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Rinteln Ortsteile Idylle, umtost vom Verkehr
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12:41 21.08.2018
Quelle: wm
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Steinbergen

Es ist eine Oase. Eigentlich. Wäre da nicht die Kreuzung der beiden Bundesstraßen (B83 und B238) und der L442 direkt vor der Haustür, Arensburger Straße 2.

Als er sich vor 40 Jahren Haus und Grundstück gekauft habe, erzählt Andreas Behrens, habe er sich das Ausmaß des Verkehrs nicht vorstellen können, der heute über die Kreuzung rollt. Niemand konnte das. Selbst Fachleute mussten im Laufe der Jahre ihre Statistiken der Verkehrsströme und Verkehrsbelastung immer weiter nach oben korrigieren.

„Vor allem der Schwerlastverkehr hat in Steinbergen dramatisch zugenommen“, so Behrens. Er zweifele inzwischen, ob die von der Verkehrsbehörde und der Bürgerinitiative (BIOS) genannte Zahl von 23000 Fahrzeugen, die pro Tag über die Kreuzung rollen sollen, tatsächlich stimme. Seinem Gefühl nach seien es deutlich mehr, „seit es fast jeden Tag Unfälle auf der A2 gibt und Lastzüge auf die Bundesstraße ausweichen“.

Verschlechtert habe sich die Situation seit April zusätzlich durch den Ausbau der Kreuzung mit Betonplatten. Begründet worden war das von der Verkehrsbehörde mit dem Argument, Beton sei haltbarer. „Doch mit dem Beton“, betont Behrens, „ist die Lärmbelastung noch einmal deutlich angestiegen.“ Da die Platten nicht gleichmäßig verlegt sind und die Höhenunterschiede zwischen den Platten Zentimeter betragen, werde das ganze Haus erschüttert, vor allem wenn Lastzüge nachts vorbeidonnern. „Das erste Mal habe ich gedacht, jetzt gibt es ein Erdbeben“, so Behrens.

Tunnel als Lösung?

Er kann sich heute nur eine Lösung für die Verkehrssituation im Dorf vorstellen: „Einen Tunnel, der in Deckbergen in die Erde geht und vor der Autobahnauffahrt wieder herauskommt.“ Damit würde man gleich drei Dörfer beruhigen: Steinbergen, Deckbergen und Westendorf. Alle anderen vorgestellten Trassenentwürfe hätten nur mehr Landschaftszerstörung zur Folge, „oder der Verkehr würde in andere Wohngebiete verlagert“.

Arensburger Straße Nummer 2, das ist das ehemalige Forsthaus von Steinbergen. Dahinter liegt ein 1500 Quadratmeter großer Garten, um den sich vor allem drei Damen kümmern: Alexandra Dippe sowie Mirjam und Anke Behrens. Und die drei haben „einen grünen Daumen“. Es ist ein Garten, den Behrens alljährlich zum „Tag der offenen Pforte“ für Besucher zugänglich macht. Denn neben all den Pflanzen, die man aus Zier- und Nutzgärten kennt, wachsen dort auch Exoten wie ein Mammutbaum, indisches Blumenrohr, Baumtomaten, Hanfpalmen, Wein, Zitruspflanzen und Feigen. Dazu 16 Bananensorten, darunter über mannshohe Stauden mit kleinen Früchten.

Andreas Behrens hat bundesweit einen Namen als Züchter von Kamerunschafen. Im Vorjahr hat der Verein bei ihm das 40-jährige Bestehen gefeiert. Behrens selbst züchtet seit 1985. Heute hält er etwa 35 Tiere, darunter prämierte Zuchtböcke. wm