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Rinteln Ortsteile Windräder in Silixen: Ortsräte in Sorge
Schaumburg Rinteln Rinteln Ortsteile Windräder in Silixen: Ortsräte in Sorge
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22:44 22.03.2019
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Symbolbild Quelle: dap
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Rinteln/Silixen

„Das höchste deutsche Windrad misst bislang 180 Meter“, zeigt sich Ortsratsmitglied Anthony-Robert Lee besorgt – die in Silixen geplanten Anlagen sollen 240 Meter messen. Sie würden in Sichtweite von Möllenbeck und Krankenhagen gebaut werden. „Der Berliner Fernsehturm ist nur zehn Meter höher“, so Lee erzürnt. „Natürlich“ würden auch Rintelner von den Anlagen „betroffen“ sein. Allein, weil Rinteln auch vom Tourismus abhängig sei. Doch auch Lärm könnte bei – allerdings seltenem – Ostwind zum Problem werden, so Lee.

Bauen will die Anlagen „Prowind“ aus Osnabrück. Die Vorrangflächen hierfür hat die Gemeinde Extertal bereits genehmigt. Jüngst hatte das Bauamt jedoch gegen eine Änderung des Flächennutzungsplanes gestimmt, die nötig ist, weil die Rotorblätter eines Windrades über die Grenzen der Windkraftzone hinausragen (wir berichteten).

Flächennutzungsplan noch nicht geändert

„Die Gemeinde Extertal hat den Flächennutzungsplan noch nicht geändert“, erinnerte Ortsratsmitglied Reinhold Kölling. Bis dahin sei es reine „Utopie“, welche Anlagen in welcher Höhe dort wirklich gebaut würden. Doch wenn das entsprechende Verfahren eröffnet werde, dann solle die Gemeinde Extertal Möllenbeck natürlich „mit ins Boot holen“.

Die Stadt Rinteln hat Extertal bereits gebeten, in das Verfahren miteingebunden zu werden, erinnerte Doris Neuhäuser als Vertreterin der Stadtverwaltung. „Wir werden weiter nachhaken.“

Höhe ist kritisch

„Im Stadtrat haben wir alle mal die Hände gehoben für Windräder“, sprach sich Ortsbürgermeister Thorsten Frühmark gegen eine pauschale Verurteilung der Anlagen aus. Doch wenn sich herausstellen solle, dass die geplanten Anlagen umwelt- oder gesundheitsschädlich sein sollten, „dann werden wir natürlich dagegen sein“, so Frühmark.

Mehr Gedanken macht sich hingegen Krankenhagens Ortsbürgermeister Gerald Sümenicht. „240 Meter ist eine enorme Höhe, das sehen wir kritisch“, sagte Sümenicht. Zumal beide Konzentrationszonen, in denen die Windräder künftig stehen sollen, direkt an der niedersächsischen Grenze liegen. Außerdem bewertet Sümenicht kritisch, dass die Windräder zu hoch für die ausgewiesenen Zonen seien – ob dann überhaupt der Abstand zur nächsten Bebauung bei einer solchen Höhe richtig bemessen sei?

„Wir haben unsere Sorgen geäußert und wollen damit auch unsere Kollegen im Extertal und in Lippe sensibilisieren“, so Sümenicht. Auch wenn Rinteln kein Einspruchsrecht habe, sei es wichtig, „politisch Position zu beziehen“. Nun sei man gespannt auf die nächsten Schritte von „Prowind“.

von Marieluise Denecke