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Rinteln Ortsteile Toter in Steinbergen: Gericht vernimmt die ersten Zeugen
Schaumburg Rinteln Rinteln Ortsteile Toter in Steinbergen: Gericht vernimmt die ersten Zeugen
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22:33 23.05.2019
Symbolbild Quelle: dpa
Steinbergen/Bückeburg

Im Prozess um den Tod eines 22-Jährigen aus Porta Westfalica während einer Feier in Steinbergen hat das Bückeburger Schwurgericht am zweiten Verhandlungstag damit begonnen, die ersten von insgesamt 17 Zeugen zu vernehmen. Gestern haben zunächst drei Männer ausgesagt, die mit im Raum waren, als am 22. Dezember vergangenen Jahres gegen 1 Uhr der tödliche Schuss fiel.

Klaus Jochen Schmidt, Leitender Oberstaatsanwalt in Bückeburg, wirft dem angeklagten Steinberger (29) vor, nach einem Streit – möglicherweise um Drogen – auf den neben ihm sitzenden Mann gefeuert zu haben. „Er fiel vom Barhocker wie ein Stein“, erinnert sich der Zeuge aus Eisbergen.

Schuss aus der Bauchtasche

Einem vorläufigen Gutachten zufolge kam der Schuss aus der durchgehenden Bauchtasche am Pullover des Steinbergers. Zuvor soll der 29-Jährige nach Hause gegangen sein, um die Waffe zu holen. Dabei soll es sich um einen Revolver vom Kaliber 6 Millimeter handeln, von dem weiter jede Spur fehlt. „Er hat sein Glas leer getrunken. Dann ist der Schuss gefallen“, so ein Zeuge, der selbst in dem Haus an der Feldstraße wohnt, über den mutmaßlichen Täter.

Das Opfer war innerlich verblutet. Nach dem tödlichen Schuss, der den Portaner offenbar in die Leistengegend getroffen hat, soll der Steinberger die übrigen Personen bedroht haben, indem er den Revolver im Halbkreis schwenkte. „Er hat die Waffe nach dem Schuss herausgezogen und ungläubig angeguckt – aber niemanden damit bedroht“, widersprach Verteidiger Volkmar Wissgott dieser Darstellung.

Staatsanwaltschaft geht von Vorsatz aus

In einer Erklärung, von Wissgott zum Prozessauftakt verlesen, war die Rede davon, dass der Angeklagte mit der Waffe in seiner Bauchtasche gespielt habe. Dabei habe sich der Schuss gelöst. Er will angenommen haben, dass der Revolver leer geschossen gewesen sei. Dann wäre die Tat ein Versehen. Die Staatsanwaltschaft geht jedoch von Vorsatz aus und hat den Mann aus Steinbergen wegen Totschlages angeklagt.

Nach dem tödlichen Schuss soll der 29-Jährige dann vor dem Gebäude auf einen Rintelner (47) gefeuert haben, der zuvor mit im Haus war. „Ich habe einen Blitz gesehen“, berichtete der Zeuge, der außerdem „einen Hassblick“ gesehen haben will: „So kannte ich ihn gar nicht.“ Der Angeklagte bestreitet das: „Ich habe vorm Haus nicht auf ihn gezielt“, sagte er.

Später folgten dem Steinberger mehrere Männer von der Party zu dessen Wohnung. „Er kam mit einem Schlagstock in der Hand raus“, erinnert sich ein Zeuge. Ein anderer Mann habe den 29-Jährigen entwaffnet. Dann kam die Polizei. ly