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Rinteln Ortsteile Weiter Hoffnung auf schärferes Tempolimit zwischen Westendorf und Engern
Schaumburg Rinteln Rinteln Ortsteile Weiter Hoffnung auf schärferes Tempolimit zwischen Westendorf und Engern
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21:33 13.10.2019
Der Ortsrat fordert, das Tempolimit auf 50 Stundenkilometer herunterzusetzen. Quelle: dpa
Westendorf/Engern

Besonders aktiv ist der Rintelner Alexander Bronner, der sich diesbezüglich seit mehreren Wochen im Austausch mit der Stadtverwaltung sowie der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln befindet.

Er spart dabei nicht mit deutlichen Worten. Dass der Wunsch des Ortsrates, das Tempolimit auf 50 Stundenkilometer (km/h) herunterzusetzen, „ignoriert“ wurde, kritisiert Bronner in einer E-Mail an den Rintelner Bürgermeister Thomas Priemer scharf. Wie berichtet, setzt die Stadt das Tempolimit auf 70 Stundenkilometer zwischen Neelhofsiedlung und Westendorf herunter. Diesen Beschluss hält Bronner „für menschliches Versagen“.

Bronner kennt die Strecke – und zwar als Radfahrer. Er nennt sie „schweinegefährlich“, denn schließlich endet der Radweg an der Neelhofsiedlung. Seine Verlängerung bis zur Einmündung Zollstraße steht bei der zuständigen Landesstraßenbaubehörde lediglich im „weiteren Bedarf“.

Mehr zum Thema: Zwischen Engern und Westendorf bald nur noch Tempo 50?

„Ganz Westendorf ist abgehängt“, ärgert sich Bronner. Rasende Autofahrer seien dort ebenso gefährlich wie die vielen schweren Landmaschinen, die besonders zur Erntezeit unterwegs sind, sowie Lkw, die zum Kieswerk wollten. Hinzu kommen schwer einzusehende Einmündungen. Gerade Fahrten in den Abendstunden, wenn die Sonne tief steht, seien „lebensgefährlich“, da Autofahrer entgegenkommende Radfahrer schlichtweg nicht erkennen würden.

Für Bronner ist klar, wer die Risiken dieser Verkehrsplanung trägt: „Die schwächsten Verkehrsteilnehmer.“ Das Tempolimit auf 50 km/h herunterzusetzen, wäre in seinen Augen ein „bescheidener Anfang“ einer Reihe von Maßnahmen. Seiner Meinung nach sollte der Radweg beispielsweise auch baulich von der Straße abgetrennt werden, um ihn dadurch sicherer zu machen.

Doch er möchte auch loben: Endlich werde die Bedarfs-Fußgängerampel an der Neelhofsiedlung gebaut, „gerade rechtzeitig vor der dunklen Jahreszeit“, so Bronner. Dafür wolle er der Verwaltung „ein dickes Lob“ aussprechen. von Marieluise Denecke 

Doch bald Tempo 50?

Seit dem Unfall am Bahnübergang Anfang August gilt derzeit in beiden Richtungen vor dem Übergang noch Tempo 50, kurz vor den Schienen sogar Tempo 30. „Eigentlich wäre das ideal“, sagte Engerns Ortsbürgermeister Dieter Horn auf der jüngsten Ortsratssitzung. Doch hierbei handelt es sich lediglich um eine temporäre Maßnahme.

Seit dem Unfall finden an dieser Stelle Verkehrsbeobachtungen statt, so Bürgermeister Thomas Priemer in einem Antwortschreiben an Alexander Bronner. Die Beobachtungen führen das städtische Ordnungsamt sowie die Polizei durch. „Diese Verkehrsbeobachtungen werden derzeit ausgewertet und die Ergebnisse nochmals der Verkehrsbesprechung zu ihrer nächsten Sitzung vorgelegt, sodass nicht auszuschließen ist, doch noch eine Geschwindigkeitsreduzierung vorzunehmen“, so Priemer weiter. Heißt: Tempo 50 für die Berliner Straße könnte doch noch kommen. Die letzte Verkehrsbesprechung fand Mitte August statt. Die nächste wird laut Ordnungsamtsleiter Ulrich Kipp in diesem Monat abgehalten. mld