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Rinteln Ortsteile Hinterm Zaun nur Dornengestrüpp
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00:23 23.03.2018
Karl-Heinz Struckmann ist jetzt ganz offiziell als Platzwart für die Freigabe des Sportplatzes zuständig.
Karl-Heinz Struckmann ist jetzt ganz offiziell als Platzwart für die Freigabe des Sportplatzes zuständig. Quelle: wm
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Krankenhagen

„Eigentlich sind dafür weder der Platzwart noch der Schiedsrichter, sondern der Ortsrat zuständig“, stellte Ortsbürgermeister Gerald Sümenicht auf der jüngsten Ortsratssitzung fest. Platzwart sei Karl-Heinz Struckmann, und der mache eine so gute Arbeit, dass er vorschlage, diese Entscheidung ganz offiziell an den Platzwart zu delegieren.

Das Votum des Ortsrates dafür war dann auch einstimmig. Scherzhafter Diskussionsbeitrag: Bei Struckmann könne man auch sicher sein, dass er nicht aus „taktischen Gründen“ eine Platzsperre erlasse.

Weil die Fußballer des TSV Krankenhagen nur einen einzigen Platz haben, auf dem auch das Training stattfinden muss, will dieser Platz besonders gepflegt werden. Im Sommer, so schildert Platzwart Struckmann, müsse er, bedingt durch den sandigen Unterboden, oft den Rasensprenger in Gang bringen, öfter als seine Kollegen auf anderen Plätzen. Deshalb nähmen auch die Mannschaften Rücksicht und trainierten beispielsweise mehr in den Ecken als vor den Toren, um den Rasen zu schonen.

Robiniendornen drohen

Sorgen macht Struckmann nur der Bewuchs rund um den Platz. Wenn Äste von den Robinien brechen mit den langen Dornen, verletzen sich auch schon mal Spieler und Kinder, weil die Dornen durch die Schuhsohlen dringen können. Er habe auch öfter einen platten Reifen an der Schubkarre. Und man schicke schon keine Kinder mehr hinter den Zaun, um einen Ball zu holen, weil dort auch alles dicht sei mit dornigem Gestrüpp.

Eine vergleichbare Situation sieht der Ortsrat auch auf dem Knickbrink, im Bereich des Naturschutzgebietes. Auch dort müsste man mal mit der Kettensäge tätig werden.

Der Knickbrink ist ein sogenannter Kameshügel, also eine geologische Besonderheit, dazu eine archäologische Fundstätte, Naturschutzgebiet wie Aussichtspunkt. Letzteres allerdings eher theoretisch. Frauke Kampmeier schilderte im Ortsrat, der Knickbrink sei so mit Büschen und Bäumen zugewachsen, dass man keine Aussicht mehr habe.

Büsche und Bäume entfernen

Deshalb schlug der Ortsrat vor: Büsche und einige Bäume sollen entfernt werden, nur einzelne Exemplare stehen bleiben. Zuletzt sind dort vor zehn Jahren Arbeiter mit Motorsägen angerückt.

Dass der Naturschutzbund dagegen sein könnte, wird nicht erwartet, denn eigentlich sollte auf dem Knickbrink ein Magerrasen wachsen, was unter dem Buschwerk kaum möglich ist. Grundsätzlich stellte Ortsbürgermeister Gerald Sümenicht fest, dass dort eigentlich der Landkreis als Untere Naturschutzbehörde zuständig sei.

Auch in Möllenbeck gibt es am Südhang des Mühlenberges eine solche Sand-Magerrasenfläche. Der Knickbrink steht bereits seit 1949 unter Naturschutz, verordnet vom damaligen Regierungspräsidenten in Hannover.

Seltene Pflanzen

Volker Buschmann vom Naturschutzbund hatte bei einer Begehung festgestellt, dass es auf dem Knickbrink unter anderem so seltene Pflanzen wie Glatthafer, Rotschwingel und Wolliges Honiggras gibt. Diese seien die Grundlage für das Vorkommen von besonderen Wespen- und Bienenarten sowie seltenen Heuschrecken.

Der Urnenfriedhof aus der Eisenzeit ist in den dreißiger Jahren von dem damaligen Fachmann für Bodenaltertümer, Jürgen Erniß, entdeckt worden. Weitere Funde wurden 1956 gemacht.

Anwohner bezweifeln indes, dass der Knickbrink etwa von Wanderern oder Touristen gut besucht wird. Direkt am Eingang sei eine Schafweide, der Bereich sei oft matschig und auch kein Weg mehr sichtbar. wm