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Rinteln Ortsteile Widerstand gegen Klärwerkerweiterung
Schaumburg Rinteln Rinteln Ortsteile Widerstand gegen Klärwerkerweiterung
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21:55 20.07.2018
So sehen die Planungen für die Erweiterung der Klärschlamm-Vererdungsanlage aus.
So sehen die Planungen für die Erweiterung der Klärschlamm-Vererdungsanlage aus.
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BERNSER LANDWEHR.

„Die Baugenehmigung liegt uns vor, und in diesen Tagen führen wir Gespräche mit der ausführenden Baufirma. Wir möchten so schnell wie möglich beginnen, denn schon im Herbst soll das vierte Klärschlamm-Vererdungsbeet mit rund 4500 Schilfpflanzen bestückt sein und in Betrieb gehen“, sagte Werner Volker, Geschäftsführer des Wasserverbandes Nordschaumburg.

Mit der Erweiterung der Klärschlamm-Vererdungsanlage reagiert der Wasserverband auch auf die neuen gesetzlichen Bestimmungen zur Ausbringung der Klärschlammerde nach der Düngeverordnung. Da die Landwirte aufgrund dieser Verordnung, die dem Trinkwasserschutz gilt, keinen Klärschlamm mehr auf ihre Felder ausbringen dürfen, müssen andere Möglichkeiten gefunden werden. „Die Nachlagerfläche ist dadurch unbedingt notwendig – auch um die Verwertungsmengen und die damit verbundenen Entsorgungskosten noch mal zu verkleinern“, erklärte Volker. 700000 Euro will der Wasserverband in die Erweiterung der Anlage investieren.

Grundstückswertminderung droht

Allerdings regt sich Unmut in der Nachbarschaft der Kläranlage. Die Anwohner der Grundstücke Am Fahrenplatz waren überrascht von den Erweiterungsplänen. „Wir wurden jetzt, wo die Baugenehmigung bereits ausgesprochen wurde, über das Vorhaben informiert“, sagte die Anwohnerfamilie Rohde. Bislang habe man sich nicht durch die Klärschlamm-Vererdungsanlage gestört gefühlt. „Der Abstand zu den Becken war bislang noch recht groß, aber das wird sich jetzt ändern. Vor allem die Nachlagerfläche, eine hässliche betonierte Fläche, passt nicht in die Landschaft und soll bis direkt an unsere Grundstücksgrenzen reichen“, so die Rohdes weiter. Das empfänden sie als eine Wertminderung der Grundstücke. Die Häuser seien schon durch die Autobahnumleitungsstrecke stark belastet. „Wenn wir jetzt noch den Vorteil der idyllischen Landschaft hinter unseren Häusern verlieren, dann kann man diese Immobilien nie mehr verkaufen“, befürchten die Rohdes. Wie einige ihrer Nachbarn haben sie beim Landkreis Schaumburg Widerspruch gegen das Bauvorhaben eingereicht. Vor allem für die Nachlagerfläche fordern die Anlieger einen anderen Standort.

Als weitere Beeinträchtigungen nennen die Anwohner eine zu erwartende Geruchsbelästigung, Mückenplagen und ein erhöhtes Verkehrsaufkommen.

Baustopp nicht geplant

Auf Anfrage dieser Zeitung erklärte Baudezernent Fritz Klebe vom Landkreises Schaumburg, dass bislang zwar noch kein Widerspruch eingegangen sei, man diesen aber in jedem Fall prüfen werde, sowie er vorliegt. Allerdings seien alle Vorschriften eingehalten und alle Prüfungen vorgenommen worden, bevor der Landkreis die Baugenehmigung erteilt hat. Einen Baustopp, sofern denn in Kürze mit dem Bau begonnen werde, werde es aufgrund von Widersprüchen nicht geben.

Auch Volker zeigte sich überrascht von den Widerständen: „Die faunistischen Erhebungen sind erfolgt, und es gab keine Beanstandungen. Mit Geruchsbelästigungen ist ebenfalls nicht zu rechnen. Ich verstehe nicht, warum jetzt noch ein Einspruch erfolgt.“

Rohdes hatten dafür eine Erklärung: „Wir sind vorher nicht über das Bauvorhaben informiert worden. Man hätte uns in die Planungen mit einbinden können. Schließlich kommt uns die Anlage nach den bisherigen Planungen sehr nahe. Aber vielleicht kann man ja, vor allem in Sachen Nachlagerfläche, noch etwas machen. Ein Grundstück nahe dem vierten Becken, aber etwas weiter von uns entfernt, erscheint uns zum Beispiel viel geeigneter für eine Betonfläche.“ la