan Peter Hoth, theologischer Referent des Landesbischofs, ab. Manzke selber befindet sich derzeit im Ausland und war für eine Stellungnahme daher nicht zu erreichen. Aufgrund des begrenzten Budgets, so Hoth, wolle die Landeskirche den Schwerpunkt auf die eigenen Kindertagesstätten legen. „Darüber hinaus sehen wir keine weiteren Ressourcen“, so Hoth. Im Landkreis befinden sich laut Hoth derzeit 15 Kitas in Trägerschaft der Landeskirche. Ihre Unterhaltung mache zehn Prozent des kirchlichen Budgets in Höhe von insgesamt zehn Millionen Euro aus.

 Die Skepsis aufseiten der Landeskirche hätte sie „zwei Tage früher kommunizieren können“, sagt Neuhäuser auf die Aussage Hoths angesprochen. Warum wurde mit der Aussicht auf eine kirchliche Trägerschaft dann – zumindest im Schulausschuss – so ausführlich argumentiert? „Ich kann nur kommunizieren, was ich kenne“, sagt Neuhäuser – und die CDU habe vom Gespräch mit Manzke nun mal ein positives Ergebnis kommuniziert.

 Dass die Landeskirche die Steinberger Schule nicht sofort „zur Priorität“ mache, habe er auch nicht erwartet, sagt Wehrung. Es habe sich um ein erstes Gespräch gehandelt, man habe „ergebnisoffen geredet“. Die Verwaltung, so Wehrung weiter, habe keine Alternative zur Schließung des Standorts erarbeitet, habe keine Gespräche führen wollen: „Das ist uns zu wenig.“ Schließlich sei die Lebenshilfe als Träger auch noch eine Möglichkeit. Auch CDU-Fraktionsvorsitzender Veit Rauch sieht in einer kirchlichen Trägerschaft nur eine Option von mehreren.

Auflösung ist alternativlos

 Heiner Bartling, für die SPD im Rat und Steinberger Ortsbürgermeister, bezeichnet die Auflösung des Grundschulstandorts als „alternativlos“. Der Mehrheitsgruppe wirft er vor, die „Illusion“ aufrechtzuerhalten, dass es eine andere Lösung gebe.

 Wie aber wird es nun weitergehen in Steinbergen? „Wir müssen uns um das Thema wieder intensiver kümmern“, sagt Rauch. Man müsse mit dem Ortsrat und den betroffenen Eltern „im Gespräch bleiben und alle Möglichkeiten ausloten“. tol