Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Rinteln Ortsteile Jetzt kommen die Gutachter
Schaumburg Rinteln Rinteln Ortsteile Jetzt kommen die Gutachter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:26 30.07.2018
Anzeige
Kohlenstädt

Das ist erst am Montag deutlich geworden, nachdem die Feuerwehr die letzten Brandnester gelöscht hatte und die Brandstelle wieder zu betreten gewesen war.

Mit Unterstützung des Rintelner Bauhofs und von Bauunternehmen sind die großen Mengen an Stroh auseinandergefahren worden. Dort musste die Feuerwehr am Sonntag Glutnester nachlöschen.

Montag am Spätnachmittag machten sich Sachverständige der Sparkasse sowie der Brand- und Gebäudeversicherung ein Bild von den Schäden. Vom Feuer völlig zerstört sind Kuhstall und Scheune, dazu der Dachstuhl des Wohnhauses. Dort hat es außerdem durch die Löscharbeiten Wasserschäden gegeben. Ob die Statik des Wohnhauses überhaupt noch tragfähig ist, wird ein Gutachter prüfen. Der Hauptteil des Wohnhauses stammt aus dem Jahr 1934 (das Haus davor war nach einem Blitzschlag abgebrannt), der Anbau aus dem Jahr 1988. Außerdem sind weitere Nebengebäude im Dachbereich beschädigt worden. Verbrannt sind ein Schlepper und die Strohfördereinrichtung. Zwei landwirtschaftliche Geräte, ein Schwader und ein Gruber, sind von einer einstürzenden Giebelwand beschädigt worden.

Die Polizei geht nach wie vor von einem technischen Defekt aus, möglicherweise im Motor des Fördersystems, mit dem Stroh auf den Dachboden gebracht wurde. Wie der Landwirt am Montag versicherte, sind er und seine Familie sowie seine Eltern bei Verwandten und Bekannten gut untergebracht. Auch hätten inzwischen befreundete Landwirte Hilfe geleistet. Voraussichtlich werde es bei der Stroh- und Futterversorgung daher keine Probleme geben.

Vom Brand ohnehin nicht betroffen waren die 75 Milchkühe, die in einem Laufstall abseits der eigentlichen Hofanlage untergebracht sind. Um die Wasserversorgung im Schweinestall kümmert sich noch immer die Feuerwehr – dort ist die Wasserleitung unterbrochen.

Vor allem im zurückliegenden Jahr hatte die Familie in den Hof in Kohlenstädt investiert: Unter anderem wurde der Giebel gestrichen, neue Stalltore lagen schon bereit. Die Familie möchte den Hof an der alten Stelle wieder aufbauen – allerdings in anderer Anordnung. Ein Wohnhaus direkt an Stallungen wird heute so nicht mehr genehmigt.

Die vierjährige Tochter hatte am Sonnabend Geburtstag. Gefeiert wurde trotz des Brandes. Für ihr Kinderzimmer waren neue Möbel bestellt worden.

Hans Weimann